Noch ohne Gegentor nach vier Spielen

Deutschlands magisches FCB-Dreieck

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Grund zum Jubeln: Die DFB-Elf präsentierte sich zuletzt in Topform.

Evian - Die deutsche Abwehr um Manuel Neuer, Jerome Boateng und Mats Hummels steht bei der EM so sicher wie selten zuvor. Mit seinem italienischen Pendant will sich das Defensiv-Trio aber nicht vergleichen lassen.

Manu, der Libero, Boss Boateng und der neue Kaiser Hummels: Ein magisches Abwehr-Dreieck ist bei der EM bisher das große Erfolgsgeheimnis von Weltmeister Deutschland. Als einziges Team ist "Die Mannschaft" in Frankreich noch ohne Gegentor, Neuers fünf Spiele zu null nacheinander bedeuten derweil einen Rekord in der 108-jährigen Länderspielgeschichte des DFB.

Dass Torhüter Manuel Neuer der weltweit beste seiner Zunft ist, wird kaum jemand bestreiten. Doch auch Jerome Boateng und Mats Hummels gehören für Bundestrainer Joachim Löw in die höchste Kategorie, "sie sind Weltklasseverteidiger, wie ich sie mir vorstelle". Für Kaiser Franz Beckenbauer sind die beiden sogar "das beste Innenverteidiger-Paar der Welt".

"Wenn wir zu null spielen, reicht ein Tor"

Ausgerechnet vor dem EM-Viertelfinale gegen die traditionell starken Defensiv-Künstler aus Italien am Samstag in Bordeaux (21.00/ARD) gilt die Abwehrarbeit plötzlich als Trumpf des deutschen Team. "Ich nehme das mal als Kompliment, wenn unsere Defensiv-Arbeit mit Italien verglichen wird", sagte Hummels, der aber Wert darauf legt, dass sein Team nicht so defensiv ausgerichtet spielt: "Italien steht klischeehaft für den Catenaccio. Den haben wir nicht an den Tag gelegt. Wir verteidigen sehr hoch."

Dass Deutschland inklusive des 2:0 gegen EM-Achtelfinalist Ungarn bei der Generalprobe vor Turnierbeginn nun schon fünf Spiele ohne Gegentor ist, zeige, "dass wir einen guten Weg eingeschlagen haben, mit dem wir das Turnier gewinnen können", ergänzte Hummels. Klingt logisch, denn: "Wenn wir ohne Gegentor bleiben, sind wir immer mindestens im Elfmeterschießen", erklärte Thomas Müller verschmitzt wie meist. Und Linksverteidiger Jonas Hector, Student der Betriebswirtschaftslehre, rechnete vor: "Wir haben in der Vorrunde einige Chancen vergeben. Aber wenn wir zu null spielen, reicht ja schon eins." Also ein Tor.

Magisches Trio bei Bayern vereint

Hummels, von der französischen Zeitung Le Monde wegen seiner Eleganz in Anlehnung an Franz Beckenbauer "neuer Kaiser" getauft, verweist darauf, dass die starke Defensivleistung das Verdienst der gesamten Mannschaft sei. Doch es ist im Besonderen das des Defensiv-Trios. "Es ist schon ein Vorteil, wenn die Achse lange zusammen spielt", sagte Löw. 2009 wurden Neuer und Boateng und Hummels (damals allerdings als "Sechser") gemeinsam U21-Europameister. Ab der kommenden Saison werden sie nach Hummels' Rückkehr von Borussia Dortmund auch bei Bayern München zusammenspielen.

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Doch alle drei glänzen auch individuell. Neuer, seit seinen Rettungstaten bei der WM 2014 auch als "Manu, der Libero" gefeiert, wurde im Turnier zwar erst dreimal getestet. Dreimal war jedoch eine Glanzparade vonnöten. Dreimal lieferte er sie. "Die hält nicht jeder auf der Welt. Aber das ist halt Manu", sagte Boateng. Neuers Paraden sind fast schon selbstverständlich.

Zwei Alpha-Tiere in der Innenverteidigung

Spektakulär war dagegen im Spiel gegen die Ukraine die Rettungstat Boatengs, der immer mehr in die Rolle des Bosses wächst. Wie er im Rückwärtsfallen spektakulär mit der Pike sein eigenes Eigentor verhinderte, das machte den 27-Jährigen zum Social-Media-Phänomen.

Seinen Führungsanspruch hat Boateng immer wieder unstrichen. Doch auch Hummels hegt diesen und sieht sich nicht als Nummer zwei in der Innenverteidigung. "Ich sehe da keine klare Rollenverteilung", erklärte er: "Jeder muss Kommandos geben. Wir müssen zusammenarbeiten."

Das klappt bisher ausgesprochen gut.

sid

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