Muhammad Ali starb mit 74 Jahren

Der größte Boxer aller Zeiten verlor seinen letzten Kampf!

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Für viele Box-Fans sein größter Kampf: Muhammad Ali (l) holt sich mit einem K.O.-Sieg gegen George Foreman am 30.10.1974 in Kinshasa (Zaire) den Titel des Boxweltmeisters im Schwergewicht zurück.

Phoenix - Muhammad Ali ist tot. Der größte Boxer aller Zeiten starb am Freitag (US-Zeit) mit 74 Jahren in einem Krankenhaus bei Phoenix. Hier lesen Sie einen Nachruf:

Trauer um eine Sport-Legende und einen ganz großen Menschen: Muhammad Ali ist tot. Seit über 30 Jahren litt die Box-Legende an der Parkinson-Krankheit. Am Freitag verlor er der Kampf in einem Krankenhaus in Phoenix (US-Bundesstaat Arizona).

Am Donnerstag war der dreifache Schwergewichts-Weltmeister mit Atemproblemen in eine Klinik in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona eingeliefert worden. Im Laufe des Freitags zeichnete sich ab, dass sein Zustand sich rapide verschlechterte. Seine Familie wachte an seinem Krankenbett. Am Samstagmorgen deutscher Zeit bestätigte Muhammad Alis Sprecher Bob Gunnell dessen Tod. "Nach einem 32 Jahre langen Kampf mit der Parkinson-Krankheit ist er von uns gegangen", hieß es in einem Statement.

Das war das Leben des "Größten"

Er war einer der Größten des Sports, und er schrie es immer wieder in die Welt hinaus. Er war der bekannteste und beste Boxer aller Zeiten. Er war „Sportler des Jahrhunderts“ und so beliebt wie kein anderer seiner Zunft auf diesem Planeten. Den Namen Muhammad Ali kennen sogar Kinder, die ihn niemals boxen sahen. Sie alle trauern nun um „The Greatest“. Mit 74 Jahren starb Muhammad Ali am Freitag (Ortszeit) in einem Krankenhaus bei Phoenix, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Er hinterlässt neun Kinder, viermal war Ali verheiratet gewesen.

„Rumble in the Jungle“ und „Thrilla in Manila“ sind Begriffe, die Sportfans rund um den Erdball noch heute zum Schwärmen bringen. Ali war ein Idol, ein Künstler im Ring. Sein leichtfüßiger Kampfstil und die einzigartigen Reflexe machten ihn weltweit zum Mythos. „Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“, umschrieb der frühere Schwergewichts-Weltmeister sein flinkes, scheinbar schwereloses Boxen. Ali war aber auch ein Mann, der sich gegen Ungerechtigkeit wehrte und den Mächtigen die Stirn bot. Rassismus und Vietnam-Krieg prangerte er an, opferte dafür sogar einen wesentlichen Teil seiner Karriere. Weil er den Kriegsdienst in Vietnam verweigerte, wurde er knapp drei Jahre gesperrt.

„Er war größer als der Präsident der Vereinigten Staaten, war der berühmteste Mensch der Welt“, sagte Alis einstiger Gegner George Foreman. Ali hatte ein Charisma, das Millionen Menschen faszinierte. Er war vorlaut, ließ manchmal kein gutes Haar an seinen Gegnern, provozierte ohne Ende. Ali war Marktschreier und Top-Verkäufer seiner selbst. „I am the Greatest“, fauchte er in jedes Mikrofon. Ali, der in frühen Jahren Cassius Clay hieß und 1964 zum Islam übertrat, war ein unvergleichliches Marketing-Talent.

Die große Klappe konnte er sich leisten. Ali entthronte 1964 den als unbesiegbar geltenden Weltmeister Sonny Liston. „Ich habe die Welt durchgeschüttelt“, tönte er danach. Nach dem Comeback Anfang der 70er Jahre wurden die Kämpfe gegen Joe Frazier, Ken Norton und George Foreman zu globalen Ereignissen, für die Zuschauer in aller Welt nachts ihrer Wecker stellten. Er musste auch Niederlagen hinnehmen wie gegen Frazier 1971 und Norton 1973. „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa gegen den vermeintlich übermächtigen Foreman, den er in der achten Runde k.o. schlug, gilt heute noch als einer der besten Boxkämpfe überhaupt.

Ali stand länger im Ring als sein Körper es verkraften konnte. Sein letzter Auftritt war geradezu erschütternd. Am 11. Dezember 1981 verlor er gegen den Kanadier Trevor Berbick. Das ging als das „Drama auf den Bahamas“ in die Annalen ein. Die 1984 bei ihm diagnostizierte Parkinson-Krankheit bezeichnete er als „einen Test Gottes“. In den vergangenen Jahren war Ali nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Er saß zumeist im Rollstuhl, konnte kaum reden. Alis Credo: „Du wirst eines Tages sterben. Also sei bereit, um in den Himmel zu gehen und um ewig glücklich zu leben."

Das waren seine wichtigsten Kämpfe

Vor allem seine Kämpfe vor allem gegen Joe Frazier und George Foreman sind in die Box-Geschichte eingegangen. Der Olympiasieger und dreimalige Profi-Weltmeister Muhammad Ali boxte auch gegen die Deutschen Karl Mildenberger und Jürgen Blin.

  • 5. September 1960, Rom: Cassius Clay wird mit einem Punktsieg über Zbigniew Pietrzykowski (Polen) Olympiasieger im Halbschwergewicht. Es ist sein letzter von 108 Amateurkämpfen, von denen er nur acht verlor. 
  • 25. Februar 1964, Miami Beach: Cassius Clay gewinnt mit einem K.o.-Sieg in der achten Runde über Sonny Liston (USA) erstmals den WM-Titel. „Ich bin der Größte. Ich bin der Schönste“, tönt er und tritt wenig später zum Islam über. 
  • 9. Oktober 1966, Waldstadion Frankfurt: Vor 35 000 Zuschauern verteidigt Ali gegen Europameister Karl Mildenberger seinen WM-Gürtel. Anschließend gesteht er, dass sei sein schwerster Kampf seit dem Titelgewinn gegen Sonny Liston gewesen. 
  • 8. März 1971, Madison Square Garden New York: Ali kassiert gegen Joe Frazier im Kampf um die WM-Gürtel von WBA und WBC die erste Niederlage in seiner Profikarriere. Im „Kampf des Jahrhunderts“ schlägt Frazier seinen Widerpart in der 15. und letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden. Die beiden Boxer bekommen Rekordbörsen von jeweils 2,5 Millionen Dollar. 
  • 26. Dezember 1971, Hallenstadion Zürich: Muhammad Ali schlägt den Hamburger Jürgen Blin in der siebten Runde K.o. „Sportlich war der Kampf nicht viel wert. Ich wusste genau, dass ich keine Chance habe“, sagt Blin später. 
  • 30. Oktober 1974, Kinshasa: Im legendären „Rumble in the Jungle“ erkämpft sich Ali gegen George Foreman in Kinshasa durch K.o. in der 8. Runde die WM-Titel der WBA und WBC zurück - mit völlig neuer, defensiver Taktik. Er durchbricht als zweiter Profi nach Floyd Patterson das eherne Gesetz „They never come back“. 
  • 1. Oktober 1975, Manila: Muhammad Ali bezwingt Joe Frazier im „Thrilla in Manila“ durch Aufgabe nach der 14. Runde. 28 000 Zuschauer im prall gefüllten Araneta Coliseum werden Zeugen der wohl größten Schlacht im Ring der Boxgeschichte. 

Die wichtigsten Stationen seines Lebens

  • 17. Januar 1942: Geburt von Cassius Marcellus Clay in Louisville (US-Bundesstaat Kentucky) als ältester von zwei Söhnen; Mutter Odessa Lee Grady, Putzfrau und Köchin, Vater Cassius Marcellus Clay, Schildermaler 
  • 1954: Debüt als Amateur-Boxer in Louisville 5. September 1960: Olympiasieg in Rom im Halbschwergewicht gegen Zbigniew Pietrzykowski (Polen) nach Punkten 29. Oktober 1960: Profidebüt in Louisville für 2000 Dollar Börse 
  • 25. Februar 1964: Gewinn des WM-Titels in Miami Beach gegen Sonny Liston durch K.o. in der 8. Runde 
  • 26. Februar 1964: Übertritt zum Islam, Namensänderung in Muhammad Ali 
  • 4. August 1964: Heirat mit Fotomodel Sonji Roi 10. Januar 1966: Scheidung von Sonji Roi 
  • 28. April 1967: Entzug der Boxlizenz und der WM-Titel (WBA, WBC) wegen Kriegsdienstverweigerung 
  • 25. Juni 1967: Verurteilung zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und einer Geldbuße von 10 000 Dollar. Gegen eine Kaution von 5000 Dollar bleibt er auf freiem Fuß. 
  • 17. August 1968: Heirat mit Belinda Boyda 
  • 11. September 1970: Aufhebung der Box-Sperre 26. Oktober 1970: Comeback nach 42-monatiger Zwangspause mit K.o.-Sieg gegen Jerry Quarry 
  • 8. März 1971: Erste Profi-Niederlage. Gegen Weltmeister Joe Frazier verliert er den „Kampf des Jahrhunderts“. 28. Januar 1974: Punktsieg gegen Joe Frazier in New York 
  • 30. Oktober 1974: K.o.-Sieg in der 8. Runde gegen George Foreman im „Rumble in the Jungle“. Zum zweiten Mal Weltmeister (WBA und WBC). 1975: Erste Buchpräsentation von „The Greatest - my own story“ 
  • 1. Oktober 1975: „Thrilla in Manila“: Ali gewinnt den dritten Kampf gegen Frazier durch technischen K.o. in der 14. Runde. 
  • Januar 1977: Scheidung von Belinda Boyd 
  • 19. Juni 1977: Heirat mit Veronica Porsche 
  • 15. Februar 1978: Verlust der WM-Titel nach Punkt-Niederlage gegen Leon Spinks 
  • 15. September 1978: Zum dritten Mal Weltmeister (WBA) nach Punktsieg gegen Spinks 
  • 27. Juni 1979: Rückgabe des WBA-Titels und Rücktritt vom Boxsport 
  • 2. Oktober 1980: Trotz ärztlicher Warnung Comeback und Niederlage in der 11. Runde gegen Weltmeister Larry Holmes. Mit acht Millionen Dollar kassierte er seine höchste Börse. 
  • 11. Dezember 1981: Mit einer Punkt-Niederlage nach 10 Runden gegen Trevor Berbick verabschiedet er sich vom Boxen. 
  • 1984: Parkinson-Syndrom diagnostiziert 
  • 11. April 1986: Scheidung von Veronica Porsche 
  • 19. November 1986: Heirat mit Lonnie Williams 
  • 22. Juli 1996: Entzünden des olympischen Feuers in Atlanta September 
  • 1998: Ernennung zum UNO-Friedensbotschafter 
  • 2000: Auszeichnung als Sportler des Jahrhunderts 
  • 11. Januar 2002: Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood 2005: Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold und der Freiheitsmedaille der USA 
  • 15. November 2011: Muhammad Ali gibt in Philadelphia Joe Frazier das letzte Geleit. Der ehemalige Boxer war am 7. November im Alter von 67 Jahren gestorben. 
  • 14.9.2012 Auszeichnung mit der Freiheitsmedaille für sein soziales Engagement.

Quelle: rosenheim24.de

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