Champions-League-Rückspiel

Bayern will gegen Atlético "Feuerwerk" abbrennen

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Was lässt sich Pep Guardiola für das Rückspiel gegen das Defensiv-Bollwerk von Atlético einfallen?

München - Vor dem Rückspiel gegen Atlético Madrid steht Pep Guardiola und der FC Bayern mit dem Rücken zur Wand. Der Katalane spricht von seiner letzten Patrone und glaubt fest an einen Final-Einzug.

Es soll ein "richtiges Feuerwerk" geben, einen magischen Abend mit viel Herz und voller Leidenschaft - aber auch mit mehr Verstand. "Wir müssen zielstrebig nach vorne spielen, dürfen aber nicht blind nach vorne rennen wie kleine Kinder. Wir müssen kühlen Kopf bewahren", fordert Weltmeister Thomas Müller vor dem Halbfinal-Showdown des FC Bayern am Dienstag gegen Atlético Madrid. An dem Feuerwerk, das ihr Torjäger verspricht, wollen sich die Münchner nicht die Finger verbrennen.

Der FC Bayern ist gewarnt: Vor zwei Jahren war die Ausgangsposition gegen Real Madrid identisch gewesen. Die Münchner hatten das Hinspiel ebenfalls 0:1 verloren - und liefen beim 0:4 in der Allianz Arena blindlings ins Verderben. Diese Geschichte soll sich gegen Atlético nicht wiederholen, um den Traum vom Finale in San Siro am 28. Mai und vom Triple am Leben zu erhalten.

Man habe aus der Lehrstunde gegen die Königlichen "absolut gelernt, dass wir nicht innerhalb von 15 Minuten das Ergebnis drehen müssen, wir haben 90 Minuten Zeit", mahnte Kapitän Philipp Lahm vor allzu viel Euphorie in der Anfangsphase. Er schaue auf jeden Fall "positiv nach vorne. Es ist noch nicht vorbei."

"Wir werden 70.000 Fans im Rücken alles in die Waagschale werfen"

Vorbei ist es nicht, doch gefährlich ist die Lage für die Bayern allemal. Entsprechend ziehen die Münchner verbal alle Register und sprechen sich Mut für die schwierige Herausforderung zu. "Wir werden Gas geben und einen raushauen", betonte Müller. "Wir werden mit 70.000 Fans im Rücken alles in die Waagschale werfen, das kann ich versprechen. Und ich hoffe, dass unser dieser Kampf nach Mailand führen kann", ergänzte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Allerdings warnte Müller vor einem Gegentor, "sonst wird es schwierig". Dann müssten die Bayern gegen die Defensivkünstler von Trainer Diego Simeone schon drei Treffer erzielen, um zum zehnten Mal ins Endspiel des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs einzuziehen.

Der Einzug ins Finale war den Bayern zuletzt in der Triple-Saison 2013 geglückt. Danach waren den Münchnern unter Trainer Pep Guardiola zweimal im Halbfinale die Grenzen aufgezeigt worden: zunächst gegen Real, dann gegen Barcelona (0:3/3:2).

Entsprechend groß ist der Druck auf den 45 Jahre alten Spanier. Bei einem erneuten Scheitern würde er München nicht durch das "große Tor", wie es Rummenigge einmal formuliert hatte, verlassen, sondern nur durch einen Seitenausgang. Guardiola wäre trotz aller nationaler Titel der Unvollendete. Das weiß er auch.

"Jeder killt mich, aber ich bin noch nicht tot. Ich habe noch eine Kugel", hatte er bereits am Freitag betont. "Sie können sich gar nicht vorstellen, wie glücklich ich bin", der FC Bayern könne schließlich noch alle Ziele erreichen, Meisterschaft, Pokalsieg, Champions League, "ich bin, wow, voller Energie", versicherte er. Erst wenn es nicht klappe, dann könne man ihn "killen". Vor dem Duell mit den unbequemen Spaniern, bei denen Abwehrchef Diego Godin wieder fit ist, hat Guardiola allerdings mehr Probleme, als ihm lieb sind.

Kommt gegen Atlético die Leichtigkeit zurück?

So lahmt derzeit das für Guardiolas Philosophie so wichtige Flügelspiel: Arjen Robben fällt aus, Franck Ribéry ist angeschlagen, Kingsley Coman und Douglas Costa sind nur bedingt in Form. Die Abwehr machte zuletzt keinen sattelfesten Eindruck. Vor allem stellt sich die Frage, ob Guardiola das Risiko eingeht, den monatelang verletzten Jerome Boateng gegen Antoine Griezmann und Fernando Torres aufzubieten. Am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach hatte der Weltmeister Schwächen offenbart.

Zudem geht den Münchnern wie schon in den vergangenen beiden Jahren ausgerechnet im Saisonendspurt "die Leichtigkeit ab", wie Müller offen zugab: "Wir stehen als Mannschaft zwar gut zusammen, aber es geht nicht so locker von der Hand. Wir suchen nach der besonderen Zutat, die uns zu dieser Leichtigkeit verhilft." Lange darf die Suche allerdings nicht mehr dauern.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Martínez, Alaba - Vidal - Costa, Thiago, Müller, Ribéry - Lewandowski. - Trainer: Guardiola

Atlético Madrid: Oblak - Juanfran, Giminez, Godin, Filipe Luis - Koke, Gabi, Augusto, Saúl Niguez - Torres, Griezmann. - Trainer: Simeone

Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei)

SID

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