Rio de Janeiro

Paralympics: Gold für Staffel - Rollstuhl-Basketballer weiter

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Die deutsche 4x100m-Staffel hatte eigentlich zunächst mit Silber gerechnet.

Rio de Janeiro - Der fünfte Wettkampftag in Rio de Janeiro endet für die deutsche Mannschaft mit zwei weiteren Paralympics-Medaillen. Irmgard Bensusan holt Silber, David Behre Bronze.

Der Montagabend in Rio de Janeiro hat der deutschen Paralympics-Mannschaft zwei weitere Medaillen durch Leichtathleten beschert. Dennoch rutschte das Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) in der Nationenwertung ab. Nach 238 von 528 Entscheidungen stand für fünfmal Gold, neunmal Silber und sechsmal Bronze Rang elf zu Buche. An der Spitze ist weiter unangefochten China (50/40/28) vor Großbritannien (28/16/19) und der Ukraine (22/19/20).

Gold für 4x100m-Staffel

Sie hatten schon Silber gefeiert und waren mit der Deutschland-Fahne eine Ehrenrunde gelaufen. Doch plötzlich erreichte die deutsche 4x100-m-Staffel die Nachricht von der Disqualifikation der USA. Das Leverkusener Quartett mit Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm, 400-m-Weltmeister David Behre, Felix Streng und Johannes Floors war nicht mehr zu bremsen, es war eine Explosion der Gefühle. Gold auf Umwegen! Der Traum vom Sieg bei den Paralympics in Rio wurde wahr.

"Das war richtig krass. Als wir es gehört haben, ist der Puls auf 220 hochgeschossen und alle sind ausgerastet. Ich war eigentlich schon mit Silber zufrieden, weil wir Bestzeit gelaufen sind", sagte ein strahlender Rehm. Der Jubel war derart ausgelassen, dass Floors sich dabei das Knie verdrehte und beim anschließenden 200-m-Lauf aufgeben musste.

Für die Staffel des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) war es nach Welt- und Europameister-Titel die Krönung. Die vier Jungs gewannen in der Europarekord-Zeit von 40,82 Sekunden. Der ewige Rivale aus den USA, der als Erster durchs Ziel gelaufen war, hatte sich beim zweiten Wechsel einen Fehler erlaubt. Gastgeber Brasilien (42,04) rutschte so noch auf den Silberrang. "Das war ein Superlauf, die Jungs hatten unter einem Mordsdruck gestanden", sagte Chef de Mission Karl Quade.

Leichtathletin Irmgard Bensusan gewinnt Silber über 400 Meter

Mit dem schnellsten Lauf ihrer Karriere hat sich Irmgard Bensusan die Silbermedaille über 400 gesichert. In 59,62 Sekunden musste die Leverkusenerin nur der Französin Marie-Amelie le Fur den Vortritt lassen, die in 59,27 Sekunden Weltrekord lief. Bei der WM 2015 in Katar war die gebürtige Südafrikanerin Bensusan, deren rechter Unterschenkel gelähmt ist, noch fast vier Sekunden langsamer gewesen.

David Behre ersprintet Bronzemedaille über 200 Meter

Die deutschen Sprinter waren nicht zu stoppen. Nicht einmal zwei Stunden nach Gold mit der Staffel lief David Behre über 200 Meter auf den dritten Platz. Der Leverkusener, dem beide Unterschenkel fehlen, stellte in 21,41 Sekunden einen Europarekord auf. „Das ist megamäßig. Einmal Gold und einmal Bronze an nur einem Abend - ich kann sehr zufrieden sein“, sagte Behre - und das am Tag vor seinem 30. Geburtstag. Sein Staffelkollege Johannes Floors wurde mit der persönlichen Bestleistung von 21,81 Sekunden Vierter. Felix Streng, der ebenfalls zum Gold-Quartett gehörte, gab das Rennen nach wenigen Metern auf.

Schwimmerinnen Schnittger und Schott jeweils Vierte

Schneller geschwommen und trotzdem zurückgefallen: Naomi Maike Schnittger musste über 400 Meter Freistil in 4:43,57 Minuten mit dem undankbaren vierten Platz vorliebnehmen. Am Ende fehlten der 22 Jahre alten sehbehinderten Potsdamerin acht Hundertstelsekunden zur Bronzemedaille. Dabei hatte sie sich gegenüber dem Vorlauf sogar noch gesteigert - um zwei Hundertstelsekunden. Auch Verena Schott verpasste eine Medaille im Schwimmbecken knapp. Über 200 Meter Lagen schlug die inkomplett querschnittgelähmte Athletin nach 3:10,44 Minuten als Vierte an. Tobias Pollap belegte über 50 Meter Schmetterling Rang acht.

Rollstuhl-Basketballer erreichen das Achtelfinale

Nach dem Frauen-Team haben auch die deutschen Rollstuhl-Basketballer das Viertelfinale erreicht. Das Team von Bundestrainer Nicolai Zeltinger zog durch ein 73:61 (33:27) im letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Brasilien in die K.o.-Runde ein. Nach zwei Siegen und drei Niederlagen belegte die deutsche Mannschaft Platz vier in der Gruppe und trifft nun auf Spanien, den Sieger der Staffel A. Das Frauen-Team war als Gruppensieger ins Viertelfinale eingezogen.

dpa/sid

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