Titelverteidiger auf Kurs

Haas schimpft sich ins Halbfinale von München

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Tommy Haas

München - Tommy Haas hat sich in einem hartumkämpften Match das Ticket für das Halbfinale von München gesichert. Nur zwei Siege fehlen ihm zur Titelverteidigung. Nun erwartet ihn ein Qualifikant aus der Slowakei.

Nach einer Stunde war die Tennis-Welt des Titelverteidigers aus den Fugen geraten. Tommy Haas schüttelte den Kopf, schimpfte und schmiss den Schläger in den nassen Sand. Auf der Tribüne rutschte Vater Peter nervös hin und her - Haas drohte das Aus beim ATP-Turnier in München. Doch wie so häufig in seiner Karriere kämpfte sich der 36-Jährige zurück, bezwang den Italiener Andreas Seppi 6:3, 3:6, 6:3 und steht in seiner früheren Heimat erneut im Halbfinale.

In dem trifft Haas am Samstag auf den Qualifikanten Martin Klizan aus der Slowakei. Auch Jan-Lennard Struff hatte am frühen Abend noch die Chance, in die Runde der besten Vier einzuziehen. Der 24-Jährige aus Warstein, der sich ebenfalls durch die Qualifikation gespielt hatte, bekam es mit Lucky Loser Ricardas Berankis (Litauen) zu tun.

„Ich bin sehr zufrieden, dass ich in den wichtigen Momenten die entscheidenden Punkte gemacht habe“, sagte Haas, der nach 1:56 Stunden seinen ersten Matchball verwandelt hatte: „Gegen Klizan wird es wieder ein hartes Match werden. Er hat hier schon sechs Spiele in Folge gewonnen und fühlt sich wohl.“

Haas' zweiter Auftritt nach sechswöchiger Pause wegen anhaltender Schulterprobleme war beileibe keine Gala. Die war für den noch immer angeschlagenen Routinier bei nasskalten Bedingungen im Münchner Mai allerdings auch kaum möglich. Gegen den soliden Südtiroler Seppi galt es, sich selbst zu überwinden - das gelang Haas einmal mehr in bekannter Manier.

Segelte eine Vorhand ins Aus, verschlug er einen Volley oder setzte eine Rückhand ins Netz, meckerte Haas; mal mit sich selbst, mal mit seiner Box, mal mit dem rutschigen Sand. Dabei hatte er das fünfte Aufeinandertreffen mit Seppi eine Stunde lang im Griff gehabt, der vierte Sieg schien unausweichlich, auch weil Seppi weit unter seinen Möglichkeiten blieb.

Fehler-Serie bringt Halbfinal-Einzug in Gefahr

Haas reichten Aufschläge mit 175 km/h, mehr gibt die Schulter derzeit nicht her. Doch immerhin konnte er sich auf seine Beinarbeit und in den wichtigen Situationen auf seine begnadeten Grundschläge verlassen. Eine Kombination aus Rückhand, Vorhand und Volleystop brachte Haas das entscheidende Break im ersten Satz ein.

Eine Serie von Fehlern ließ Haas' fünftes Halbfinale bei den BMW Open ab Mitte des zweiten Satzes jedoch in die Ferne rücken. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch, der im achten Spiel des dritten Satzes gipfelte. Elfmal ging es bei Aufschlag Seppi über Einstand, erst seinen vierten Breakball nutzte Haas zur 5:3-Führung.

Die ließ er sich nicht mehr nehmen und steht nun vor seinem dritten Finaleinzug in München seit seinem Debüt vor 16 Jahren. Gegen den Weltranglisten-111. Klizan ist Haas trotz der Schulterschmerzen und der fehlenden Matchpraxis klarer Favorit. Das bisher einzige Aufeinandertreffen gewann er 2012 in Hamburg - ebenfalls auf Sand - deutlich in zwei Sätzen.

sid

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