Australier benimmt sich komplett daneben

Nick Kyrgios: So einen Eklat hat das Tennis lange nicht erlebt

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Nick Kyrgios auf dem Weg zur Pausenbank in Shanghai.

Shanghai - Tennis-Star Nick Kyrgios hat einen echten Skandal-Auftritt hingelegt: Zuerst hatte er keine Lust zu spielen, legte sich dann mit dem Schiedsrichter an und beleidigte zuletzt sogar einen Fan.

Dass der Australische Tennis-Spieler Nick Kyrgios ein temperamentvoller Mensch ist, wissen Tennis-Fans schon wegen anderer Skandalauftritte des 21-Jährigen. Bei den ATP-Masters-1000 in Shanghai hat Kyrgios aber noch einen drauf gesetzt und einen Skandal-Auftritt gezeigt, den die gemäßigte Tennis-Welt wohl nicht so schnell vergessen wird.

In der zweiten Runde der ATP-Masters-1000 spielte Nick Kyrgios gegen den deutschen Mischa Zverev. Der Australier ging als Favorit in das Spiel, verlor aber mit 3:6 und 1:6. So weit so gut. Doch was die Gemüter der Tennis-Fans erregt, ist die Art und Weise, wie Kyrgios das Spiel verloren gab.

Schlichte Arbeitsverweigerung

Von Anfang an hatte der Zuschauer den Eindruck, dass Kyrgios nicht wirklich gewinnen wollte. Ohne jeden Druck und in hohem Bogen spielte der 21-Jährige seine Aufschläge ins gegnerische Feld. Bei vielen Angaben seines Gegners versuchte Kyrgios noch nicht einmal, den Ball zu erreichen. Das beste Beispiel für die Lustlosigkeit gab Kyrgios im ersten Satz, beim Stand von 1:3. Hier spielte er seine Angabe ohne jeden Punktwillen über das Netz, um sofort danach in Richtung seiner Bank zu gehen, ohne überhaupt den Schlag seines Gegners abzuwarten. Die Zuschauer reagierten mit lauten Pfiffen und Buh-Rufen. 

In der anschließenden Pause sprach ihn der Schiedsrichter auf sein Verhalten an und belehrte den Australier: "Nick, du kannst so nicht spielen. Das ist einfach nicht professionell." Kyrgios zeigte sich unbeeindruckt, gab dem Schiedsrichter ein paar temperamentvolle Widerworte mit auf den Weg. Er sagte: "Kannst du Time sagen, damit ich dieses Match beenden und nach Hause gehen kann?" Das geschah nicht und Kyrgios setzte sein lustloses Spiel fort.

Beleidigung gegen Zuschauer

Als nächstes legte sich der Tennis-Star dann mit einem Zuschauer an. Dieser hatte von den Rängen aus seine Spielweise kritisiert. Kyrgios ließ seinen Gegner Mischa Zverev, der mit dem Ball in der Hand einen Aufschlag machen wollte, warten. Kyrgios legte sich mit dem Zuschauer an und sagte: "Setz dich hin, halt die Klappe und schau zu." Für die Beleidigung gab es eine Verwarnung durch den Schiedsrichter.

Aber auch nach dem Spiel konnte sich Kyrgios nicht beruhigen und wetterte weiter. Auf seinen Auftritt angesprochen, antwortete er einem Journalisten: "Wenn du so gut bist, mir Ratschläge zu erteilen: Warum bist du dann nicht auf der Tour?" Angesprochen auf die Enttäuschung der Zuschauer über sein Spiel sagt er: "Ich habe niemandem gesagt, dass er kommen soll. Das entscheidet jeder für sich selbst. Ihr wisst, dass ich unvorhersehbar bin. Ich schulde den Zuschauern gar nichts."Auch den Vorwurf, er habe sich gegenüber Mischa Zverev respektlos verhalten, konnte Kyrgios nicht nachvollziehen: "Sein Bruder ist einer meiner besten Freunde. Ich weiß nicht, was ihr von mir wollt."

Die ATP wiederum konnte das Verhalten des 21-Jährigen nicht nachvollziehen und verurteilte ihn zu 16.500 Dollar Strafe: 10.000 Dollar für den Mangel an Motivation, für das Beschimpfen des Schiedsrichters 5.000 Dollar und für unsportliches Verhalten noch einmal 1.500 Dollar.

Kyrgios selbst entschuldigte sich später in einem Twitter-Post für sein Verhalten. Er schrieb: "Ich war heute nicht gut genug, auf vielen Ebenen - Ich bin besser als das. Ich könnte jetzt Ausreden aufzählen, aber es gibt keine. Sorry"

Kyrgios: eine echte Skandal-Nudel

Warum der 21-Jährige so lustlos auftrat, bleibt vorerst ein Rätsel. Eigentlich hätte er hochmotiviert sein können, gewann er doch erst drei Tage vor dem Spiel die Rakuten Japan Open Tennis Championships in Tokio. Der bis dahin größte Erfolg des Tennis-Profis. 

Bereits zuvor war Kyrgios immer wieder durch sein für den Tennis-Sport eher untypisches Verhalten aufgefallen. Bereits 2014 war er wegen Beleidigung zu einer 25.000-Dollar-Strafe verdonnert worden, weil er seinem Gegenspieler auf dem Platz von einem vermeintlichen Seitensprung von dessen Freundin berichtet hatte. In seinen Partien kam es darüber hinaus immer wieder zu Wortgefechten mit Schiedsrichtern, weil er mit deren Entscheidungen nicht zufrieden war.

rs

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