Bayern-Block in der Defensive

Löw setzt gegen Tschechien auf Boateng

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Löw und Boateng im Gespräch. 

Hamburg - Der Weltmeister startet mit zwei Heimspielen gegen Tschechien und Nordirland in den heißen Herbst. Auf dem Weg zur WM 2018 in Russland zählen für Joachim Löw nur zwei Siege.

Seine Weltmeister offenbarten zuletzt Schwächen bei der Chancenverwertung, doch Joachim Löw schaltete vor den wegweisenden WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien und Nordirland unbeeindruckt in den Angriffsmodus. Im knallroten T-Shirt formulierte der entspannt wirkende Bundestrainer vor dem Spiel gegen die Tschechen am Samstag (20.45 Uhr/bei uns im Live-Ticker) in Hamburg deutlich seine eindeutigen Erwartungen. "Ich gehe davon aus, dass wir die Punkte einfahren. Die klare Zielvorgabe heißt: sechs Punkte für uns", sagte Löw bei der Pressekonferenz in einem Autohaus.

In einigen Gesprächen und den nur drei Trainingseinheiten hat Löw von seinen Spielern deutlich mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor gefordert. "Es war wichtig", betonte der 56-Jährige, "der Mannschaft noch einmal klar zu machen, dass wir uns das Leben selber schwer machen. Wir haben den Spielern noch einmal aufgezeigt, was passieren kann, wenn wir eben nicht das 1:0 oder 2:0 machen."

Löw: "Wir dürfen uns nicht einschläfern lassen"

Die Botschaft kam bei der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) offenbar an. "In der EM-Qualifikation sind wir zu fahrig gewesen. Da haben wir unnötig Punkte verloren. Das wollen wir diesmal vermeiden", sagte Sami Khedira auch mit Blick auf die Begegnung gegen die Nordiren am Dienstag (20.45 Uhr) in Hannover.

Um die in vielen Partien gezeigte Dominanz noch besser in Tore umzumünzen, arbeitete Löw mit seiner Mannschaft an Feinheiten. "Wir wollen auch weiterhin das Spiel dominieren und im Griff haben. Wir dürfen uns aber nicht einschläfern lassen. Die meisten Tore passieren sieben, acht, neun Sekunden nach dem Ballgewinn. Das können wir verbessern, da müssen wir variabel sein", sagte Khedira.

Der Mittelfeldspieler vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin erhielt von Löw an der Seite von Toni Kroos für das Duell mit EM-Teilnehmer Tschechien eine Einsatzgarantie - und damit den Vorzug gegenüber Rückkehrer Ilkay Gündogan. "Wir beginnen mit Sami Khedira und Toni Kroos im zentralen Mittelfeld, das ist am ehesten eingespielt", sagte Löw, machte dem Ex-Dortmunder Gündogan aber Hoffnung auf einen Startelfplatz gegen die Nordiren: "Da könnte ich mir gut vorstellen, dass Ilkay von Anfang an spielt."

Boateng kommt für Höwedes

Gegenüber dem souveränen Auftaktsieg in Norwegen (3:0) wird es wohl gegen Tschechien nur eine Veränderung geben: Der nach überstandener Verletzung zurückgekehrte Abwehrchef Jerome Boateng wird in der Innenverteidigung Benedikt Höwedes ersetzen. Die DFB-Auswahl ist also eingespielt und mit viel Selbstvertrauen ausgestattet. "Wir wollen unsere Siegesserie fortsetzen", sagte Khedira forsch.

Dafür braucht es Tore, für die nicht zwangsläufig die Offensivspieler Thomas Müller, Mario Götze, Mesut Özil oder Julian Draxler sorgen müssen. "Wir sind sehr flexibel im Angriffsspiel. Nicht nur die Offensivspieler können Tore erzielen, sondern auch Defensive bei Standards oder wenn sie wie ein Joshua Kimmich nachgehen", sagte Kapitän Manuel Neuer.

Tschechen hoffen auf ein "Wunder"

Der Münchner Kimmich hat in dieser Saison bereits sechs Pflichtspieltreffer erzielt und damit einen mehr als die nominellen Angreifer Müller, Götze und Kevin Volland zusammen. Boateng erhofft sich daher von den Offensivkräften mehr Ruhe und Entschlossenheit. "Konzentration vor dem Tor ist genauso wichtig wie Konzentration in der Abwehr. Die Offensivspieler machen das ja nicht mit Absicht. Da fehlt vielleicht manchmal ein bisschen die Kaltschnäuzigkeit und die letzte Entschlossenheit", sagte Boateng im Bild-Interview.

Die Tschechen sind für Löw "die Mannschaft, die uns am meisten fordern wird" in Gruppe C - obwohl die langjährigen Säulen Petr Cech und Tomas Rosicky abgetreten sind. Dazu fehlt im Berliner Vladimir Darida ein Schlüsselspieler verletzt. Trainer Karel Jarolim, Vater des früheren HSV-Kapitäns David, meinte: "Wir hoffen auf ein kleines Wunder."

sid

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