TSV Kastl - SE Freising 2:0

Der nächste Coup! Kastl stürmt die Landesliga!

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Sensationell! Die Kastler und ihr Trainer Sven Vetter schlagen auch Freising und feiern eine erfolgreiche Heimpremiere.

Kastl - Mit einer mannschaftlichen Glanzleistung zeigt der TSV Kastl auch den eigentlich favorisierten Freisingern, wie schwer es ist in Kastl zu bestehen. Von Anfang an überlegen, ziehen die Kastler ihr Ding bis zu Ende durch und gehen völlig verdient als Sieger vom Platz. Vorerst schieben sie sich sogar an die Tabellenspitze. Als Tabellenführer der Landesliga zum Derby nach Töging - wer hätte das gedacht?

aus Kastl berichtet Christian Schulz

Den perfekten Einstieg als Aufsteiger in die Landesliga hatte der TSV Kastl am ersten Spieltag hingelegt. Die Männer von Sven Vetter siegten auswärts beim TSV Eching. Sie zeigten damit, dass sie keinesfalls vorhaben, sich schnell wieder eine Etage tiefer zu verabschieden. Ihr Gegner SE Freising, der sich Hoffnungen auf den Aufstieg macht, war beim Heimspiel gegen Bayernliga-Absteiger Erlbach trotz Führung nicht über ein 1:1 hinaus gekommen.

Nach dem tollen 4:2 Sieg im Auftaktspiel wollten die Kastler heute gleich nachlegen und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, Lauf- und Kampfbereitschaft, sowie dem unbedingten Willen die heimische Festung zu verteidigen, den favorisierten Freisingern das Leben schwer machen.

Kastler setzen Vorhaben in die Tat um

Und dieses Vorhaben setzten die wackeren Kastler in der ersten Hälfte auch bravurös um. Davon, wer hier eigentlich der Favorit war, war nichts zu sehen. Der TSV Kastl von Beginn an forsch, versteckte sich keine Minute und suchte auch immer wieder das eigene Spiel nach vorne. Nach einer zehnminütigen Abtastphase führte dies dazu, dass die Heimelf mehr und mehr begann das Spiel zu dominieren.

Service:

Hinten kompakt stehend und von Abwehrchef und Kapitän Martin Göppinger gut organisiert, ließen die Kastler nichts anbrennen und wenn sie den Ball hatten, suchten sie mutig und meist über die Flügel den Weg nach vorne. Im offensiven Mittelfeld fiel vor allem der aus Kirchanschöring zurückgekehrte Alois Straßer als quirliger und immer gefährlicher Aktivposten auf. Das sah gut aus – und es war zielstrebig.

Doppelchance für starke Kastler

Nach achtzehn Minuten machte sich der couragierte Auftritt fast bezahlt. Kastl hatte die Riesenchance zur Führung: Michael Langenecker steckte halblinks auf engem Raum im Freisinger Strafraum fein den Ball durch auf Straßer. Der ging in zentraler Position auch am letzten Abwehrspieler vorbei – scheiterte aber aber im direkten Duell mit dem ihm entgegenstürzenden Gästekeeper Dominik Schlerf. Was für ein Ding!

Doch die Kastler hielten sich nicht lange damit auf, sich darüber zu grämen – und kamen keine zwei Minuten später zur nächsten guten Gelegenheit: nach einer Flanke von rechts außen kam Langenecker am langen Pfosten zum Kopfball – brachte das Spielgerät jedoch aus fünf Metern Entfernung nicht im Tor unter (20.).

Freising zeigt zu wenig – Kastl eine optimale Mannschaftsleistung

Was die Freisinger hier zeigten, ließ erahnen, warum sie auch gegen Erlbach zuhause nicht über einen Punkt hinausgekommen waren. Das war trotz der Hitze einfach zu wenig. Ganz im Gegensatz dazu die starken Kastler. Diese nahmen die Bedingungen besser an und verrichteten eine immense Laufarbeit. Dadurch, dass sie mit einer fast optimalen Raumaufteilung agierten und auch immer wieder früh störten, ließen sie die Gäste überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Immer sofort dran, eng am Mann, entschlossen, unbequem – aus Freisinger Sicht war das hier ein äußerst eklig zu spielender Gegner. Aus Sicht der Vetter-Truppe eine grandiose Mannschaftsleistung.

TSV Kastl - SE Freising

Auch in der Abwehr operierten die Schützlinge des TSV-Coaches für einen Landesliga-Neuling beeindruckend souverän und extrem konzentriert – bestens sortiert und aufmerksam ließen sie rein gar nichts zu. So gut wie jedes defensive Kopfballduell ging an die Hausherren. Die Angreifer der Freisinger machten keinen Stich. Und das entnervte die Gäste aus der Domstadt zusehends und raubte ihnen die Lust am Spiel. Es lief bei den Kastlern.

Nach 33 Minuten erspielten sie sich die nächste Möglichkeit: Leonhard Thiel bediente nach einer schönen Kombination auf halblinks mustergültig Michael Aigner. Der zog im Zentrum aus der Drehung heraus ab – drüber!

Kastl spielt beeindruckende Halbzeit – aber macht die Tore nicht

Es war eine tolle erste Halbzeit, welche der TSV hier auf den heimischen Rasen legte. Nicht nur in der Relegation, auch im erfolgreichen Auftaktmatch hatten die Kastler offensichtlich jede Menge Selbstvertrauen getankt. Und das wollten sie nutzen. Eine Führung der Gastgeber wäre völlig verdient gewesen. Mit ihrem Respekt abnötigenden Auftreten bei dieser Heimpremiere in der Landesliga setzten die Kastler ein erneutes Ausrufezeichen. Eine richtig starke Vorstellung. Allein es fehlten die Tore.

Das sollte sich auch mit der letzten Torgelegenheit für die klar überlegene Heimelf nicht ändern: Nach einem Freistoß von halbrechts war es wieder Langenecker, der in der Mitte zum Kopfball kam – doch auch dieser Versuch ging vorbei (43). Es blieb beim torlosen Unentschieden zur Halbzeit.

TSV lässt auch nach der Pause nicht nach

Wer vielleicht geargwöhnt hatte, dass die Kastler in der zweiten Hälfte den vielen zurückgelegten Kilometern und dem hohen Tempo, das sie angeschlagen hatten, würden Tribut zollen müssen, sah sich getäuscht. Zwar war die Dominanz der Heimelf im zweiten Durchgang nicht mehr ganz so deutlich, aber die Hausherren waren weiterhin jederzeit auch Herr des Geschehens.

Wo auch immer sie nach der relegationsbedingt unfassbar kurzen Pause diese Kräfte hernahmen – aber neben dem Fakt, dass sie hier ein grundsolides Spiel auf gutem Landesliga-Niveau zeigten, liefen die Kastler ihren Konkurrenten schlicht und einfach den Schneid ab! Und die Freisinger gaben nach. Wer hier den größeren Willen hatte, unbedingt wollte und mit dem dafür nötigen Biss zu Werke ging, war in jeder Minute dieses Spiels zu spüren.

Das Spielglück belohnt die Tüchtigen

Hatten sie in der ersten Halbzeit noch versäumt ihre Tormöglichkeiten auch in Zählbares zu verwandeln und sich für ihre Leistung zu belohnen, half den Kastlern nach einer guten Stunde das Glück der Tüchtigen: Nach einem durch die Gasse in den Sechzehner gelegten Ball kam Tobias Urban im Laufduell mit Freisings letztem Abwehrspieler kurz vor dem Tor zu Fall – und Schiedsrichter Matthias Zacher zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine für die Kastler äußerst schmeichelhafte Entscheidung. Die wütenden Proteste der Gäste waren wohl nicht ganz unberechtigt.

Der gefoulte Urban trat selbst an und verwandelte den fälligen Strafstoß ruhig und abgeklärt: Schlerf sprang verladen nach links, der Ball zappelte rechts unten in den Maschen (62.). Auch wenn der Elfmeter wohl nicht berechtigt war – die Führung selbst war überfällig und hochverdient.

Unverändertes Bild auch nach der Führung

Die Freisinger reagierten auf den Rückstand, der konsequentes Ergebnis ihre bisherigen Spielweise war, so gut wie gar nicht. Sie spielten einfach weiter ihren Stiefel runter. Gegen Kastler, denen die Freude hier in der Landesliga vor eigenem Publikum auflaufen zu dürfen regelrecht anzumerken war, hatten sie so keinerlei Chance zurückzukommen. Schwach, was die Domstädter hier zeigten. Und für den eigenen Anspruch sicher viel zu wenig.

Den Kastlern war das egal. Sie machten einfach da weiter, wo sie nie aufgehört hatten – und setzten Vetters Spielplan nahezu perfekt um. In der zweiten Hälfte sicherlich etwas ruhiger, besonnener, die natürlich schwindenden Kräfte etwas ökonomischer haushaltend – aber auch das zeigte eben Klasse. Trotzdem nahm die Heimelf weiter jeden Zweikampf an und war wie in Halbzeit Eins eigentlich immer einen Schritt schneller, als die zunehmend lethargisch wirkenden Gäste. Angriffe, die auch zu torgefährlichen Abschlüssen führten hatten weiter nur die Einheimischen.

In Minute 79 prüfte Langenecker von der Strafraumgrenze alle Künste des Gästetorhüters. Aus zentraler Position zog er beherzt ab – und zwang Schlerf, der den Ball gerade noch aus der linken Ecke fischte, zu einer Glanzparade.

Urban und Langenecker machen erfolgreiche Heimpremiere perfekt

Kurz vor ultimo machten die Kastler schließlich den sensationellen Landesliga-Auftakt perfekt und den Deckel auf ihren zweiten Saisonsieg: Ohne damit irgendeinen Effekt gegen die fehlerlose Abwehr des TSV zu erzielen, hatten die Freisinger halbherzig ihre Reihen geöffnet. Einen der darauf folgenden Konter konnten sie nur mittels eines Foulspiels an der Außenlinie beenden. Den Freistoß 35 Meter vor dem Tor brachte Urban von links mit schönem Schnitt herein, in der Mitte sprang Langenecker höher als sein Gegenspieler und setzte den Ball per Kopf platziert und unhaltbar gegen die Laufrichtung von Schlerf zum 2:0 ins Netz (89.).

Nachdem auch ein paar Nachspielminuten ohne Schwierigkeiten absolviert worden waren, war Schluss in Kastl. Und der Schlusspfiff Start zu einer Jubelfeier. Freudestrahlende Kastler Kicker fielen sich um den Hals. Wahnsinn – was für einen Landesliga-Auftakt sie hingelegt hatten. Zwei Spiele, zwei Siege, zu Null im Heimspiel – besser geht nicht. Der TSV Kastl grüßt vorerst von der Tabellenspitze!

Verdienter Heimsieg – Kastl als Tabellenführer zum Derby nach Töging

Trainer Sven Vetter wars zufrieden: „Überragend! Überragende Leistung meiner Jungs. Von Anfang bis Ende.“, brachte es der Coach auf den Punkt. Das heiß erwartete Derby am Mittwoch in Töging kann kommen. Das „gallische Dorf“ Kastl scheint gerüstet!

Quelle: rosenheim24.de

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