Testspiel im Rahmen der Festwoche "50 Jahre TSV Eiselfing"

Bayern besiegt Rosenheim bei Volksfeststimmung

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Zu einem Testspiel bei Volksfestatmosphäre trafen sich in Eiselfing der TSV 1860 Rosenheim und die U23 des FC Bayern München.

Eiselfing - Ein Testspiel, das zum Familienfest wurde. Bei strahlendem Sonnenschein trafen im Rahmen der Festtage anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des TSV Eiselfing die Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim und FC Bayern München II auf dem Sportplatz in Eiselfing aufeinander. Das Ergebnis war zweitrangig – zu sehr steckten beide Teams in der Frühphase der Saisonvorbereitung. Aber viele Fußballfans - und ebenso viele Familien - schauten gerne zu, entpuppte sich die Partie doch als absolut gelungener Familienevent.

aus Eiselfing berichtet Christian Schulz

Der TSV Eiselfing hatte geladen und die Organisation federführend übernommen - und die Spieler beider Mannschaften fühlten sich wohl auf dem Gelände. "Die Atmosphäre ist toll, hier herrscht absolute Volksfeststimmung!", betonte ein sichtlich gut gelaunter 1860-Trainer Klaus Seidel. Auch Heiko Vogel, Trainer der kleinen Bayern, zeigte sich von der Atmosphäre beeindruckt: "Wir kommen sehr gerne und gratulieren den Organisatoren zu diesem tollen Fest!", so Vogel.

Tolle Atmosphäre, buntes Drumherum und Beinschuss-Torwand

Von DJ-Sound bis hin zur bayerischen Musi durch die "Bomshamer", die für zünftige Momente sorgten - die Partie der beiden Vereine lockte über 1.000 Zuschauer auf Tribüne und Umrandung des Sportplatzes in Eiselfing. Jugendleiter Andreas Kubik vom TSV Eiselfing war der Cheforganisator des Ganzen und Koordinator von rund 80 ehrenamtlichen Helfern. Er gestaltete das Programm und brachte zwei Dutzend Einlaufkinder zum Staunen.

Sie durften in Beinschuss-T-Shirts mit den Spielern aufs Feld laufen und bis zum Anpfiff neben den Mannschaften stehen. "Ich fand's ganz toll", freute sich ein Bub des TSV Eiselfing, der Hand in Hand mit einem Bayernspieler auf den Rasen lief. Hüpfburg, Autoausstellung, eine Darbietung von Chiara Eder aus Soyen und das Torwand-Schießen der Redaktionen "Beinschuss" und "Wasserburg24" komplettierten den stimmungsvollen Donnerstagabend in Eiselfing.

Tolle Erinnerungen an eine unvergessliche Saison.

Unmittelbar vor dem Spiel wurden noch die beiden Aufstiegshelden Christoph Wallner (1.FC Nürnberg II) und Raphael Obermair (FC Bayern München II, momentan allerdings verletzt), welche den TSV 1860 Rosenheim verlassen haben, offiziell und feierlich verabschiedet und bekamen vom Verein ein tolles Geschenk überreicht. Das gerahmte Trikot mit den Aufstiegserinnerungen dürfte mit Sicherheit einen Ehrenplatz in der Wohnung beider erhalten.

Bei tropischen Temperaturen gerät das Spiel zur Nebensache

Dass das Spiel selbst angesichts des tollen Rahmenprogramms nicht zum absoluten Highlight mutierte, war nebensächlich. Und sowohl verschmerzbar, als auch von vorneherein klar. Zu sehr steckten dafür beide Teams in der ersten bzw. zweiten Woche der Vorbereitung auf die neue Saison. Und zu lange war vor allem auch die anstrengende letzte Saison der Rosenheimer gewesen – und dementsprechend kurz die Pause. Nur knapp zwei Wochen hatten die Sechziger frei – und somit kaum Zeit den riesigen Erfolg auch einmal sacken zu lassen, den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu schöpfen.

Bereits während der vergangenen Woche ging es wieder los. Sieben Trainingseinheiten die Woche, an einem Tag gleich deren zwei, nur ein Wochentag frei. Daneben arbeiten, studieren oder Schule – ein hartes Programm nach einer kaum existenten Erholungspause. Und da am Anfang jeder Vorbereitung – ob lange oder kurz – an körperlichen Grundlagen und Kraftausdauer gearbeitet wird, hatten es besonders die ersten intensiven Trainingstage der Rosenheimer in sich. Vier solcher anstrengenden Einheiten aus den unmittelbaren Vortagen hatten die Sechziger in den Beinen – und das sah man auch.

Beide Teams stecken mitten in der Frühphase der Vorbereitung

Nur ein klein wenig weiter sind die kleinen Bayern. Auch die U23 von der Säbener Straße steht noch ganz am Anfang ihrer Vorbereitung. Durch die vielen Ab- und Zugänge steht auch dort sicherlich zunächst das Kennenlernen der Charaktere und Abläufe auf dem Programm. Beide Teams also doch ein ganzes Stück entfernt von ihrem normalen Wettkampfmodus. Die Temperaturen von über 30 Grad taten ihr übriges. Wer hier ein flottes Spiel auf Regionalliga-Niveau erwartet hatte, war entweder etwas naiv oder ein gnadenloser Optimist. Es standen, wie erwähnt, andere Dinge im Vordergrund. Aber beide Mannschaften sehen sich ja auch zu Punktspielen wieder.

1860 Rosenheim - FC Bayern II

Zudem testeten auch beide ausgiebig. Beide liefen mit fast komplett unterschiedlichen Teams in beiden Halbzeiten auf. Jeder sollte die Chance bekommen, sich zu zeigen. Und jeder sollte mit den Kräften haushalten. Darüber hinaus wollten natürlich auch die Trainer die ein oder andere Sache ausprobieren, die man sich in einem Wettkampf um Punkte nicht unbedingt leistet und die auch nicht auf Anhieb funktionieren. Die Rosenheimer begannen dabei in Hälfte eins eher mit dem zweiten Anzug.

Einige Neulinge im Trikot der Sechziger

Und so war das vielleicht spannendste an diesem Spiel, die bisherigen Neuzugänge der Rosenheimer einem ersten Augenschein zu unterziehen: Adnan Tchadizinde machte dabei in der Defensive ebenso eine gute Figur, wie Burhan Bahadir im Mittelfeld. Beide sind aus der eigenen U19 des Vereins aufgerückt. Gute Jugendarbeit macht sich eben bezahlt.

Zum ersten Mal im Trikot der Sechziger - Malcom Olwa-Luta.

Daneben debütierten im Trikot der Roten Maximilian Mayerl (FC Kufstein), Malcom Olwa-Luta (SV Heimstetten), Mathias Heiß (FC Ingolstadt II) und Alexander Zetterer (FC Deisenhofen). Vor allem Letzterer, der aus der äußerst spielstarken Bayernliga-A-Jugend der Oberhachinger Blauhemden hervorgegangen ist, gefiel mit einigen sehenswerten Bällen in der Spieleröffnung.

Bayern gewinnen Test von begrenztem Wert leicht und locker

Die Chronologie des Aufeinandertreffens ist schnell erzählt: Die Bayern hatten gegen die Rosenheimer, die in Relation gegen solche hochkarätigen Gegner doch mehr über mannschaftliche Geschlossenheit und Laufarbeit kommen müssen, klare Vorteile. Rosenheim fand offensiv so gut wie nicht statt, tat sich phasenweise schwer sich zu befreien und die Münchner kontrollierten weitestgehend Ball und Gegner. Was für die Rosenheimer bei hochsommerlichen Temperaturen noch mehr Laufarbeit bedeutete.

Bei der ein oder anderen schnellen Spielverlagerung oder maßgenauen Diagonalbällen zeigte sich auch, dass die Sechziger doch noch einigen Nachholbedarf in Sachen Verschieben besitzen, was das hohe Niveau, welches in der Regionalliga nun regelmäßig verlangt werden wird, angeht. Dies dürfte auch Coach Klaus Seidel als einen Erkenntniswert dieses ersten Tests erkannt haben und seinen Spielern in der restlichen Vorbereitung und vor allem im Trainingslager kommende Woche den nötigen taktischen Feinschliff verpassen.

Nach knapp zwanzig Minuten ging der Bundesliga-Nachwuchs der Bayern verdientermaßen in Führung. Milos Pantovic, der bereits einen Kurzeinsatz gegen Werder Bremen in der Ersten Liga verbuchen kann, war zu schnell für die Rosenheimer Abwehr, gab vom rechten Flügel flach und scharf nach innen und Freiburg-Rückkehrer Marco Hingerl ließ Mario Stockenreiter, der in der ersten Hälfte das Tor der Innstädter hütete, keine Chance – 0:1.

Hingerl, Pantovic, Pohl und Lappe treffen für die Münchner

Bis zur 60. Minute tat sich dann nichts mehr Erwähnenswertes - bis auf die Tatsache, dass in der Halbzeitpause beiderseitig kräftig durchgewechselt wurde. Die Münchner weiter tonangebend, wie in Hälfte eins allerdings mit nur wenigen zwingenden Chancen. Nach einer Stunde erhöhten die Bayern auf 0:2: Ein überflüssiger Ballverlust der Rosenheimer wurde sofort bestraft. Schnelle Verlagerung, Diagonalball von Niklas Dorsch nach halbrechts in den Strafraum auf Karl-Heinz Lappe - und der gab herein in die Mitte, wo Pantovic vollendete.

Neun Minuten vor dem Ende flankte Bayerns Michael Strein wieder von rechts, weder Abwehrspieler noch Torwart Dominik Süßmaier konnten eingreifen, im Zentrum schaltete Felix Pohl am schnellsten - und stellte auf 0:3. Kurz vor Schluss gelang Lappe nach tollem Sololauf mit einem feinen Schlenzer aus etwa zwanzig Metern sogar noch das 0:4 (89.).

Die letzten beiden Tore aus Sicht der Rosenheimer sicherlich ärgerlich, weil sie ebenso vermeidbar waren, wie nicht mehr hätten sein müssen. Allzu ernst nehmen braucht dieses Resultat allerdings keiner. Die wenigen Erkenntnisse, die man aus so einem Sommer-Kick ziehen kann, sind andere und zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung sind solche Spiele sicherlich toll fürs Prestige und um sich seinem Publikum auch zu zeigen – aber sportlich in weiten Teilen doch ein Muster von äußerst begrenztem Wert.

Spieler zum Anfassen - ein toller Event für Eiselfing

Den Eiselfingern und den zahlreichen Zuschauern jedenfalls hat es gefallen. Und genau darum ging es hauptsächlich. Wichtig für die vielen Kids und Teenager war nach dem Spiel vor allem das Selfie mit Spielern, die Autogramme und das gemeinsame Toben auf dem Sportplatz-Areal. Lucas Scholl vom FC Bayern II war bei den jungen Fans besonders begehrt. Alle Spieler beiden Teams waren geduldig und lächelten in die Kamera, unterschrieben auf Caps oder ratschten mit den Besuchern.

Eine tolle entspannte Atmosphäre, bei der vor allem die Rosenheimer einmal mehr ihr sympathisches Gesicht zeigten. "Eine runde Sache eben!", lächelten Verantwortliche des TSV Eiselfing. Genau so war es schließlich auch geplant. Und das Wetter hatte auch mitgespielt.

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cs / Regina Mittermair

Quelle: rosenheim24.de

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