Spätes Siegtor für Aufsteiger

RB außer Rand und Band: Dortmund patzt in Leipzig

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Duell auf Augenhöhe: RB Leipzig und Timo Werner (r.) ärgern Borussia Dortmund und Sokratis.

Leipzig - Borussia Dortmund kassiert schon am 2. Spieltag den ersten Rückschlag. Bei RB Leipzig muss sich der Vizemeister geschlagen geben. Der Siegtreffer fällt erst spät.

RB Leipzig hat in der Fußball-Bundesliga eine perfekte Heimpremiere hingelegt und dem Vize-Meister Borussia Dortmund eine schwere Niederlage beigebracht. Der Aufsteiger setzte sich dank eines späten Tores von Naby Keita (89.) mit 1:0 (0:0) durch und feierte den ersten Bundesliga-Sieg der erst siebenjährigen Vereinsgeschichte.

Borussia Dortmund indes enttäuschte auch mit Rückkehrer Mario Götze auf ganzer Linie. Die Westfalen präsentierten sich überraschend harmlos und lieferten eines ihrer schwächsten Spiele in der Ära von Trainer Thomas Tuchel. Die Borussia geht am Mittwoch angeschlagen in ihre Auftakt-Partie in der Champions League bei Legia Warschau (20.45 Uhr/Sky).

Leipzig agiert diszipliniert gegen den BVB

Vor 42.558 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena agierten die Gastgeber auffallend diszipliniert. Das Interesse an der Partie war im Vorfeld riesengroß, erstmals seit mehr als 22 Jahren gab es wieder Bundesliga-Fußball in der Messestadt zu sehen. Zuletzt hatte der VfB Leipzig in der Saison 1993/94 im Oberhaus gespielt.

Der BVB begann furios. Götze, der zuletzt vor seinem Wechsel zu den Bayern am 30. April 2013 das BVB-Trikot getragen hatte, legte ein hohes Tempo vor. Der Schütze des entscheidenden Tores im WM-Finale 2014 holte in der Anfangsphase zwei Freistöße an der Strafraumgrenze heraus, die für Gefahr sorgten. Der 24-Jährige agierte im 4-2-3-1 als Zehner hinter Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang und war zunächst ein wichtiger Impulsgeber. Doch als die gesamte Mannschaft Mitte des ersten Durchgangs einen Gang zurückschaltete, ließ auch Götze nach.

Werner versagen immer wieder die Nerven

Leipzig hatte in der Abwehr immer Mühe, wenn der BVB das Spiel schnell machte. Ein ums andere Mal brannte es im Strafraum vor Torhüter Peter Gulacsi. Doch die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl hielt den Kopf oben und lauerte auf Konter. Timo Werner konnte auf der linken Seite einige Male durchbrechen, doch im Abschluss zeigte der Ex-Stuttgarter Nerven oder passte zu ungenau. Dortmund brachte sich in dieser Phase durch Fehlpässe von Lukasz Piszczek und Neuzugang Marc Bartra immer wieder selbst in Gefahr.

Viele BVB-Anhänger waren der Partie aus Protest gegen das von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz mit etlichen Millionen subventionierte Modell Leipzig ferngeblieben. Dennoch war der Gäste-Block mit gelb-schwarzen Anhängern ausverkauft, zu Ausschreitungen kam es nicht.

Zwei Hälfte wird hitziger

Nach dem Wechsel verlor das Spiel an Klasse, es ging ruppiger zur Sache. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) verteilte Gelb an Willi Orban und Werner. Angetrieben von den Gesängen ihrer Fans wagten die Hausherren nun mehr und brachten die Dortmunder Defensive einige Male in Verlegenheit, der tödliche Pass in die Spitze fehlte jedoch. Ab der 70. Minute erhöhte RB-Trainer Hasenhüttl den Offensivdruck und brachte den 15,5-Millionen-Euro-Neuzugang Oliver Burke, der dann auch den Siegtreffer vorbereitete. Bei Dortmund war kurz danach für Götze Schluss.

Bei RB Leipzig gefielen Innenverteidiger Orban und Abräumer Stefan Ilsanker, bei den Gästen zeigten Torhüter Roman Bürki und Sokratis die besten Leistungen.

sid

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