Khedira fehlt sicher - Schweinsteiger wohl auch

Löw: "Bringe keinen Spieler, der nicht das Tempo gehen kann"

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Bundestrainer Joachim Löw will kein Risiko mehr eingehen.

Evian - Weltmeister Deutschland wird im EM-Halbfinale am Donnerstag in Marseille gegen Frankreich sicher auf Sami Khedira und ziemlich sicher auch auf Bastian Schweinsteiger verzichten müssen.

"Sami Khedira wird auf keinen Fall spielen können. Wir werden aber alles dafür tun, dass er in einem möglichen Finale zur Verfügung steht", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Montag.

Khedira hat beim Viertelfinal-Sieg gegen Italien (6:5 i.E., 1:1 n.V.) eine Adduktorenverletzung im Bereich des linken Oberschenkels erlitten. Für den Rest des Turniers ausfallen wird Mario Gomez (Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel), Mats Hummels ist gegen Frankreich gesperrt.

Löw deutete auch an, dass Kapitän Schweinsteiger gegen den EM-Gastgeber nicht spielen wird. "Eines ist klar: Spieler, die angeschlagen sind, die nicht 100 Prozent belastbar sind, lasse ich definitiv nicht spielen", erklärte er: "Den Fehler haben wir einmal gemacht vor vielen, vielen Jahren, den mache ich nicht mehr. Dann kommen andere - und dann spielen die." Schweinsteiger plagt eine Zerrung im rechten Knie.

"Ich hoffe und wünsche mir, dass Bastian es schafft", sagte Löw: "Aber ich bringe im Halbfinale oder Finale keinen Spieler, der nicht 100 Prozent das Tempo gehen kann. Wir können uns nicht erlauben, vielleicht schon nach 15 Minuten zu wechseln."

Welche Geschichte er mit dem Fehler meinte, wollte Löw nicht erläutern: "Das müsste ich ganz tief rausholen. Das ist fast schon in Vergessenheit." Sehr wahrscheinlich bezog er sich aber auf den damaligen Kapitän Michael Ballack, der gehandicapt durch eine Wadenverletzung ins EM-Finale 2008 ging. Deutschland verlor damals 0:1 gegen Spanien.

Löw beeindruckt von Frankreich: "Schwieriger auszurechnen als Italien"

Bundestrainer Joachim Löw zeigt sich beeindruckt von Halbfinal-Gegner Frankreich. "Sie haben ein überragendes Spiel gemacht", sagte er und ergänzte mit Blick auf Deutschlands Viertelfinal-Gegner: "Die Italiener haben die besten Automatismen, aber sie sind ausrechenbar. Frankreich ist mit seinen ständigen Positionswechseln viel schwieriger auszurechnen."

Die Franzosen hätten "ein bisschen Schwierigkeiten gehabt, ins Turnier reinzukommen. Aber dadurch, dass sie einige Spiele in der Endphase gewonnen haben, haben sie sehr gute Moral. Und das frühe Tor gegen Island war eine Befreiung. Sie strotzen vor Selbstbewusstsein, haben Dynamik, Kraft und Wucht und spielen zu Hause". Dennoch wisse sein Team, "was wir zu tun haben".

Den Favoriten-Status will Löw den Franzosen aber nicht zuschieben. "Es wäre leicht zu sagen: Wir haben Verletzte, sie haben den Heimvorteil", sagte er: "Aber das spielt in 90 oder 120 Minuten überhaupt keine Rolle. Das wird wieder ein Spiel auf Augenhöhe. Ich freue mich drauf, denn ich liebe solche K.o.-Spiele gegen starke Mannschaften."

SID

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