Nach Außen ganz cool

So geht Effe mit der 1:7-Klatsche in Dortmund um

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Zerknirscht: Stefan Effenberg nach der 1:7-Packung.

Dortmund - Borussia Dortmund schickte den Trainer-Novizen Stefan Effenberg und den SC Paderborn mit einer deftigen 1:7-Niederlage nach Hause.

Stefan Effenberg nahm's gelassen - zumindest äußerlich. Wie sehr ihn die Pokal-Klatsche wurmte, ließen nur einige Statements nach dem Abpfiff erahnen. „Sieben Tore, das ist natürlich krass und fühlt sich nicht gut an“, meinte der Trainer des Zweitligisten SC Paderborn nach dem 1:7 (1:3) bei Borussia Dortmund.

Der „Tiger“, als einstiger Sky-Experte stets für einen bissigen Kommentar gut, suchte nach der ersten Niederlage im dritten Spiel seiner Trainer-Karriere nach geeigneten Worten. Wer in der Pressekonferenz auf einen Spruch a la Effenberg gewartet hatte, wurde enttäuscht. „The New One“ präsentierte sich wie ein Coach alter Schule und flüchtete sich in Nullachtfünfzehn-Parolen.

„Wir müssen uns jetzt kurz durchschütteln, dann geht es weiter. Unsere Konzentration gilt der zweiten Liga“, sagte „Effe“ und ergänzte: „Wichtig ist, dass wir daraus lernen - auch ich.“ Zwei Siege hatte Effenberg seit seinem Amtsantritt mit dem Bundesliga-Absteiger gefeiert, bevor ihn der BVB abwatschte. Und nun heißt es, seine gedemütigten Profis bis zum Heimspiel am Samstag (13.00 Uhr) gegen den FSV Frankfurt wieder aufzurichten.

Mit den eigenen Waffen, sprich geballter Offensive, wollte Effenberg die Borussen ärgern. Der Schuss ging nach hinten los, am Ende war Paderborn mit den sieben Gegentreffern sogar noch gut bedient. „Ich habe der Mannschaft gesagt: Kopf hoch! Wir werden in dieser Saison ja keine Mannschaft mehr auf diesem Niveau bekommen“, so Effenberg.

Der BVB hingegen feierte den Einzug ins Achtelfinale (15./16. Dezember) und den höchsten Pflichtspielsieg seit dem 6:0 gegen Arminia Bielefeld am 16. Mai 2009. Zum zweiten Mal gelangen der Mannschaft von Thomas Tuchel in der laufenden Saison sieben Treffer (zuvor 7:2 gegen Odds BK in der Qualifikation für die Europa League).

Vor dem Anpfiff war die Welt für Effenberg noch in Ordnung. Die große Bühne war mit 70.605 Zuschauern bereitet, die Fotografen scharten sich um den Blondschopf, von der Tribüne hallte indes Pfiffe zur Begrüßung. Ein Plakat mit der Aufschrift „Sorry Effe“ zeigte den 47-Jährigen mit gleich zwei Stinkefingern.

Nach der Pleite verabschiedete sich Effenberg vorzeitig aus der Pressekonferenz, in der Kontrahent Tuchel seine BVB-Profis ohne die Torjäger Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang in den höchsten Tönen lobte.

Besonders Königstransfer Gonzalo Castro, der seine starke Vorstellung mit zwei Toren und zwei Assists krönte, dürfte sich in Dortmund wohl endgültig freigeschwommen haben. „Ich freue mich für ihn, er hat das Spiel für uns auf“s Gleis gestellt. Er hat gezeigt, dass jeder Transfer seine Zeit braucht„, lobte Tuchel, und der Ex-Leverkusener Castro ergänzte: `Ich bin schon länger hier in Dortmund angekommen, jetzt aber mit diesem Spiel endgültig.“

sid

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