Komplexe Entscheidung

DFB verschiebt Bekanntgabe des Olympia-Kaders

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DFB-Sportdirektor Hansi Flick.

Frankfurt - Bei der Zusammenstellung des deutschen Männer-Kaders für Rio geht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) angesichts der komplexen Nominierung bis an die Deadline am Donnerstag um Mitternacht.

Mehr Last statt Olympia-Lust: Die Nominierung des Männer-Kaders für Brasilien geriet für DFB-Trainer Horst Hrubesch zu einem Kraftakt. Der Coach rang bis zum Nominierungsschluss (Donnerstag, Mitternacht) um das stärkste Personal für seinen 18-Mann-Kader. Angesichts möglicher Last-Minute-Entscheidungen verschob der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Kader-Bekanntgabe seiner Olympia-Teams kurzerhand auf Freitag.

„Ich möchte die beste Lösung für den DFB erreichen und unsere Entscheidung eng mit den Spielern und Vereinen abstimmen. Deshalb sind Horst Hrubesch und ich übereingekommen, den Olympia-Kader erst morgen bekanntzugeben“, begründete DFB-Sportdirektor Hansi Flick in einer Mitteilung am späten Donnerstag-Nachmittag. Das Aufgebot von Bundestrainerin Silvia Neid stand da schon seit Stunden, der DFB entschied sich aber für eine „gemeinsame“ Bekanntgabe.

Während die Olympischen Spiele im internationalen Frauenkalender alle vier Jahre der absolute Höhepunkt sind, wirkt der erstmalige Kampf eines deutschen Männer-Teams um Medaillen seit 1988 wie eine Belästigung. Wegen der Belastungen der Spieler auf Vereinsebene und nicht zuletzt bei der EURO in Frankreich waren Hrubesch und Flick schon 2015 nach erfolgreicher Qualifikation bei der U21-EM in Tschechien klare Grenzen gesetzt.

Auf der Nominierungs-Verbotsliste standen die EM-Teilnehmer, Transfer-Spieler und Profis, deren Clubs in Europacup-Wettbewerben zur Qualifikation antreten (Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC). Zudem durften nur zwei Spieler pro Verein nominiert werden. Somit konnte Hrubesch nicht auf Topkräfte wie Joshua Kimmich, Leroy Sané, Timo Werner, Yannik Gerhardt oder den letztjährigen U21-Kapitän Kevin Volland zurückgreifen.

Flick erklärte, dass man in den vergangenen Wochen „viele persönliche Gespräche und unzählige Telefonate geführt“ habe. Da ging es offenbar um Überzeugungsarbeit. Denn die Haltung von Vereinsseite war nicht selten ablehnend. Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick, dessen Spieler Lukas Klostermann und Davie Selke zwei der Eckpfeiler der aktuellen U21 sind, gehört unter anderem zu den Olympia-Muffeln.

Beim 1. FC Köln (Timo Horn, Dominique Heintz, Leonardo Bittencourt) und Schalke 04 (Max Meyer, Johannes Geis, Leon Goretzka) hatte Hrubesch die Qual der Wahl. Pro Olympia war Leverkusen, das Lars Bender und Julian Brandt als Rio-Fahrer bereits bekanntgegeben hatte.

dpa

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