Die Bayern sind im Freudenrausch. Nach der “magischen Nacht“ (Trainer Jupp Heynckes) in Madrid hat sich der deutsche Rekordmeister den Titelgewinn im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea als nächstes Ziel gesetzt. “Am 19. Mai ist jetzt alles drin. Wir gehen mit großem Elan, mit großem Schwung und auch mit großem Stolz in dieses Finale“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in der Nacht zum Donnerstag in Madrid beim Bankett.
Die 120 Minuten im Bernabéu-Stadion und das anschließende Elfmeterschießen hatten bis zum erlösenden Jubel viele Nerven gekostet. “Es war alles drin in dem Spiel, was man sich wünschen kann - bis zum finalen Schuss von Schweinsteiger“, schwärmte Bundestrainer Joachim Löw. In der regulären Spielzeit hatte Real durch zwei Tore von Cristiano Ronaldo das 2:1 der Münchner aus dem Halbfinal-Hinspiel ausgeglichen. Arjen Robben verwandelte einen Elfmeter für Bayern.
Nach torloser Verlängerung triumphierten die Bayern vor 80 000 Zuschauern im Bernabéu-Stadion im Elfmeterkrimi mit 3:1. Nationaltorhüter Manuel Neuer hielt zwei Schüsse vom Punkt, Bastian Schweinsteiger verwandelte den entscheidenden Elfmeter. “Wir sind zwar alle tot, aber überglücklich. Seitdem feststand, dass das Finale in München ist, hatten wir alle ein Ziel: Dahin zu kommen“, erklärte Schweinsteiger. Zum vierten Mal stehen die Münchner im Endspiel der Königsklasse, nach 2001 soll in drei Wochen der zweite Titelgewinn gelingen.
Real-Trainer José Mourinho, der die Bayern 2010 am selben Ort mit Inter Mailand im Endspiel besiegt hatte, bewies bemerkenswerte Größe in der Niederlage. Nach Schweinsteigers Elfmeter war er direkt in die Katakomben des Stadions geflüchtet, doch wenig später kam er in die Münchner Kabine und gratulierte Heynckes sowie jedem Bayern-Spieler einzeln zum Erfolg. “Das hat Stil, das hat Klasse. Das war eine ganz tolle Geste“, kommentierte Heynckes beeindruckt.
dpa










