Über 200 Meter Schmetterling

Franziska Hentke schwimmt zu EM-Gold

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Franziska Hentke hat mit EM-Gold ihre erste internationale Langbahn-Medaille gewonnen. 

London - Doch noch Gold für Deutschland. Franziska Hentke verhinderte die erste Schwimm-EM seit 1958 ohne Sieg für deutschen Schwimmer. Doch ein Maßstab sind die Titelkämpfe nicht. Abgerechnet wird bei Olympia im August.

Franziska Hentke lachte und schlug kraftvoll mit der Hand auf das Wasser. Gold für die 26-Jährige, Gold für die deutschen Schwimmer im letzten Final-Abschnitt der Europameisterschaften in London.

Nach Silber für Weltmeister Marco Koch verhinderte Hentke über 200 Meter Schmetterling die erste EM seit 1958 ohne einen Sieg für deutsche Schwimmer. Die Kurzbahn-Europameisterin lag bei ihrer ersten Medaille auf der Langbahn in 2:07,23 Minuten nur eine Hundertstelsekunde vor der Ungarin Liliána Szilágyi. Dritte wurde die Spanierin Judit Ignacio Sorribes.

"Einfach nur geil. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jetzt hier Gold gewinne", sagte Hentke. "Eine Hundertstelsekunde Vorsprung, endlich mal das Glück auf meiner Seite."

Hentke hatte wie Koch die EM aus dem Training heraus zur Olympia-Vorbereitung geschwommen. Die Abläufe mit Vorlauf und Halbfinale sowie dem Finale tags darauf sollten geprobt werden. So probierte es Hentke anders als bei der WM voriges Jahr mit einer Ruhephase statt vormittäglicher Belastung am Finaltag. Außer Koch und Hentke bereiten sich alle anderen Olympia-Kandidaten um Weltrekordler Paul Biedermann bereits auf Rio vor. Die teils minderjährigen Nachwuchskräfte aus dem nur 15-köpfigem Aufgebot agierten in London oft zu nervös und erreichten kaum wie gewünscht ihre Bestzeiten, von Finals ganz zu schweigen.

"Zwiegespalten" formulierte Chefbundestrainer Henning Lambertz daher auch sein EM-Fazit. "Marco hat sich aus meiner Sicht sehr gut präsentiert", sagte Lambertz im Aquatics Centre, wo die Deutschen 2012 vor seiner Amtsübernahme ganz ohne Olympia-Medaillen geblieben waren. Koch hatte die EM gesundheitlich angeschlagen absolviert. Hentke prognostizierte Lambertz bereits vor ihrem Finale ein schweres Rennen, da sie aus dem Training heraus nicht die erforderlichen hohen Laktatwerte erzielen könne. So war Hentkes Leistung der deutschen Meisterschaften vor zwei Wochen mit der weltweit zweitbesten Zeit von 2:05,77 bei dieser EM illusorisch - aber die Kampfkraft auf dem Weg zum EM-Titel war enorm. Das gibt der WM-Vierten Auftrieb für Rio.

Auch andere Nationen absolvierten die kontinentalen Titelkämpfe aus dem Training heraus - nur ihr Grundniveau ist meist höher als das der Deutschen. So ist konnten die erfolgreichsten Teilnehmer Katinka Hosszu (Ungarn/vier Titel) und Sarah Sjöström (Schweden/drei Titel) EM-Erfolge nebenbei verbuchen, ohne ihr Training für Rio nennenswert zu ändern.

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