Beste VfL-Leistung der Saison reicht trotzdem nicht

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Die fast 300 Zuschauer im Jahnstadion erlebten bei idealem Fußballwetter ein Wechselbad der Gefühle. Der angergierte VfL Waldkraiburg bot in der ersten Halbzeit die beste Leistung der Saison und führte vollkommen zu Recht mit 2:1. Dass die Partie gegen den Tabellenzweiten 1. FC Miesbach dennoch 2:4 verloren ging lag an mehreren Faktoren. Zum einen ließ der VfL wieder einmal hochkarätige Chancen aus, zum anderen sorgten individuelle Fehler und mehr als umstrittene Schiedsrichterentscheidungen für das Endresultat. Zu allem Überfluss flog Routinier Raimi Stuiber kurz vor Schluss nach einem Frustfoul vom Platz und der VfL rutsche auf den letzten Tabellenplatz ab.

Von Beginn an zeigten beide Mannschaften eine sehr angergierte Leistung und es entwickelte sich eine flotte und spannende Bezirksligapartie. Bereits in der 5. Spielminute ging der VfL durch einen mustergültigen Angriff in Führung. Torhüter Doman Bozjak fing einen Freistoß ab und machte das Spiel schnell. Langer Abwurf auf Liviu Pantea, der im Doppelpassspiel mit Kapitän Andy Balck die gegnerische Hälfte überbrückte. Seine Flanke in den 16er ließ Mittelstürmer Tommy Haindl passieren und Patrick Keri hatte keine Mühe den Ball im Gästetor unterzubringen. In der 9. Minute lag der Ball erneut im Tor, doch kurz vor Panteas Distanzschuss unterbrach Schiedsrichter Andreas Lintner das Spiel. Kurz darauf kam Tommy Haindl im Miesbacher Strafraum zu Fall, doch der Elfmeterpfiff blieb aus, genauso als in der 17. Minute einem Miesbacher Verteidiger nach einem abgeblockten Freistoß von Pantea der Ball an die Hand sprang. Zwei Minuten später dann die Szene, die die Gemüter mehr als erregte. Nach einem langen Pass in die Tiefe gewann Tommy Haindl das Laufduell gegen seinen Konkurrenten, der ihn dann beim Schussversuch unsanft von den Beinen holte. Ein ganz klares Foul, das einen Elfmeter zur Folge hätte haben müssen, doch auch dieses Mal blieb der Pfiff aus. Spätestens jetzt war jedem klar, dass der VfL heute gegen 12 spielen würde. Auch in der Folge gingen alle strittigen Situationen gegen die Hausherren. Nach einer halben Stunde ein einstudierter Eckball des VfL. Liviu Pantea spielte den Ball kurz ans 16er Eck, Andy Balck nahm die Kugel an und zog ab. Nur mit Mühe konnte Stefan Zimmerhakl den Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte lenken. Minutenspäter jubelten die Gäste, denn wie aus dem Nichts war der Ausgleich gefallen. Einen zu kurz abgewehrten Freistoß  nahm der Ex-Rosenheimer Vitus Hörterer dankbar an und hämmerte ihn sehenswert aus über 20 Metern diagonal unter die Latte. Der VfL zeigte sich keineswegs geschockt und erzielte postwendend die erneute Führung. Wieder war es Patrick Keri, der die Industriestädter jubeln ließ. Nach Liviu Panteas maßgenauem Flankenwechsel schob Keri den Ball ins lange Eck. Kurz vor der Pause noch die Ausgleichsmöglichkeit durch Andreas Schwinghammer, doch Bozjak parierte mit der Faust und der Nachschuss von Christian Haimerl ging nebens Tor. Vollkommen zu Recht führte der VfL zur Pause 2:1 und keiner der heimischen Zuschauer glaubte zu diesem Zeitpunkt, dass sich daran etwas ändern würde.

Gleich nach dem Wechsel setzte Jure Loboda einen Kopfball knapp neben den Pfosten (49.). Fast im Gegenzug verfehlte auch Hörterer das Tor (55.).  Erneut ein sehenswerter Angriff der Hausherren, Liviu Pantea setzte Jure Loboda geschickt in Szene. Der spielte in den freien Raum, genau durch die Schnittstelle der Viererabwehrkette und Spielertrainer Markus Gibis hatte das vorentscheidende 3:1 auf dem Fuß, doch der Pfosten rettete für den bereits geschlagenen Gästetorhüter. Und so kam es, wie es kommen musste, denn wenige Minuten später glich der Tabellenzweite aus. Florian Hofmann fälschte eine scharfe Hereingabe in den Strafraum geschickt ab und ließ Doman Bozjak keine Chance (63.).  Der erneute Ausgleichstreffer war der Knackpunkt im Spiel der Hausherren, denn fortan übernahmen die Gäste das Ruder. In der 80. Minute kam dann, nach seiner Achillessehnenverletzung, der etatmäßige Kapitän Benny Hadzic erstmals in dieser Saison zum Einsatz. Er ersetzte den bis dahin besten Mann am Platz – Kapitän Andy Balck. Nach einer Flanke von außen in den 16er traf Wahid Alemi Ball und Gegner und zum Entsetzen aller zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Auf der einen Seite einen klaren Elfer nicht gegeben, auf der anderen Seite einen zweifelhaften gepfiffen, das brachte die Gemüter zum überlaufen. Der erfahrene Thomas Masberg behielt die Ruhe, verlud Bozjak und schob den Ball sicher ins andere Eck zur 3:2 Gästeführung (81.).  Nicht nur bei den Zuschauern lagen nun die Nerven blank, sondern auch bei so manchem Spieler. Anders kann man sich das Frustfoul von dem sonst so besonnenen Raimi Stuiber nicht erklären. Er holte seinen Gegenspieler aus vollem Lauf von den Beinen und flog vollkommen zu Recht vom Platz. In der 90. Minute fast doch noch der Ausgleich, der mehr als verdient gewesen wäre. Nach einer Haindl Flanke, verpasste Alemi den Ball, aus dem Hinterhalt hielt Yves Deutsch drauf, doch sein Schuss verfehlte knapp das Ziel. In der Nachspielzeit brachte Liviu Pantea einen Freistoß gefährlich vors Tor. Die Gäste konnten die Situation jedoch klären und starteten einen Konter, den Moritz Mack erfolgreich vollendete. Nach dem Tor zum 2:4 Endstand beendete der Schiedsrichter die Partie. Mit hängenden Köpfen verließen die Industriestädter das Spielfeld - trotz einer guten, angergierten Leistung ging das Spiel verloren. Nachdem die beiden vor dem VfL liegenden Vereine punkteten, rutschte der VfL auf den letzten Tabellenplatz ab.

 

Bereits am kommenden Dienstag haben die Industriestädter die Chance die „Rote Laterne“ wieder abzugeben, wenn sie das erste ihrer drei Nachholspiele gewinnen. Aber mit dem SV DJK Kolbermoor kommt der neue Tabellendritte, der am Wochenende das Spitzenspiel beim ESV Freilassing mit 4:1 souverän für sich entscheiden konnte. Eine erneut sehr, sehr schwere Aufgabe für die Truppe um Spielertrainer Markus Gibis. (güm)

Quelle: rosenheim24.de

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