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Labbadia kurz vor dem Aus: HSV verliert auch in Freiburg

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Nils Petersen war der Matchwinner für den SC Freiburg gegen den HSV. Foto: Patrick Seeger

Der Hamburger SV steckt schon wieder tief im Schlamassel. Nach dem 0:4 gegen Leipzig verliert der HSV in Freiburg auch gegen den zweiten Aufsteiger. Für Coach Bruno Labbadia könnte damit sein Abschied schon besiegelt sein.

Freiburg (dpa) - Top-Joker Nils Petersen hat Trainer Bruno Labbadia beim Hamburger SV an den Rand des Rauswurfs geschossen.

Mit seinem Siegtreffer in der 70. Minute beim 1:0 (0:0) des SC Freiburg verschärfte der Torjäger die sportliche Krise des HSV, der mit nur einem Punkt aus vier Saisonspielen Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga ist und am Samstag gegen den FC Bayern den nächsten Tiefschlag befürchten muss. Spätestens dann könnte die Amtszeit von Labbadia beendet sein. "Ich stehe in der Hauptverantwortung, deswegen kreide ich mir das natürlich immer als erstes an, wenn wir solche Spiele nicht für uns entscheiden", sagte Labbadia.

Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer verweigerte eine Jobgarantie für den Coach. "Bruno Labbadia ist unser Trainer, da muss ich ihm auch nicht jeden Tag Rückendeckung geben", sagte Beiersdorfer im TV-Sender Sky. "So ein Spiel muss man erstmal sacken lassen", sagte der HSV-Chef, der eine gemeinsame Analyse mit Labbadia ankündigte.

"Der Trainer hat damit gar nichts zu tun. Ich finde das ein bisschen affig", sagte Torwart René Adler, der mit seinem Fehler das entscheidende Tor ermöglicht hatte. "Für so einfache Hausmannskost war ich da", sagte Petersen nach seinem zweiten Saisontor, mit dem er den Breisgauern saisonübergreifend den achten Heimsieg in Serie sicherte.

Nach dem verpatzten Saisonstart stand der einst als Retter gefeierte Labbadia bereits gewaltig unter Druck. Sein mit mehr als 30 Millionen Euro verstärktes Ensemble konnte die hohen Erwartungen im Norden bislang nicht mal im Ansatz erfüllen. Das 0:4 gegen Aufsteiger RB Leipzig hatte endgültig die Angst vor einer weiteren Spielzeit im Abstiegskampf geweckt, zumal kein Bundesligist in diesem Kalenderjahr weniger Punkte geholt hatte.

Entsprechend verunsichert präsentierten sich die Hamburger auch in Freiburg. Kurzfristig hatte Labbadia seinen Rekordtransfer, den Flügelstürmer Filip Kostic, ersetzen müssen. Der Serbe meldete sich mit Leistenproblemen ab und wurde von Luca Waldschmidt vertreten. Torjäger Pierre-Michel Lasogga, um dessen Verbannung aus dem Kader es zuletzt Wirbel gegeben hatte, nahm ebenso auf der Bank Platz wie Lewis Holtby und Offensivhoffnung Alen Halilovic.

So gingen die Gäste vor 24 000 Zuschauern zunächst sehr vorsichtig zu Werke, überließen den Freiburgern die Spielkontrolle und hofften vor allem auf Fehler des Gegners. Lange blieb die Partie arm an Torraumszenen. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte HSV-Angreifer Bobby Wood, der nach einem Patzer von SC-Kapitän Nicolas Höfler in der 37. Minute den Innenpfosten traf.

Auch nach dem Seitenwechsel wurde es lange nicht besser. Die Gastgeber taten sich gegen die robuste Defensive der Norddeutschen schwer und kamen kaum einmal gefährlich vor das Tor von Adler. Nach gut einer Stunde verlangten die Fans daher lautstark die Einwechslung von Torgarant Petersen - und wurden von Coach Christian Streich erhört. "Da kriegt man immer noch Gänsehaut", sagte Petersen.

54 Sekunden später wurde der Olympia-Silbermedaillengewinner seinem Ruf als Top-Joker gerecht. "Dass es dann noch mit einem Tor klappt, ist doch wunderbar", meinte der Matchwinner. Einen satten Flachschuss von Vincenzo Grifo konnte Adler nicht festhalten, Petersen war zur Stelle und schob den Abpraller aus kurzer Distanz ein. Acht seiner neun Gegentore in dieser Saison hat der HSV damit durch eingewechselte Spieler kassiert. "Das Spiel nehme ich auf meine Kappe", sagte Adler.

Von diesem Schock erholten sich die Hamburger nicht mehr. Ein echtes Aufbäumen blieb in der Schlussphase aus. Auch die eingewechselten Lasogga und Halilovic brachten keine Gefahr mehr für die Freiburger, die cool den Sieg über die Zeit brachten.

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