GoalControl zieht das große Los

Deutsche Firma stellt Torlinientechnik bei WM

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Die Computeranimation zeigt das Torliniensystem GoalControl-4D.

 Zürich/Berlin - Ein deutsches Unternehmen hat das WM-Ticket bereits sicher. GoalControl aus Würselen wird die WM-Stadien in Brasilien mit der Torlinientechnologie ausstatten.

Ein deutsches Unternehmen hat das große Los für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gezogen. Die Firma GoalControl aus Würselen hat vom Weltverband FIFA den Zuschlag für die Torlinientechnik bei der Endrunde in Brasilien erhalten. Nach dem erfolgreichen Einsatz beim Confederations Cup im Sommer wird GoalControl auch erstmals bei einer Fußball-WM die Stadien mit der Torlinientechnologie ausstatten.

„Beim Turnier gab es zwar keine Torlinienszenen, bei denen die Technologie Tor oder Nicht-Tor hätte anzeigen müssen, doch das System erfüllte alle FIFA-Vorgaben und zeigte jedes der 68 gefallenen Tore korrekt an. Zudem waren die Spieloffiziellen mit dem System sehr zufrieden“, teilte die FIFA am Donnerstag mit Blick auf den Testlauf beim Confederations Cup mit.

Auch bei der Klub-WM im Einsatz

Doch damit nicht genug: Wenn der FC Bayern München im Dezember seine Super-Saison mit dem Gewinn der Klub-WM (11. bis 21. Dezember) krönen will, wird GoalControl mit von der Partie sein. Die FIFA vergab den Auftrag für die Ausstattung der Stadien in Marokko mit der Torlinientechnik ebenfalls an das deutsche Unternehmen.

Vor der Anwendung von GoalControl-4-D in Marokko und Brasilien soll das System in jedem Stadion einem abschließenden Installationstest unterzogen werden. Diese Tests werden von einem unabhängigen Testinstitut durchgeführt. Vor jedem Spiel nehmen die Spieloffiziellen zudem eigene Tests gemäß dem vom International Football Association Board (IFAB) erlassenen Betriebsverfahren vor.

Die FIFA hatte der in Nordrhein-Westfalen beiheimateten Firma GoalControl im April überraschend den Zuschlag für die Ausrüstung der sechs Stadien beim Confed Cup gegeben - gegen ökonomisch potente Konkurrenz. Erstmals wurde bei einem großen FIFA-Turnier eine entsprechende Technik benutzt. Die Kosten für den Confed Cup beliefen sich laut FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke auf 2,1 Millionen Euro. Die installierten Kameras sollen nach der WM in den zwölf Stadien verbleiben.

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Auch wenn es beim Confederations Cup in Brasilien keine strittigen Szenen gab, war der Einsatz immerhin bei der Ermittlung des Torschützen zum 1:0 für Italien im Spiel um Platz drei gegen Uruguay (3:2 i.E.) hilfreich. Erst nach Auswertung der Computerergebnisse stand fest, dass Davide Astori den Ball endgültig ins Netz befördert hatte. Top-Schiedsrichter Howard Webb war mit der Torlinientechnik sehr zufrieden. „Das System von GoalControl ist zuverlässig. Wir haben großes Vertrauen in das System. Uns wird die Entscheidung nicht abgenommen, aber wir bekommen Gewissheit“, sagte der Engländer.

Jahrelang hatten sich die Verantwortlichen gegen den Einsatz von technischen Hilfsmittel gewehrt. Bei der FIFA drehte sich die Stimmung nach dem WM-Achtelfinale 2010 zwischen Deutschland und England (4:1), als der Schiedsrichter ein klares Tor des Engländers Frank Lampard nicht gegeben hatte. Die ganze Welt erkannte den Fauxpas. Seitdem sagt auch Blatter ganz klar: „Torlinientechnik ist eine Notwendigkeit.“ Ganz im Gegensatz zu UEFA-Boss Michel Platini.

In Deutschland wird es noch ein wenig dauern, eh die Technik zum Einsatz kommt. Mit einer Einführung in der Bundesliga wird wenn überhaupt frühestens 2014/15 gerechnet.

dpa

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