Traunstein nimmt Waldkraiburg auseinander

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Das hatten sich alle am Samstagnachmittag anders vorgestellt. Nach der 0:5 Niederlage gegen den SB Chiemgau Traunstein verließen die ratlosen Spieler mit hängenden Köpfen den Platz. Auch die Zuschauer waren fassungslos. Individuelle Fehler, eine katastrophale Chancenauswertung und die Effizienz der Gäste ließen dieses Ergebnis zu Stande kommen.  Bereits der erste Angriff brachte den Chiemgauern die Führung und bis zur Pause schraubten sie das Ergebnis auf 0:3 hoch. Auch nach dem Wechsel legten die Traunsteiner weiter nach und am Ende stand es 0:5. Neun Jahre ist es her, dass der VfL im heimischen Jahnstadion so unter die Räder kam - am 27.08.2005 verlor man ebenfalls 0:5 gegen TuS Holzkirchen.

Der VfL hatte sich vorgenommen, aus den drei Heimspielen, innerhalb von acht Tagen, die nötigen Punkte zu holen, um sich nach unten Luft zu verschaffen. Doch schon nach dem ersten Spiel ist der Druck aufs Team gewaltig gestiegen, da die Konkurrenz punktete und der VfL auf den Relegationsplatz abgerutscht ist. Coach Markus Gibis vertraute der Mannschaft, die auch zu Beginn der zweiten Hälfte in Kastl auf dem Feld stand. Er ließ Abwehrmann Wahid Alemi zunächst auf der Bank, wie auch Tormann Doman Bozjak, dessen Handgelenk immer noch schmerzt. Die Zuschauer hatten sich noch gar nicht alle gesetzt, da jubelten schon die Gäste. Gleich der erste Angriff brachte den Kreisstädtern das 1:0. (3.) Nach einem langen Pass in den Strafraum konnte Steffen Teetz auf der rechten Seite fast ungehindert den Ball annehmen und in die Mitte flanken. Dort stand Stefan Mauerkirchner goldrichtig und hatte keine Mühe die Kugel im Waldkraiburger Tor zu versenken.

Es dauerte eine Weile, bis die Gibis-Truppe diesen frühen Schock verarbeitet hatte, aber nach ca. 20 Minuten schien er überwunden. Liviu Pantea flankte quer ans Fünfereck, wo Patrick Keri freistand. Er nahm den Ball volley, traf ihn aber nicht richtig, so dass er knapp am Tor vorbei ging. Das hätte der Ausgleich sein können. Nur wenige Minuten später die nächste große Chance für die Hausherren. Wieder war der Ausgangspunkt Liviu Pantea. Nach seiner Ecke wurde der Schuss von Keri zunächst abgeblockt und Andy Balck nahm Maß. Er zog aus der zweiten Reihe ab, aber mit einer Wahnsinnstat fischte der junge Issa Ndiaye den platzierten Ball, zum Staunen aller, aus dem Kreuzeck. Nächste Großchance vertan und so kam es, wie es kommen musste. Ein schneller Konter der Traunsteiner brachte das 2:0 - fast eine Kopie des ersten Tores. Angriff über die rechte Seite und der Pass in den 16er. Mittelstürmer Mauerkirchner zog seinen Gegenspieler Benny Hadzic nach außen, debütierte ihn und flankte in die Mitte. Patrick Schön hatte keine Mühe, die Kugel aus kürzester Distanz über die Linie zu drücken (27.).

Gute fünf Minuten später rieben sich dann alle die Augen und fragten sich: „Wie ist das nur möglich?“. Nach einem Zuspiel von Pantea stand Jure Loboda drei Meter vor dem leeren Tor, doch er senste das Leder volley über den Kasten, statt einfach nur den Fuß hinzuhalten. Bessere Möglichkeiten, den Anschlusstreffer zu erzielen, kann man nicht haben. Und wieder wurden die Waldkraiburger für ihre Fahrlässigkeit bestraft. Patrick Schön, tankte sich auf der rechten Seite durch und zog ab. Sascha Schmidlechner musste sich schon gewaltig strecken, um den Ball noch um den Pfosten zu lenken. Doch aus dem Eckball entstand das 3:0. Torschütze war diesmal Kapitän Sebastian Mayer, der aus knapp acht Metern fast ungehindert einköpfen konnte. So war das Spiel zur Pause eigentlich schon entschieden.

Gibis reagierte doppelt, zum einen stellte er die Abwehr um in dem er nun Wahid Alemi brachte. Zum anderen kam mit Matti Szczuka ein frischer schneller Stürmer. Aber auch diese Umstellung brachte nicht den erhofften Erfolg. Neun Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da jubelten die Gäste zum vierten Mal. Tobias Berz flankte von rechts in den Strafraum und Patrick Schön konnte seinen zweiten Treffer erzielen, in dem er Ball aus kurzer Distanz einköpfte. Eine Viertelstunde später markierten dann die Chiemgauer den Endstand, durch eine Einzelleitung von Steffen Teetz. Er drang von der rechten Außenbahn in den Strafraum ein, umspielte seinen Gegenspieler und verlud Schmidlechner, in dem er den Ball ganz frech ins kurze Eck schob, ganz nach dem Motto: wenn`s läuft, dann läuft`s!

Trotz des aussichtslosen Rückstandes gaben die Waldkraiburger nicht auf, aber es wollte ihnen an diesem Tag einfach nichts gelingen. Sieben Minuten vor dem Ende vergab Jure Loboda seine zweite Großchance, als er von der Strafraumkante den Ball am langen Pfosten vorbei zirkelte. Kurz drauf gab es einen Freistoß vom rechten 16er-Eck, aber Goali Ndiaye war zur Stelle und konnte den platzierten Schuss von Liviu Pantea parieren. Sekunden später verhinderte Teetz in letzter Sekunde, dass Pantea bei seinem Alleingang den verdienten Anschlusstreffer erzielen konnte. Im Gegenzug hatte dann noch der eingewechselte Markus Mittermaier das halbe Duzend auf dem Fuß, doch sein Schuss aus der Drehung, aus halblinker Position, strich nur Millimeter über das VfL-Gehäuse. Ohne Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Michael Haunerdinger aus Laufen die Partie ab und beendete somit das Debakel für die Industriestädter.

Jetzt heißt es für Coach Markus Gibis, dieses Ergebnis schnellstmöglich aus den Köpfen der Spieler zu bringen, denn bereits am Dienstagabend steht das Nachholspiel gegen den TSV Dorfen auf dem Programm. Vielleicht kommt dieses Derby genau zur richtigen Zeit und dem VfL gelingt der Befreiungsschlag. (güm)

Quelle: rosenheim24.de

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