Sieg bei Hertha

Traoré lässt Gladbach jubeln

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Ibrahima Traoré und Roel Brouwers beim Jubeln.

Berlin - Ein spätes Tor des eingewechselten Ibrahima Traoré hat Trainer Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach im Rennen um den direkte Champions-League-Platz einen wichtigen Sieg beschert.

Max Kruse riss erleichtert die Arme in die Höhe, Lucien Favre lief strahlend auf den Platz und umarmte jeden seiner Spieler: Nach dem späten 2:1 (1:1) bei Hertha BSC war die Erleichterung bei Borussia Mönchengladbach kaum zu übersehen. „Das war so wichtig für uns. Jetzt wollen wir auch am Samstag gewinnen, um unseren Traum zu erreichen“, sagte Mittelfeldspieler Granit Xhaka mit Blick auf das kommende „Endspiel“ um die direkte Champions-League-Qualifikation gegen Bayer Leverkusen.

Dank des Siegtreffers des eingewechselten Ibrahima Traore (85.) geht die Borussia als stolzer Tabellen-Dritter und mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf den direkten Konkurrenten in das Topspiel. Als „Bonbon“ löste Gladbach durch den Auswärtssieg Meister Bayern München als beste Rückrunden-Mannschaft ab. Nationalspieler Kruse (11.) hatte die Fohlen vor der Pause in Führung geschossen, Valentin Stocker (13.) glich nur 73 Sekunden später aus.

„Das ist Wahnsinn. Leverkusen gewinnt fast alles, wir aber auch“, sagte Gladbachs Abwehrspieler Tony Jantschke: „Wir müssen immer wieder nachlegen, aber das gelingt uns auch immer wieder.“ Freuen durfte sich auch Favre, der an seiner alten Wirkungsstätte den 100. Bundesliga-Sieg seiner Trainer-Karriere feierte und nach dem Siegtor kaum noch zu halten war.

Die Herthaner verpassten dagegen eine Vorentscheidung im Kampf gegen den Abstieg. Mit vier Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz müssen die Berliner weiter um den Klassenerhalt zittern.

Favre setzte gegen seinen ehemaligen Klub auch auf Kruse. Der Offensivspieler wurde zuletzt gleich mit mehreren Klubs in Verbindung gebracht, darunter auch der Bundesligazweite und Konkurrent VfL Wolfsburg. Sein Gegenüber Dardai, der als Spieler 55 Bundesligaspiele unter Favre bestritten hatte, konnte wieder auf Stammtorhüter Thomas Kraft zurückgreifen.

Kruse und Kaft standen vor 56.881 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auch gleich im Mittelpunkt. Zunächst verweigerte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) dem 27-jährigen Kruse wegen Abseits ein Tor, wenig später war dann alles regelgerecht. Nach einem Fehlpass von Per Skjelbred im Spielaufbau kam der Ball zum ehemaligen Berliner Raffael. Der Brasilianer bediente Kruse, der aus elf Metern freistehend einschoss. Kraft war dabei chancenlos.

Die Gladbacher hatten aber gerade erst fertig gejubelt, da glichen die Gastgeber bereits aus. Aus kurzer Distanz köpfte Valentin Stocker das 1:1, Salomon Kalou hatte zuvor nur die Latte getroffen (13.).

Die Gladbacher blieben aber die erste Halbzeit feldüberlegen. Mit meist sicherem Kombinationsspiel hielten sie den Ball in den eigenen Reihen. Die Berliner verlegten sich nach dem Ausgleich aufs Kontern. Doch auch sie spielten ihre Möglichkeiten nicht konsequent zu Ende.

Erst kurz vor der Pause war es Xhaka, der für Torgefahr sorgte: Nach einem missglückten Befreiungsschlag von Kraft tauchte der Schweizer völlig frei vor dem Hertha-Keeper auf, schoss allerdings am Tor vorbei (43.).

In der zweiten Halbzeit wurden die Gladbacher immer dominanter, agierten jedoch in den entscheidenden Momenten vor dem gegnerischen Tor zu unkonzentriert. Kurz vor Schluss sorgte Traore mit seinem ersten Liga-Tor für Gladbach aber doch noch für die Entscheidung.

Beste Spieler bei der Hertha waren Stocker und Kalou, bei den Gladbachern überzeugten Kruse und Xhaka.

sid

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