Schwache Vorstellung gegen Saloniki

Schalke droht Aus in der Champions League

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Christian Fuchs (2.v.r.) versucht an den Ball zu kommen.

Gelsenkirchen - Schalke 04 droht nach dem Bundesliga-Fehlstart ausgerechnet im Duell mit seinem Jahrhunderttrainer Huub Stevens das Aus im Millionenspiel Champions League.

Die Königsblauen kamen nach einer schwachen Leistung im Play-off-Hinspiel gegen den griechischen Vizemeister PAOK Saloniki mit ihrem Ex-Coach nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und müssen um den Einzug in die lukrative Gruppenphase bangen.

Der Slowake Miroslav Stoch glich in der 73. Minute die Schalker Führung durch Jefferson Farfan (32.) aus. Damit stehen die Gelsenkirchener im Rückspiel am kommenden Dienstag in Griechenland vor einer schwierigen Aufgabe. Dann geht es nach den 2,1 Millionen Euro für die Qualifikationsrunde ums große Geld: Mindestens 20 Millionen würde die sechste Teilnahme an der Königsklasse den noch immer hochverschuldeten Gelsenkirchenern einbringen.

„Es war schade, weil wir eine tolle erste Halbzeit gespielt haben. Dann waren wir beim Gegentor wieder zu passiv. Das Resultat ist nicht optimal, aber wir haben noch alles in der Hand“, sagte Kapitän Benedikt Höwedes im ZDF.

Nach nur einem Punkt, aber sieben Gegentoren in den ersten beiden Bundesligaspielen blieb der Tabellen-13. erneut weit hinter seinen eigenen hohen Ansprüchen zurück. Stevens, der im Dezember nach zwei Amtszeiten über insgesamt siebeneinhalb Jahre mit 304 Spielen auf der Schalker Bank gefeuert worden war, blieb auch in seinem vierten Spiel als Gästecoach in der Veltins-Arena unbesiegt.

Das Stevens-Team suchte sein Heil in der Anfangsphase überraschend in der Offensive. Gleich drei Eckbälle in den ersten drei Minuten holten die Gäste heraus, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Bei Schalker Ballbesitz aber rührte der Außenseiter Beton an und verteidigte mit zwei dicht gestaffelten Defensivketten.

Die bizarren Rituale der Fußballstars

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Bei den Königsblauen war Geduld gefragt. Allerdings machten sie es dem Gegner mit ungenauen Zuspielen im und am Strafraum auch leicht. Auch Jungstar Julian Draxler fiel in der Offensivzentrale wenig Kreatives ein. Gäste-Keeper Jacobo blieb daher weitgehend beschäftigungslos. Das 1:0 war eher ein Zufallsprodukt: Adam Szalai bekam den Ball nicht unter Kontrolle, Farfan traf nach dem unfreiwilligen Zuspiel des Ungarn ins lange Eck.

Die beste Chance der Gäste in der ersten Halbzeit vergab Lucas, als er nach einem Fehler von Jermaine Jones aus rund zehn Metern freistehend über das Schalker Tor schoss (38.), Sekunden zuvor hatte Christian Fuchs kurz vor der Linie gerettet.

In der zweiten Halbzeit gingen die Gastgeber ein bisschen zielstrebiger zu Werke, klare Chancen blieben aber selten. Szalai verstolperte in aussichtsreicher Position (50.), beim letzten Pass fehlte weiter die Präzision. Stoch glich mit einem Distanzschuss aus. In der Schlussphase scheiterte Höwedes vor 52.444 Zuschauern in der nicht ausverkauften Arena freistehend an Jacobo (80.).

Schalke-Trainer Jens Keller überraschte vor dem Anpfiff mit einer Personalie: Der 17-jährige Max Meyer rückte für Christian Clemens in die Anfangsformation und spielte neben Jungnationalspieler Draxler auf der linken Angriffsseite. In der Abwehr ersetzte wieder Joel Matip den Ex-Dortmunder Felipe Santana, der beim 0:4 in Wolfsburg keine gute Figur gemacht hatte.

Für den verletzten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar stürmte der Acht-Millionen-Einkauf Szalai. Ausnahmetalent Leon Goretzka musste dagegen erneut auf der Bank Platz nehmen. Stevens setzte auf eine Multikulti-Truppe. Spieler aus sieben Nationen standen in der Startelf des zweimaligen griechischen Meisters.

Beste Schalker waren Torschütze Farfan und Mittelfeldrenner Jermaine Jones. Aufälligster Spieler bei Saloniki waren der Spanier Lucas und Stoch.

Arsenal, Basel und Wien fast durch

Der 13-malige englische Fußball-Meister FC Arsenal mit den deutschen Nationalspieler Per Mertesacker und Lukas Podolski hat sich eine glänzende Ausgangslage im Rennen um den Einzug die Gruppenphase der Champions League erspielt. Das Team von Trainer Arsene Wenger kam im Play-off-Hinspiel beim türkischen Vizemeister Fenerbahce Istanbul zu einem verdienten 3:0 (0:0).

Während auch der FC Basel und Austria Wien nach ihren Auswärtssiegen mit Vorteilen in die Rückspiele (27. August) gehen, droht Steaua Bukarest das vorzeitige Scheitern.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit im Istanbuler Sükrü-Saracoglu-Stadion, drehten die Gäste aus London auf. Nach starker Vorarbeit von Theo Walcott traf Kieran Gibbs (51.) aus kurzer Distanz zum 1:0, nur 13 Minuten später erhöhte Aaron Ramsey mit einem Schuss von der Strafraumkante. Der französische Nationalspieler Olivier Giroud (78.) verwandelte einen Foulelfmeter zum Endstand. Mertesacker spielte durch, Podolski wurde erst in der 82. Minute für Giroud eingewechselt.

Der Ägypter Mohamed Salah in Diensten des Schweizer Meisters FC Basel traf beim 4:2 (1:1) beim bulgarischen Vertreter Ludogorez Rasgrad doppelt (12./59.). Marcelinho (23.) und Ivan Stojanovic (50. ) hatten die Hausherren zwischenzeitlich sogar in Führung gebracht, doch Giovanni Sio (64.) und Fabian Schär (84./Foulelfmeter) sorgten für den verdienten Auswärtserfolg. In den Schlussminuten flog Rasgrads Juninho Caicara (83.) noch vom Platz.

Der österreichische Meister Austria Wien steht durch ein hochverdientes 2:0 (0:0) beim kroatischen Titelträger Dinamo Zagreb dicht vor seiner ersten Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League. Marin Leovac (68.) und Marko Stankovic (75.) machten nach dem Seitenwechsel alles klar. Zudem sah Zagrebs Ante Rukavina nur eine Minute nach seiner Einwechslung die Rote Karte (72.).

Dem favorisierten rumänischen Meister Steaua Bukarest droht hingegen nach einem enttäuschenden 1:1 (1:0) vor heimischer Kulisse gegen Legia Warschau das vorzeitige Aus. Zwar gingen die Hausherren durch Federico Piovaccari (34.) in Führung, doch Jakub Kosecki (53. ) traf zum verdienten Ausgleich für die Polen.

SID

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