Die unglaubliche Erfolgsgeschichte des Fußballstars Julian Weigl

Vom Ostermünchner Bambini bis zur EM in Frankreich

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Der 20-Jährige hat eine beeindruckende Laufbahn hinter sich.

Ostermünchen/Frankreich - Die Sensation: Bundestrainer Löw nimmt den 20-jährigen Julian Weigl mit zur EM nach Frankreich. Hinter dem gebürtigen Aiblinger liegt allerdings ein langer Weg mit einigen Schwierigkeiten, manchmal auch disziplinarischer Art. Wie es der Ostermünchner bis in die Nationalmannschaft schaffte:

Julian Weigl erblickte am 8. September 1995 in Bad Aibling das Licht der Welt. Als der kleine Julian im Alter von sechs Jahren beim SV Ostermünchen als Bambini mit dem Fußballspielen beginnt, ahnt er nicht, dass er später eine derartig beeindruckende Karriere bis zur EM-Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft hinlegen wird.

Julian Weigl

Aber drehen wir die Uhren einmal etwas zurück: Im Jahr 2001 entdeckt der kleine Julian seine neue Leidenschaft,den Fußball. Angefangen bei den Bambinis spielt er bis zum Wechsel zu den Rosenheimer 60ern 2006 in der Jugendabteilung des SV Ostermünchen. "Sein Talent war bereits unübersehbar", schildert der Vereinsvorstand von Ostermünchen, Gerhard Niedermeier, im Gespräch mit rosenheim24.de das Können des Ausnahmefußballers. Das sei auch der Grund gewesen, wieso Julian bereits als E-Jugend-Spieler auf dem Großfeld mit der D-Jugend mitspielen hätte dürfen, so Niedermeier.

2006 schließlich der erste große Schritt: Gemeinsam mit den Trainern und Vereinsverantwortlichen entscheidet sich Julian, auf einem Talentsichtungswettbewerb der Rosenheimer 60er seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Verein habe ihm dazu auch geraten, weil die Rosenheimer einfach eine deutlich bessere Ausbildung anbieten könnten. Das sei die generelle Devise im Verein gewesen, so Niedermaier.

Die Geschichte mit der Semmel

Und tatsächlich: Die Scouts erkennen das Potenzial des 10-Jährigen und integrieren ihn in die Mannschaft. Weigl schafft es auch dort zu überzeugen. Lediglich an der Disziplin hapert es einige wenige Male. In einem recht amüsanten Fall wurde er wegen einiger Albernheiten auf die Bank verbannt. Als sich der Trainer dann doch entschloss ihn einzuwechseln, aß Weigl gemütlich eine Semmel, was ihn dann gänzlich um einen Einsatz brachte.

Ein weiterer großer Schritt

Wie einige andere Jugendspieler wechselt Weigl schließlich vier Jahre später vom Stützpunkt Rosenheim nach München. Von 2010 an ist er im Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München untergebracht und wird dort auch seine gesamte restliche Zeit als Jugendspieler verbringen.

Ab 2013 beißt sich Weigl in der zweiten Erwachsenen-Mannschaft des TSV 1860 München durch und unterschreibt im Februar 2014 seinen ersten Profivertrag bei der Zweitliga-Mannschaft. Schnell wird er zum Leistungsträger und schließlich zum jüngsten Vereinskapitän.

Schwierigkeiten mit der Vorbildfunktion

Doch der Jungspund wird seiner Verantwortung nicht immer gerecht. An einem Abend lassen Mitspieler und Weigl ihrem Frust  freien Lauf und reden schlecht über ihren Verein, wovon die Verantwortlichen Wind bekommen. Die Kapitänsbinde ist Weigl los, zwischenzeitlich muss er sogar wieder in der zweiten Mannschaft mittrainieren.

Ein kurzer Knick in der sonst so fulminanten Erfolgslaufbahn des jungen Ostermünchners. Unbeirrt hält Weigl jedoch an seiner Erfolgsstrategie fest: Auf dem Platz überzeugen. Dies macht sich spätestens im Juli 2015 bezahlbar: Der Ostermünchner wechselt für die beachtliche Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund.

Unfassbare erste Saison beim BVB

FC Schalke 04 - Borussia Dortmund

Weigl, beim BVB als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt, schafft auch in seiner ersten Saison, in der er 30 Spiele für die Borussia bestreitet, den Durchbruch und wird prompt von den Bundesligaprofis zum Aufsteiger der Saison gekürt. Seinen Marktwert schätzen Experten zur Zeit auf 14 Millionen Euro! Doch damit nicht genug: Löw nominiert ihn am 17. Mai zunächst in den vorläufigen EM-Kader und entscheidet sich am 31. Mai endgültig, dem Nachwuchstalent tatsächlich in Frankreich eine Chance zu geben.

Die Privatperson Weigl

Kaum möglich, als junger Mensch bei einem so steilen Karriereverlauf auf dem Boden zu bleiben. Doch der gebürtige Aiblinger schafft das. Obwohl er bei den Dortmundern hunderte Kilometer von seiner Heimat entfernt ist, schaue er bei jeder möglichen Gelegenheit bei den Spielen der ersten Mannschaft des SV Ostermünchen zu, sagt Niedermaier stolz.

Weigl zeigt seine Liebe zum Heimatverein auch gerne im Netz.

Auch zu seinen anderen vorherigen Vereinen hat er eine besondere Bindung. Nachdem die 60er Rosenheim kürzlich aufstiegen gratulierte er seinem Ex-Verein. Zuvor hatte er die Fans aus der Umgebung in einer Videobotschaft aufgerufen, die Rosenheimer bei den Relegationsduellen zu unterstützen.

Auch über den Klassenerhalt seines unmittelbar vorherigen Vereins, dem TSV 1860 München, verlor Weigl einige euphorische Worte auf seiner Facebook-Seite.

Generell macht Weigl einen äußerst sympathischen Eindruck und wirkt alles Andere als abgehoben. Neben sozialem Engagement, hilft er bei der Unterstützung des Nachwuchses und gibt im Netz auch öfter tiefe Einblicke in sein Privatleben. So postete er beispielsweise einen ganz persönlichen Weihnachtsgruß, auf dem auch der kleine Julian zu sehen ist.

Der Fußballstar scheut sich auch nicht, seine Beziehung mit seiner Freundin Sarah stolz auf Instagram zu präsentieren.

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Man kann dem so natürlich und sympathisch wirkenden jungen Mann seinen Erfolg einfach nur gönnen. Auch der Vereinsvorstand vom SV Ostermünchen wirkt stolz, wenn er über seinen ehemaligen Jugendspieler redet. "Des ist einfach ein so netter Kerl und auch die Familie ist super! Wir drücken dem Julian auch jetzt zur EM ganz fest die Daumen", so Niedermeier. 

Unglaublich, wie ein gewöhnlicher Fußballjunge innerhalb weniger Jahre zum deutschlandweit bekannten Fußballstar wurde. Auch die Redaktion von rosenheim24.de schließt sich den Glückwünschen des Vereinsvorstands an und hofft ebenso wie Niedermeier, dass der BVB-Spieler "so ein netter Kerl bleibt, wie er ist."

Martin Wiegand

Quelle: rosenheim24.de

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