Schalke 04: Keine zweistelligen Millionen-Transfers

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Das Logo des FC Schalke 04. Foto: Arno Burgi

Schalke 04 will trotz der guten Finanz-Situation auf dem Transfermarkt nicht über die Stränge schlagen. Zweistellige Millionenbeträge für einen Spieler sind Tabu, erklärt Manager Heidel.

Frankfurt/Main (dpa) - Zur Vorstellung der neuen Schalker Anleiheemission war Christian Heidel extra aus seinem Sommerdomizil in Spanien eingeflogen.

In einem Hotel unweit der Frankfurter Börse lauschte der Manager des Fußball-Bundesligisten zunächst den detaillierten Ausführungen von Finanz-Vorstand Peter Peters zu zwei neuen Anleihen im Gesamtwert von 50 Millionen Euro, ehe er Einblicke in seine sportlichen Planungen gab.

Dabei überraschte Heidel mit der Ankündigung, trotz der momentan guten finanziellen Ausstattung des Vereins auf einen Königstransfer verzichten zu wollen. "Ich werde keine zweistelligen Millionenbeträge für einen Spieler investieren", erklärte der 53-Jährige.

Vielmehr soll Neu-Trainer Markus Weinzierl eine Spielphilosophie entwickeln, mit der sich die Millionen Schalke-Fans in Deutschland identifizieren können. "Ich habe das Gefühl, dass er genau der richtige Trainer ist, um eine neue Idee zu entwickeln", betonte Heidel.

Einen großen sportlichen Umbruch werde es deshalb nicht geben. "Wir können ja nicht die alte Mannschaft komplett wegschicken und eine neue Mannschaft kaufen. Aber wir werden das Spielermaterial in den nächsten Jahren natürlich anpassen", kündigte Heidel an.

Gerüchte, wonach Stürmer Klaas-Jan Huntelaar verkauft werden soll, wies Heidel zurück. Doch auch er weiß, dass "man nur die Mittel ausgeben kann, die man auch einnimmt". Daran will er sich halten. "Es wird nicht der Tag kommen, an dem ich vom Aufsichtsrat Gelder für Transfers fordere, die dieser ablehnen muss", versprach der vom Bundesligarivalen FSV Mainz 05 geholte Top-Manager. "Ich habe neben dem sportlichen immer auch den wirtschaftlichen Bereich im Blick."

Was er in den letzten Bilanzen lesen konnte, dürfte ihn zufrieden stimmen. Immerhin schloss Schalke 04 das Geschäftsjahr 2015 mit dem Rekordgewinn von 22,5 Millionen Euro ab. Auch beim Umsatz gab es mit 264,5 Millionen Euro eine Höchstmarke. Zudem verringerte der Verein seine Schulden in den zurückliegenden fünf Jahren um 100 Millionen Euro. "Wir sind finanziell sehr gut aufgestellt und einer der letzten eingetragenen Vereine, der wettbewerbsfähig ist", erklärte Peters.

Die Königsblauen haben ihren Markenwert innerhalb von vier Jahren von 95 Millionen Euro (2011) auf 270 Millionen Euro (2015) gesteigert. Im europäischen Ranking liegen sie damit in den Top 15 - noch vor Manchester United, dem FC Liverpool oder den Mailänder Clubs Inter und AC. In der kommenden Saison ist Schalke in der Europa League an Nummer 1 gesetzt. "Wir haben ein starkes wirtschaftliches Fundament geschaffen, mit dem wir auch einen kurzfristig ausbleibenden sportlichen Erfolg kompensieren können", erklärte Marketing-Vorstand Alexander Jobst.

Mit der Ausgabe von zwei neuen Anleihen (WKN: A2AA03/A2AA04) im Gesamtwert von bis zu 50 Millionen Euro setzt der Verein seinen wirtschaftlichen Konsolidierungskurs fort. Sie werden mit einer Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren und einer Stückelung von jeweils 1000 Euro angeboten. Der Zinssatz beträgt 4,25 bzw. 5,0 Prozent. "Wir wollen das deutlich günstigere Zinsniveau nutzen und unsere Finanzierungskosten senken. Zudem splitten wir die Tilgung", begründete Peters die Aktion.

Auswirkungen auf die Zusammenstellung der neuen Mannschaft hat dies nicht, da es sich um eine klassische Umfinanzierung handelt. Heidel unterlieg aber keinem Sparzwang, versicherte Peters: "Schalke 04 ist in der Lage, ein höheres Budget für den sportlichen Bereich zur Verfügung zu stellen als viele andere Vereine."

Anleihedetails auf Schalke-Homepage

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