Pokal: TSV Buchbach - FC Memmingen 2:4

Buchbach verliert Pokalfight

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Autsch! Buchbach am Boden - und raus aus dem BFV-Pokal.

Buchbach - Nach dem Märchen ist vor dem DFB-Pokal, dachten sich die Buchbacher. Doch daraus wurde nichts. Nach mehreren fatalen Abwehrschnitzern und einem frühen Platzverweis verloren die Hausherren die heiß umkämpfte Partie gegen den FC Memmingen mit 2:4.

aus Buchbach berichtet Christian Schulz

Beim TSV Buchbach stieg innerhalb weniger Tage bereits das zweite Spiel mit ganz besonderem Charakter. Nach dem tollen Erfolg gegen den Regionalliga-Spitzenreiter Jahn Regensburg inklusive bundesweiter TV-Präsenz hieß es am Mittwoch Abend im bayrischen Verbandspokal zu bestehen: Zu Gast im Toto-Cup waren die Liga-Genossen vom FC Memmingen. Und Buchbachs Fußball-Abteilungsleiter Günther Grübl hatte eine klare Losung ausgegeben: "Entscheidend wird sein, nach dem Livespiel auf SPORT1 den Schalter umzulegen. Wir müssen jetzt den Kopf frei bekommen und uns wieder auf den Alltag fokussieren. Unser Ziel ist ganz klar das Finale!" Und wohl nicht nur das - schließlich kann man mit einem Sieg im Endspiel in die Hauptrunde des DFB-Pokals einziehen.

Während die Oberbayern als Neunter mit einem beruhigenden Punktepolster den Klassenerhalt nahezu gesichert haben, stecken die auf Rang 13 platzierten Allgäuer, welche seit vier Spielen auf einen Sieg warteten, mitten im Abstiegskampf. Das Ligaspiel zuletzt gewann der TSV knapp mit 1:0. Und auch Grübl prognostizierte eine enge Partie: "Memmingen ist keine Laufkundschaft, das hat ja auch das Ligaspiel gezeigt. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, beide Teams sind im Grunde auf Augenhöhe. Entscheidend wird die Tagesform sein."

Hektische Anfangsphase

Von Beginn an entwickelte sich ein klassischer Pokalfight. Beide Teams versuchten mehr über eine kompromisslose Zweikampfführung ins Spiel zu kommen, als über ihre spielerischen Mittel. Gerade die Anfangsviertelstunde war daher von Hektik geprägt.

Service:

Gleich in der vierten Minute die erste Aufregung. Und der erste Treffer. Der Memminger Kapitän Andreas Mayer produzierte eine Kerze am eigenen Fünfereck, nach einem Luftduell legte Buchbachs Simon Motz quer und Lukas Dotzler verwandelte trocken links unten. Mit einer solch frühen Führung des TSV hatten wohl die Wenigsten gerechnet.

Doch Memmingen zeigte sich ob dieses fatalen Lapsus nicht etwa geschockt. Sofort wollte man die Scharte auswetzen und wurde selber offensiv. Unglücksrabe Mayer mit dem ersten Versuch einer Rehabilitation. Seinen platziert in linke untere Eck getretenen Freistoß konnte Buchbachs Keeper Thomas Reichlmayr aber mit einer starken Parade entschärfen (6.).

Zwei Glanzparaden und ein dicker Patzer

Nach dreizehn Minuten fast eine Wiederholung der ersten Szene des Spiels. Auch Buchbach mit einer Kerze im eigenen Sechzehner. Im anschließenden Gewühl landete die Kugel irgendwie bei Mayer, der zog aus zentraler Position ab - aber auch diesen Ball fischte Reichlmayr aus der Ecke. Beim folgenden Eckball allerdings zeigte er sich indisponiert: Der Buchbacher Torhüter sprang am Ball vorbei und Memmingens Denis Hoffmann musste auf der Linie stehend nur noch einschieben - 1:1 (13).

Seine Vorderleute wollten dem anscheinend in Nichts nachstehen: Keine zwei Minuten später überwand ein hoher langer Ball von Memmingens Spielgestalter Vinko Sapina die gesamte Buchbacher Abwehr. Fabian Krogler lief alleine auf Reichlmayr zu und hatte keine Probleme den Schlussmann zu überwinden (15.).

Rote Karte für Petrovic

In der Folge dann ein zerfahrener Kick, dem die großen spielerische Linie fehlte. Beide Mannschaften verloren sich in Zweikämpfen, das Spiel wurde immer wieder durch unzählige kleine Fouls unterbrochen. Dies hatte zur Konsequenz, dass Schiedsrichter Johannes Huber einige Male den Karton zücken musste: Für Buchbachs Aleksandro Petrovic war dann auch nach 25 Minuten Schluss. Nach Gelb wegen Meckerns holte er sich für eine dumme Grätsche am Mittelkreis die zweite Karte.

Nach einer kurzen Ruhephase überschlugen sich gute zehn Minuten später noch einmal die Ereignisse: Wieder pennte Buchbachs Abwehr. Muriz Salemovic nutzte dies, ging halblinks an allen vorbei und legte den Ball von der Grundlinie überlegt diagonal zurück auf Mayer. Der verzögerte kurz, schlug noch einen Haken und schloss mit einem satten Schuß zum 1:3 ab (34.). Mit diesem Resultat ging es dann auch in die Halbzeit.

Zehn Buchbacher versuchen noch einmal alles

Auch in Hälfte zwei Buchbach mit einem Blitzstart: Maximilian Bauer brach auf rechts durch. Seine Hereingabe fand Dotzler, doch der Ball wurde in letzter Sekunde von der Linie gekratzt (49.). Memmingen antwortete eine Viertelstunde später: Nach einer Ecke kam Edgar Weiler völlig frei zum Kopfball - drüber (64.).

Als alle dachten, dass Spiel würde für die dezimierten Buchbacher langsam aber sicher zu einem unmöglichen Unterfangen werden, war es erneut Dotzler, der die Partie wieder spannend machte. Von Patrick Drofa am rechten Fünfereck in Szene gesetzt, ließ er Gästekeeper Philipp Beigl keine Chance (68.).

Mit letzter Kraft warfen die Hausherren in den letzten zwanzig Minuten noch einmal alles nach vorne. Wirkliche Chancen sprangen dabei allerdings nicht heraus. In dieser Phase verpassten es die Gäste einen ihrer Konter zu Ende zu spielen und die Partie frühzeitig zu entscheiden. Dies hoben sie sich für die Nachspielzeit auf: Mayer narrte halbrechts die entblößte Buchbacher Abwehr und markierte humorlos den 2:4 Endstand (93.). Buchbachs Pokaltraum war ausgeträumt.

Schalding verpasst die Sensation - 1:3-Pleite gegen Würzburg

aus Schalding berichtet Max Böning

Gegner der Memminger im Halbfinale sind die Würzburger Kickers. Der Drittligist setzte sich wie erwartet gegen den SV Schalding-Heining durch. Auswärts war es aber ein hartes Stück Arbeit für die Elf von Bernd Hollerbach.

Denn praktisch mit der ersten Chance ging der Regionalligist in Führung: Schaldings Goalgetter Pillmeier netzte nach acht Minuten überlegt ein. Gutjahr glich noch vor der Pause für Würzburg aus. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie am Reuthinger Weg umkämpfter, unter der Leitung von Florian Kornblum (Chieming) sorgte Nagy knapp zehn Minuten vor dem Ende für das 1:2 und die Entscheidung.

In der Nachspielzeit markierte Gutjahr noch den dritten Treffer der Franken. Schalding kämpfte vorbildlich, steht aber vor dem wichtigen Auswärtsspiel am Samstag in Aschaffenburg mit leeren Händen da.

Quelle: rosenheim24.de

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