Coman fit, Robben nicht

Bayern-Trainer Guardiola lobt Benfica: "Beste Viererkette Europas"

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Großer Fan von Benfica: Bayern-Trainer Pep Guardiola hat eine hohe Meinung von den Portugiesen.

München - Im Viertelfinale der Champions League trifft der FC Bayern auf Benfica. Trainer Pep Guardiola erwartet eine Geduldsprobe und setzt auf Arturo Vidal.

Zum schönen Bayern-Jubiläum will Pep Guardiola mit aller Macht auf Triple-Kurs bleiben. In seinem 150. Pflichtspiel mit dem deutschen Fußball-Meister möchte der Starcoach schon im Hinspiel gegen Benfica Lissabon den Grundstein für sein drittes Halbfinale mit den Münchnern in der Champions League legen. Allerdings erwartet der Katalane eine knifflige Aufgabe, gerade gegen das Abwehrbollwerk von Portugals Champion. "Die Viererkette von Benfica ist vielleicht die beste in Europa im Moment", schwärmte Guardiola am Montagabend über den Gegner, der aber keineswegs defensiv ausgerichtet sei.

"Jeder Sieg zu Null" sei ein gutes Ergebnis, gab Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge die Richtung für das erste Duell am Dienstag (20.45 Uhr/ hier im Live-Ticker) vor. Von einem "Freilos" aber wollen weder Rummenigge noch Guardiola etwas wissen. "Es wird sehr hart, das Halbfinale zu erreichen", sagte der Katalane voraus. "Benfica hat eine super Mannschaft." Die Historie steht dem entgegen: 4:1, 4:1, 5:1 lauten die Ergebnisse für den FC Bayern bei den bisherigen drei Gastspielen von Benfica in München.

Gute Laune im Abschlusstraining vor Benfica - Bilder und Video

Es wäre ein "großer Fehler", nur an das Toreschießen zu denken, mahnte Guardiola. Bloß kein Gegentor, lautet auch für Torhüter Manuel Neuer die erste Devise. "Wir wollen zu Null spielen und gewinnen", sagte der Weltmeister und warnte: "Wir müssen aufpassen." Benfica verfügt in dem Griechen Kostas Mitroglu und dem Brasilianer Jonas über ein exzellentes Angriffsduo. "Sie sind im Sechzehner sehr gefährlich. Sie haben zusammen 48 Tore erzielt", erwähnte Neuer.

Lahm: "Werden Benfica nicht unterschätzen"

Trotzdem spricht wenig dafür, dass das Münchner Ensemble um den wiedererstarkten Franck Ribéry in dieser Runde scheitern könnte. "Wir werden den Gegner nicht unterschätzen. Wir haben eine erfahrene Mannschaft, die schon viele große Duelle auf europäischer Ebene hatte", erklärte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. "Wir sind der Favorit. Und wenn wir unsere Leistung abrufen, werden wir weiterkommen."

Ähnlich sah es vor einem Jahr aus. Auch damals ging es in der Runde der letzten Acht gegen den Meister aus Portugal. Erst aufgeschreckt durch ein 1:3 im Hinspiel beim FC Porto wendeten die Bayern durch ein spektakuläres 6:1 im eigenen Stadion noch das Blatt, erreichten das vierte Halbfinale nacheinander. "Das ist eine Warnung. Nach dem Spiel in Porto war das Lamento groß", erinnerte Rummenigge.

Franck Ribery (l.) und Arturo Vidal.

Damals fehlten reihenweise Bayern-Stars, jetzt sieht es besser aus. Zwar müssen die Münchner weiterhin auf Arjen Robben wegen mysteriöser Adduktorenprobleme verzichten, dafür nähert sich Ribéry großer Form. "Man sieht, welchen frischen Wind er in das Spiel von Bayern München bringt", bemerkte Neuer. Die beim 1:0 gegen Frankfurt lange oder ganz geschonten Kingsley Coman, Douglas Costa und Arturo Vidal sollten wieder Kraft getankt haben.

Guardiola: "Vidal steckt andere Spieler an"

Den kampfstarken Vidal ernannte Guardiola zu einem Schlüsselspieler. "Er ist ein Spieler, der die anderen ansteckt mit seiner Energie." Dazu winkt Javi Martínez nach seinem Bundesliga-Comeback die Rückkehr in die Champions-League-Startelf. "Javi ist ein Spieler mit einer großen Mentalität. Er könnte auch mit einem Bein spielen", schwärmte Guardiola. Zudem könnte Martínez mit seiner Kopfballstärke helfen.

"Es ist wichtig, dass die Spieler jetzt wieder zurück sind", sagte Rummenigge. Er freut sich auf "die wichtigsten zwei Monate des Jahres". Bis zu neun Spiele warten allein im April auf Guardiolas Titel- und Triplejäger. "Nach monatelangem Büffeln stehen nun endlich die Prüfungen an", bemerkte Rummenigge.

Benfica setzt auf 18-jährigen Renato Sanches

Benfica hat 15 von 16 Pflichtspielen in diesem Jahr gewonnen. Zu den Schlüsselspielern zählt auch der gerade 18 Jahre alte Portugiese Renato Sanches. "Er ist einer der besten jungen Spieler in Europa. Ich weiß nicht, wie lange er noch für Benfica spielen wird", sagte Guardiola über den von großen Vereinen umworbenen Mittefeldspieler.

"Ich habe großes Vertrauen in meine Spieler, aber ich fühle mich nicht als Favorit", erklärte Guardiola. Sein Plan lautet: "Wir müssen das Spiel kontrollieren, natürlich auch Tore schießen - und so wenig wie möglich kassieren." Zehn Bayern-Heimsiege in der Champions League nacheinander bei 40:6 Toren machen auch den Fans große Hoffnung.

Benfica hat "keine Angst"

Die Gäste wollen aus der Außenseiterrolle überraschen. "Bayern ist natürlich ein Favorit auf den Titel. Aber wir werden nicht zurückschrecken, wir haben keine Angst", sagte Trainer Rui Vitória.

"Wir wissen genau, wie wir das Spiel angehen wollen. Mit großer Entschlossenheit, Begeisterung und Freude. Wir werden kämpfen bis zum Ende", sagte Vitória. Ziel sei es, am Dienstagabend eine gute Ausgangsposition für das entscheidende Rückspiel am 13. April in Lissabon zu erzielen.

Mitroglou kommt in die alte Heimat

Kostas Mitroglou.

Benficas griechischer Nationalstürmer Kostas Mitroglou, der auch über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügt und in der Jugend für den MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach spielte, darf sich auf die Unterstützung einiger Familienmitglieder sowie einiger Freunde im Münchner Stadion freuen. "Darüber bin ich glücklich, aber das ist Nebensache. Ich konzentriere mich aufs Spiel", sagte der 28-Jährige, der mit dem Brasilianer Jonas ein sehr erfolgreiches Sturmduo bildet.

"Wir sind gefährlich, aber das Gesamtpaket als Mannschaft muss stimmen", sagte Mitroglou. Vor Weltmeister Manuel Neuer im Bayern-Tor fürchte er sich nicht. "Für mich als Stürmer ist es egal, ob ich gegen Manuel Neuer spiele oder einen anderen Torhüter."

Voraussichtliche Aufstellungen

FC Bayern München: Neuer - Lahm, Martínez, Alaba, Bernat - Vidal - Douglas Costa, Müller, Thiago, Ribéry - Lewandowski

Benfica Lissabon: Ederson - André Almeida, Lindelöf (Lisandro López), Jardel, Eliseu - Fejsa, Renato Sanches, Pizzi, Gaitán - Jonas, Mitroglou

Schiedsrichter: Marciniak (Polen)

dpa, sid

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