Tuchel un Co. basteln am neuen Kader

Großer Umbruch beim BVB: Bayern-Jagd verschoben

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Thomas Tuchel bastelt am neuen Kader. Nach zahlreichen prominenten Abgängen setzt der BVB-Trainer auf junge Talente.

Dortmund - Junge Talente statt prominente Namen: Borussia Dortmund schlägt in der kommenden Saison einen neuen (alten) Weg ein. Der Großangriff auf die Bayern bleibt wohl dennoch aus.

Die Jagd auf Bayern München ist verschoben, die Saison des Umbruchs beginnt gegen den FSV Mainz 05: Wenn Trainer Thomas Tuchel mit Borussia Dortmund am 27./28. August gegen seinen Ex-Klub in die neue Spielzeit startet, wird beim Vizemeister und Pokalfinalisten eine neue Zeitrechnung eingeläutet. Das Motto lautet: Neuaufbau statt Angriff auf den Rekordmeister.

Schon der Start gegen Mainz ist für Tuchel "eine echte Herausforderung". Angesichts der Abgänge der Leistungsträger Mats Hummels (Bayern München) und Ilkay Gündogan (Manchester City) sowie des bevorstehenden Wechsels von Henrich Mchitarjan zum englischen Rekordmeister Manchester United verwundert diese Einschätzung nicht.

Prominente Abgänge vs. hungrige Zugänge

Der BVB muss sich im zweiten Tuchel-Jahr neu erfinden. Der Umbau des Kaders fällt viel größer aus als noch vor einigen Wochen angenommen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ("Wir haben jetzt eine andere Ausgangslage") hatte da noch definitiv ausgeschlossen, dass Hummels, Gündogan und Mchitarjan den Verein verlassen werden. In Innenverteidiger Neven Subotic verliert der BVB wohl ein weiteres Gesicht der erfolgreichen Jürgen-Klopp-Ära.

Seit Wochen basteln die Verantwortlichen an einer neuen Mannschaft. Das Ergebnis bisher: Marc Bartra (FC Barcelona), Sebastian Rode (Bayern München), Emre Mor (FC Nordsjaelland), Ousmane Dembélé (Stade Rennes), Mikel Merino (CA Osasuna) und Raphaël Guerreiro (FC Lorient) stehen als Neuzugänge fest. Das Durchschnittsalter beträgt 21,5 Jahre. Wie schon zu Beginn der Klopp-Ära setzt der BVB auf junge, hungrige Talente, die sich in den nächsten Jahren entwickeln und den Erfolg zurück nach Dortmund bringen sollen.

Schürrle als Mchitarjan-Nachfolger?

Trotz der berechtigten Hoffnung auf eine große Entwicklung dieser Spieler ist daher klar, dass der BVB noch nachlegen muss. Zumal Marco Reus nach seinem EM-Aus nach Vereinsangaben voraussichtlich erst Mitte August wieder voll belastungsfähig sein wird. Er wird damit einen großen Teil der am Montag startenden Saisonvorbereitung verpassen.

Da der Mchitarjan-Verkauf rund 42 Millionen Euro in die ohnehin gut gefüllte Klubkasse spülen wird, werden rund um den Borsigplatz viele Namen gehandelt. Eine Rückkehr von WM-Held Mario Götze aus München ist weiterhin ein Thema. Wesentlich weiter sollen die Verhandlungen mit André Schürrle sein. Für den Weltmeister vom VfL Wolfsburg müsste der BVB aber tief in die Tasche greifen, 30 Millionen Euro sind im Gespräch.

Fan-Liebling Blaszczykowski vor Rückkehr

Eine deutlich günstigere Lösung wäre Jakub Blaszczykowski. Nach seiner Ausleihe an den AC Florenz kehrt der polnische Nationalspieler im Sommer nach Dortmund zurück. Sein Vertrag läuft noch bis 2018. Bei der EM in Frankreich zeigt der 30-Jährige eindrucksvoll, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Sportdirektor Michael Zorc kündigte ein Gespräch nach der EM an.

Blaszczykowski würde genug Erfahrung mitbringen und zudem ist er ein Liebling der Fans. Beides kann die Borussia gut gebrauchen.

sid

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