Fußballwunder in England 

Darum hat ein Leicester-Fan ein Vermögen verloren

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Auf der Couch wird Leicester City zum englischen Meister. Die Fans stürmen daraufhin den Glockenturm und feiern die ganze Nacht durch. Auch die Mannschaft jubelt über den Erfolg.

London - Eine der größten Sensationen im europäischen Vereinsfußball ist perfekt: Leicester City ist nach dem 2:2 (2:0) von Tottenham Hotspur beim FC Chelsea auf der Couch erstmals englischer Meister geworden.

Zum ersten Mal in der 132-jährigen Vereinsgeschichte gewann Leicester City die Meisterschaft in England. Das Unentschieden von Verfolger Tottenham gegen den FC Chelsea reichte aus, um die Sensation perfekt zu machen. 

Eine ganze Stadt flippte am Montagabend komplett aus

Geglaubt haben an dieses Fußball-Wunder vor der Saison nur ganz wenige Fans. Eigentlich galt Leicester als Abstiegskandidat in der Premier League. Dementsprechend sah die Wettquote aus: 1:5000! 

Beim Wettanbieter Ladbrokes wurden vor der Saison lediglich 47 Wetten auf den Titel für das Team abgegeben. Die meisten wetteten 5 oder 10 Pfund und dürfen sich nun über 25.000 oder 50.000 Pfund für ihre Risikofreude freuen. Jemand, der lediglich 10 Pence auf Leicester setzte, bekommt nun auch eine nette Rückzahlung von 500 Pfund. 

Ein Wett-"Pechvogel"

Unter diesen Glücklichen gibt es aber jemanden, den man als Pechvogel bezeichen könnte. Um den Schaden zu begrenzen, haben die Wettbüros nämlich in den vergangenen Monaten versucht, Wettscheine zurückgekauft. Seit dem 23. Spieltag stand Leicester an der Tabellenspitze - die Wettbüros sahen das Unheil also kommen. 

Laut stern.de verkaufte ein Fan im März seinen Wettschein über 50 Pfund an den Anbieter zurück. Er wurde beim Angebot über 72.000 Pfund schwach. Hätte er weiter an seinen Tipp geglaubt, hätte er am Montag 250.000 Pfund erhalten. 

Umgerechnet in Euro heißt das: Er hätte 318.000 Euro für die Meistertitel-Wette bekommen, gab sich aber mit "nur" 91.650 Euro zufrieden. Rund eine 225.000 Euro verloren - obwohl er eigentlich etwas gewonnen hat! Bitter. 

Hoffentlich konnte der Wett-"Pechvogel" trotzdem die Meisterschaft feiern. 

Fußballwunder in der Premier League

Zwei Spieltage vor Schluss der Premier-League-Saison ist dank der Schützenhilfe des Vorgängers aus London dem Club um den deutschen Abwehrspieler Robert Huth der Titel auf der Insel nicht mehr zu nehmen.

Die Profis des neuen Meisters verfolgten am Montag das London-Derby in der Villa von Torjäger James Vardy. Als Schiedsrichter Mark Clattenburg um 22.56 Uhr an der Stamford Bridge abpfiff, konnte die Party in Leicester beginnen. Trainer Claudio Ranieri war zum Zeitpunkt des Titelgewinns in der Luft. Er weilte bis zum Abend in der Heimat und befand sich während des Abpfiffs im Flugzeug.

Nicht Scheich-Club Manchester City, nicht Manchester United um DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger, nicht der FC Arsenal oder Noch-Meister Chelsea - das Low-Budget-Team aus den englischen Midlands stahl allen die Show. Seit dem 23. Spieltag führt der Verein aus der 300 000-Einwohnerstadt die Tabelle an, begeisterte als Underdog und hatte zum Saison-Endspurt sämtliche Sympathien der Fußball-Welt. "Leicesters fantastische Foxes haben der Premier-League-Elite eine Lektion erteilt", schrieb die britische Zeitung "The Guardian".

Die erste Meisterschaft des Teams aus den englischen Midlands hat viele Gesichter. Angefangen von Trainer-Oldie Claudio Ranieri, der als griechischer Nationaltrainer 2014 nach dem 0:1 gegen die Färöer entlassen wurde. "Die Katastrophe des Jahrhunderts", nannten ihn danach griechische Zeitungen. Jetzt ist er Coach bei einem der überraschendsten Meister der Fußball-Geschichte.

Auch die Mannschaft hat viele Geschichten. Neben dem Ex-Nationalspieler Huth (Ranieri: "Er ist ein harter Junge mit einer großen Persönlichkeit und Charakter, er gibt uns Selbstvertrauen.") waren sportlich Torjäger Jamie Vardy, Offensiv-Dribbler Riyad Mahrez und Mittelfeld-Motor N'Golo Kante herausragend.

Nicht ohne Grund belegten diese drei Leistungsträger bei der Wahl zum Fußballer Jahres durch den englischen Sportjournalistenverband "Football Writer's Association" die Plätze eins bis drei. Auch frühere Bundesligaprofis hatten ihren Anteil am Titel. Christian Fuchs, vor der Saison ablösefrei vom FC Schalke 04 gekommen, ist als Linksverteidiger gesetzt, Rekord-Einkauf Shinji Okazaki (Mainz 05) wirbelte mit Vardy im Angriff.

Auch die Stadt ist mächtig stolz auf ihre Helden. Die Schaufensterpuppen in der Stadt tragen Leicester-Trikots, und selbst die Statue Richards III. ziert ein Fanschal. Die Überreste des mittelalterlichen Monarchen wurden 2012 unter einem Parkplatz im Zentrum von Leicester entdeckt. Auch eine dieser Sensationen

mg/sid/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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