Ausgerechnet im WM-Jahr

Konkurrenzkampf beim FC Bayern so heiß wie nie

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Bei den Bayern wird es in der neuen Saison einen so noch nie dagewesenen Konkurrenzkampf geben.

München - Mario Gomez ging nach Florenz, Luiz Gustavo liebäugelt mit einem Wechsel. Für die anderthalb Dutzend Nationalspieler des FC Bayern ist die neue Saison im WM-Jahr ein besonders harter Konkurrenzkampf.

Kurz vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison trafen die beiden mächtigsten Trainer im deutschen Fußball gut gelaunt aufeinander. Joachim Löw stattete Pep Guardiola einen Besuch auf dem Vereinsgelände des FC Bayern ab. „Es war eine Freude für mich, ihn kennenzulernen. Es war sehr, sehr nett, sehr höflich“, berichtete Guardiola von der Löw'schen Stippvisite. „Wir haben über verschiedene Themen gesprochen, eines davon war natürlich Bastian und sein Fitnesszustand. Wir haben keine Zweifel an seinen Qualitäten. Er ist einer der besten Spieler der Welt. Aber er war mehr als einen Monat verletzt - er braucht Zeit, um eine gute Fitness zu bekommen.“

Schweinsteiger zählt deshalb nicht zum Aufgebot des Nationalteams am kommenden Mittwoch gegen Paraguay. Dem „Vorglühen für die WM“, wie es Löw nannte. Richtig heiß geht es dagegen längst im Konkurrenzkampf der Bayern-Profis her. Und Einsatzzeit ist im WM-Jahr doppelt wichtig. Anderthalb Dutzend Nationalspieler - von den DFB-Protagonisten bis hin zu ausländischen Stars wie Arjen Robben, Franck Ribéry oder Thiago Alcántara - wollen sich für ihre Auswahlmannschaften auf dem Weg nach Brasilien und erst recht für das Turnier selbst empfehlen. Wie beim Saison-Auftakt am  Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach werden immer wieder Profis mit einem immensen Marktwert auf der Bank oder gar der Tribüne sitzen müssen.

„Klar ist: Alle diese Spieler wollen nach Brasilien. Eine WM muss das Ziel eines jeden Fußballers sein“, erklärte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im „kicker“. Er sieht im härtesten Konkurrenzkampf in 50 Jahren Liga-Geschichte keine Probleme auf Club und Trainer zukommen. „Ich bin überzeugt, es wird nicht einen einzigen Spieler geben, der aus der Reihe tanzt.“ Die Impulse durch die Verpflichtung von Spielern wie Thiago (FC Barcelona) oder Rekordeinkauf Mario Götze (Borussia Dortmund) seien wichtig gewesen, betonte Rummenigge wiederholt. Allerdings habe man „ein paar schwierige Entscheidungen zu treffen, wenn alle Spieler gesund sind“, so Sportvorstand Matthias Sammer. Aber man habe sicherlich „nicht nur zehn Stammspieler“.

Mit Blick auf seine Einsatzchance unter Guardiola - und damit verbunden auch auf seine WM-Möglichkeiten - verdrückte sich Mario Gomez nach Italien. „Er braucht bei einem Verein und einem Trainer das Vertrauen, dass er spielt. Daher war der Schritt nach Florenz für ihn gut. Er braucht Spielrhythmus“, erklärte Löw. Der Brasilianer Luiz Gustavo will seine Aussichten auf die Heim-Weltmeisterschaft nicht mit einer Rolle als Bankdrücker gefährden und liebäugelt daher mit einem Vereinswechsel. Sorgen um seinen Platz im DFB-Ensemble muss sich Schweinsteiger dagegen nicht machen, aber den Rhythmus sollte er im Laufe der Spielzeit auch nicht verlieren.

„Selbstverständlich wird er bei den Bayern immer einen Platz finden, wenn er fit ist. Er ist ein überragender Stratege“, betonte Löw und lobte auch den besuchten spanischen Starcoach. „Die Ideen von Guardiola sind herausragend. Das ist alles durchdacht und strukturiert. Deshalb werden Schweinsteiger, Müller und Kroos eine ganz wichtige Rolle bei ihm spielen. Und wenn mal einer nicht spielt, ist das nur legitim.“

Es seien bei den Bayern eben sehr viele Spiele zu absolvieren, wies auch Löw auf die Notwendigkeiten im Millionen-Ensemble der Münchner hin. „Angesichts der großen Breite gibt es natürlich einen Konkurrenzkampf. Aber für uns ist die Entwicklung eines Spielers entscheidend.“ Und im Jahr vor dem Titelkampf in Brasilien sollen gerade die Auftritte auf dem höchsten Level auch seinen Auswahlakteuren weiter helfen. „Die Champions League ist natürlich besonders gut, weil sich die Spieler dort ständig auf höchstem Niveau messen müssen. Das ist gut für uns im Hinblick auf die WM“, so Löw.

sid

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