Verfolger patzen

Bayern unaufhaltsam - Nürnberg mit Premiere

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Der 1. FC Nürnberg feierte den ersten Sieg der Saison.

Düsseldorf - Der Bundesliga droht im Meisterkampf noch mehr Langeweile als im Vorjahr. Unaufhaltsam stürmt der FC Bayern zum womöglich schnellsten Titel. Auch in Nürnberg und Hannover gab es Grund zur Freude.

Der Branchenführer dominiert, die Verfolger schwächeln. Die Bayern peilen den schnellsten Titelgewinn der Bundesligageschichte an. Nach dem 18. Spieltag führen sie die Tabelle bereits mit zehn Punkten an - und können diesen Abstand am Mittwoch in der Nachholpartie beim VfB Stuttgart noch vergrößern. Voller Ehrfurcht kommentierte der Mönchengladbacher Max Kruse nach dem 0:2 seines Teams im Topspiel die Alleinherrschaft des Gegners: „Die Bayern haben gezeigt, dass sie so schnell wie möglich wieder Meister werden wollen.“

Nach der 42. Begegnung in Serie ohne Niederlage ist das Team von Trainer Pep Guardiola auf gutem Weg, sogar den bisherigen Bestwert aus dem Vorjahr zu toppen, als die Meisterschaft bereits am 28. Spieltag perfekt war. Der große Konkurrenzdruck innerhalb des Kaders, dem am Freitag selbst Münchens bester Torschütze Mario Mandzukic zum Opfer fiel, verhindert voreilige Genügsamkeit. Unersättlich nahm Kapitän Philipp Lahm das nächste Ziel ins Visier: „Wir wollen den perfekten Start in die Rückrunde. Deshalb zählt in Stuttgart nur ein Sieg.“

Die Hoffnungen vieler Fußballfans auf mehr Spannung im Titelkampf erwiesen sich als Wunschdenken. Wie schon vor der Winterpause enttäuschten die Verfolger aus Leverkusen und Dortmund auch beim Rückrundenstart. Der Zweite aus Leverkusen verlor beim 2:3 in Freiburg sein drittes Spiel in Serie. Und der Dritte aus Dortmund blieb beim 2:2 gegen den FC Augsburg im vierten Heimspiel nacheinander ohne Sieg.

„Das war kein Traumstart und fühlt sich richtig bescheiden an“, kommentierte BVB-Coach Jürgen Klopp den erneut verkrampften Auftritt seines Teams. Die anhaltende Heimschwäche der Borussia veranlasste auch Torhüter Roman Weidenfeller zu deutlichen Worten: „Unser Stadion ist ein Selbstbedienungsladen. Das darf nicht passieren.“

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Ähnlich groß war der Frust der Leverkusener. Mit der Last-Minute-Schlappe in Freiburg brachte sich die Werkself um die Chance, den zweiten Tabellenplatz zu festigen. „Ein Punkt hätte uns aufgrund der anderen Ergebnisse gereicht. Das ist ärgerlich“, kommentierte Sportchef Rudi Völler.

Neben den Bayern sorgten die Teams aus Nürnberg und Hannover für die Schlagzeilen des Wochenendes. Den Franken gelang beim 4:0 über Hoffenheim der erste Saisonsieg. Bei den Norddeutschen feierte Bundesliga-Novize Tayfun Korkut dank des überraschenden 3:1 in Wolfsburg einen Traumeinstand als Trainer.

Noch in der Kabine befreiten die Nürnberger Profis ihren Trainer von seinem Bart. Gertjan Verbeek hatte kurz vor Weihnachten geschworen, erst nach dem ersten Saisonsieg zum Rasierer zu greifen. „Ich bin froh, dass mein Bart endlich ab ist. Meine Haare auf dem Kopf bleiben aber lang“, scherzte der Niederländer.

Trotz aller Freude über den Coup beim mit Neuzugang Kevin de Bruyne verstärkten und hochgehandelten VfL Wolfsburg ging es bei Hannover 96 weniger emotional als in Nürnberg zu. Bis auf eine geballte Faust beim Abpfiff ließ Korkut keine Gefühlsregung erkennen. Bescheiden und unaufgeregt ließ der Türke den ersten Saison-Auswärtssieg seines Teams Revue passieren: „Das bedeutet noch gar nichts, auch nicht für mich.“

dpa

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