Verfolger setzen den Deutschen unter Druck

Spielberg-Hattrick für Rosberg?

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Gutes Pflaster: Während Nico Rosberg in den vergangenen beiden Jahren in Spielberg jubeln durfte, hatte Lewis Hamilton das Nachsehen.

Spielberg - WM-Spitzenreiter Nico Rosberg nimmt seinen dritten Sieg in Folge in Österreich ins Visier. Seine Jäger mit Lewis Hamilton und Sebastian Vettel an der Spitze sind unter Zugzwang.

Zuletzt erlebte Lewis Hamilton ihn wieder, diesen perfekten Moment hinter dem Steuer. Mit seinem ganzen Können zähmte der dreimalige Formel-1-Weltmeister sein "Biest", balancierte gekonnt auf der Grenze der Physik und presste so die entscheidenden Tausendstelsekunden heraus. Kleiner Haken: Dieses Szenario spielte sich lediglich im Werbespot für das neueste Aushängeschild der Sportwagenserie von Mercedes ab.

Doch Hamilton hat am Wochenende die Chance, die Brücke zur Realität zu schlagen. Ein perfektes Rennen mit seinem Mercedes W07 Hybrid beim Großen Preis von Österreich, und der Weltmeister würde die 24 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Nico Rosberg auf ein erträgliches Maß stutzen - und bei einer Nullrunde des Rivalen im besten Fall gar die WM-Führung übernehmen.

Rosberg Doppel-Sieger beim Österreich-Grand-Prix

Doch Hamilton, der sich in der laufenden Saison selbst einige unnötige Fehler erlaubte und auch einige technische Probleme hatte, weiß um die Schwere der Aufgabe: "Die Strecke ist schnell und besitzt einen guten Fluss. Überholen ist allerdings schwierig, ein Startplatz an der Spitze ist definitiv von Vorteil", sagte der 31-Jährige.

Seit dem Comeback des Österreich-Grand-Prix vor zwei Jahren hieß der Sieger in Spielberg allerdings zweimal Rosberg. Und der Wiesbadener will den Hattrick: "Es ist immer etwas Besonderes, wenn man in zwei Rennen auf einer Strecke zweimal gewonnen hat. Gern würde ich daraus drei Siege in drei Rennen machen."

Unerwartete Konkurrenz für die Mercedes-Piloten

Der seit Montag ebenfalls 31 Jahre alte Rosberg sollte auf dem Red-Bull-Ring aber nicht nur ein Auge auf seinen Teamkollegen haben. Auf der mit 4,326 km zweitkürzesten Strecke im Kalender nach Monaco kommt es wegen der vielen Geraden und zweier 90-Grad-Kurven vor allem auf Motorkraft und Traktion an. Damit kommen automatisch die ebenfalls mit starken Mercedes-Motoren bestückten Williams und Force India ins Spiel.

Aber auch und vor allem für Ferrari schlägt wieder einmal die Stunde der Wahrheit. Wann kommt der große Durchbruch, wann zumindest der erste Sieg? Nach einem Motor-Update war Sebastian Vettel Anfang Juni in Kanada auf einen Schlag konkurrenzfähig mit Mercedes auf einer ebenfalls powerlastigen Strecke. In Baku eine Woche später war gegen die Silbernen dann wieder kein Kraut gewachsen.

"Der Kurs sollte uns liegen."

Nun verzichtete der Heppenheimer, der 45 Punkte hinter Rosberg zurückliegt, auf eine klare Kampfansage. "Der Kurs sollte uns liegen. Die Strecke ist sehr kurz, es gibt nicht viele Kurven. Deshalb ist es unglaublich wichtig, gerade im Qualifying jede Kurve richtig hinzubekommen", sagte Vettel, der am Rennsonntag 29 Jahre alt wird.

Red Bull sieht sich beim Heimspiel auf dem gleichnamigen Kurs selbst in der Außenseiterrolle. Der Australier Daniel Ricciardo, der mit dem aerodynamisch starken RB 12 auf weniger motorlastigen Kursen auch schon um Siege gefahren ist, gibt lediglich "die Top Fünf" als Ziel aus.

Zufallsfaktor Wetter

Zum Zünglein an der Waage könnten allerdings externe Faktoren werden: Zum einen ist der Kurs mit einer neuen Asphaltschicht versehen worden. "Die Strecke ist jetzt komplett flach, alle Bodenwellen sind verschwunden", berichtete der Österreicher Lucas Auer, der erst im Mai in Spielberg mit der DTM gefahren ist.

Die Außenseiter dürfen vor allem auf das instabile Wetter in den Bergen hoffen: Für das Qualifying am Samstag sind heftige Niederschläge und Gewitter angesagt. Auch am Sonntag droht Regen.

sid

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