Direkt: "Bundesliga oder 2. Liga: Das ist und bleibt mein Traum!"

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Andreas Voglsammer wurde mit dem TSV 1860 Rosenheim Bayernligameister und wechselte anschließend nach Unterhaching

Beinschuss-Reporter Christoph Herberth hat sich mit Andreas Voglsammer von der SpVgg Unterhaching unterhalten. Der Drittliga-Torjäger spricht dabei über seinen Alltag, persönliche Ziele und seine Verbundenheit zu 1860 Rosenheim.

Das Interview führte Christoph Herberth

Andreas Voglsammer wurde in der Jugend beim FC Bayern München ausgebildet und wechselte anschließend zum Karlsruher SC, wo er mit gerade einmal 18 Jahren seine ersten Zweitligaerfahrungen sammeln durfte. Beim KSC sah der ehemalige Jugendnationalspieler allerdings keine Zukunft, weshalb er sich für einen Wechsel zum TSV 1860 Rosenheim und eine Berufsausbildung entschied. Voglsammer schoss die Rosenheimer schließlich in die Regionalliga und wechselte anschließend zur Spielvereinigung Unterhaching. Der 23-jährige hat sich zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt und zählt mittlerweile zu den besten Stürmern der dritten Liga.

beinschuss.de: Servus Andi, ihr habt bereits am 5. Januar mit der Vorbereitung begonnen. Wie oft wird trainiert, fahrt ihr ins Trainingslager?

Voglsammer: Im Vergleich zu anderen Mannschaften im Profibereich trainieren wir in Unterhaching nicht ganz so oft, dafür sind die einzelnen Trainingseinheiten etwas länger. Wir werden aus finanziellen Gründen die gesamte Vorbereitung über in Unterhaching trainieren, bei den aktuellen Bedingungen ist das aber überhaupt kein Problem, die Platzverhältnisse sind für diese Jahreszeit einwandfrei. Das erste Pflichtspiel bestreiten wir bereits am 31.01. in Großaspach, die ersten Tage und Wochen der Vorbereitung sind somit sehr intensiv.

Ihr überwintert auf dem 14. Tabellenplatz. Auf was kommt es in den restlichen Saisonspielen an, was müsst ihr im Vergleich zur Hinrunde verbessern um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen?

VoglsammerDer Tabellenplatz lässt uns schlechter aussehen, als wir eigentlich sind. Spielerisch können wir mit jeder Mannschaft in der Liga mithalten. Wer die dritte Liga regelmäßig verfolgt, wird das bestätigen können. Natürlich dürfen wir uns nicht nur auf unsere spielerischen Qualitäten fokussieren, sondern am Schluss wird auch der unbedingte Wille und die mannschaftliche Geschlossenheit ausschlaggebend sein. Wir haben uns das Leben in der Hinrunde oft durch individuelle Fehler selber schwer gemacht. Wenn wir das abstellen können, müssen wir uns überhaupt keine Sorgen machen.!

Mit sechs Treffern zählst du zu den besten Torschützen in der Mannschaft, wie zufrieden bist du mit deiner eigenen Leistung? 

Voglsammer: Wenn ich noch meine 10 Assists hinzunehme, kann ich ganz zufrieden sein. Ich hätte aber auch nichts gegen das ein oder andere Tor mehr auf meinem Konto. Als Stürmer wird man nunmal nur an seinen Toren gemessen. An erster Stelle steht jedoch der mannschaftliche Erfolg, das ist für mich viel wichtiger.

In der vergangenen Saison standen dir nach 35 Spieltagen 10 Tore zu Buche, was hast du dir für diese Saison vorgenommen?

Voglsammer: : Natürlich steckt man sich jedes Jahr neue Ziele und will sich auch ständig verbessern. Wenn es mehr als 10 werden, habe ich nichts dagegen. Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg.

Du bist 2012 vom TSV 1860 Rosenheim nach Unterhaching gewechselt, hast dich dort zum absoluten Stammspieler entwickelt und dadurch natürlich auch Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt. Wie schaut deine weitere Karriereplanung aus?

Voglsammer: Um meine Karriereplanung kümmert sich in erster Linie mein Berater. Er verwaltet meine Angebote und hält mir in dem Bereich komplett den Rücken frei, sodass ich mich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren kann. Ich bin mittlerweile 23 Jahre alt, natürlich möchte ich bald den nächsten Schritt machen und in der ersten oder zweiten Bundesliga spielen. Das ist mein Ziel, dafür gebe ich jeden Tag Vollgas.

Gibt es bereits interessante Angebote, was ist für dich wichtig?

Voglsammer: Mein Vertrag in Unterhaching läuft noch bis Sommer. Es gab und gibt immer wieder Angebote. Ich werde gemeinsam mit meinem Berater und dem Verein die möglichen Optionen  abwägen. Wichtig ist, dass ich mich bei einem Verein wohlfühle und auch die sportliche Perspektive stimmt. Wenn das Gesamtpaket passt, werden wir eine Entscheidung treffen.

Du bist mit dem TSV 1860 Rosenheim als Bayernligameister in die Regionalliga aufgestiegen und hattest mit 12 Treffern maßgeblichen Anteil daran. Was ist dir in Rosenheim in Erinnerung geblieben?

Voglsammer: Das Jahr in Rosenheim war super. Unsere mannschaftliche Geschlossenheit auf und neben dem Platz war sensationell, das war auch der Grund für den sportlichen Erfolg. Der Abschied ist mir nach dem Regionalligaaufstieg nicht leicht gefallen. Meine Entscheidung war aber nachvollziehbar und für meine Karriere auch richtig. 

Hast du noch Kontakt zu deinen Ex-Kollegen, verfolgst du weiterhin das Geschehen in Rosenheim? 

Voglsammer: Wenn man fast täglich zusammen ist und gemeinsame Erfolge feiert, entstehen schnell neue Freundschaften. So war das auch in Rosenheim. Ich habe mir das ein oder andere Spiel, wie das Totopokalfinale gegen Burghausen und das DFB-Pokal-Spiel gegen Aalen angeschaut und stehe auch noch mit ein paar Spielern hin und wieder im Kontakt. Von der aktuellen Mannschaft kenne ich aber kaum noch jemanden.

Vor deinem Engagement in Rosenheim, hast du in Karlsruhe mit gerade einmal 18 Jahren bereits Zweitligaluft schnuppern dürfen, was hat dir damals gefehlt?

Voglsammer: Ich war körperlich und auch psychisch noch nicht bereit. Mir sind im Profibereich viele Abwehrspieler größenmäßig überlegen. Das versuche ich durch Schnelligkeit und Athletik zu kompensieren. In diesem Bereich habe ich mich in den letzten Jahren stark verbessert. Ich trainiere fast täglich und bin deutlich fitter wie noch vor einigen Jahren. Ich denke, das war in Karlsruhe mein größtes Manko.

Fünf Jahre später bist du erneut auf dem richtigen Weg, sehen wir Andreas Voglsammer in der kommenden Saison wieder in Liga zwei?

Voglsammer: Die zweite oder sogar die erste Liga ist und bleibt mein Traum. Dafür arbeite ich hart und dieses Ziel will ich unbedingt erreichen. Doch jetzt hat erst einmal die Spielvereinigung Priorität. Wie es dann im Sommer für mich weitergeht, werden wir sehen.

Vielen Dank für das Gespräch

Quelle: rosenheim24.de

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