Bolt, Phelbs, Hambüchen

Servus! Wen wir bei Olympia nicht mehr sehen werden

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Zum Abschluss der Karriere Gold: Kunstturner Fabian Hambüchen beendet seine Karriere.

Rio de Janeiro - Für Superstars wie Usain Bolt oder Michael Phelps waren die Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ihre letzten als Sportler. Auch zahlreiche deutsche Athleten hören vor Tokio 2020 auf.

Für diese Sportler ist es vorbei:

Usain Bolt (Jamaika/Leichtathletik): Drei Olympische Spiele, dreimal das goldene Triple. Der Mann hat Spuren hinterlassen. Vor allem hinterlässt er eine gähnende Leere - als Sportler, als Liebling des Publikums, als größer Entertainer.

Fabian Cancellara (Radsport/Schweiz): Olympiasieger im Zeitfahren 2008 und 2016 (und darüber hinaus auch mehrfacher Weltmeister). Schon die WM im Oktober in Katar fährt der 35 Jahre alte Schweizer nicht mehr.

Jelena Issinbajewa (Leichtathletik/Russland): 2004 und 2008 Gold, 2012 Bronze im Stabhochsprung. In Rio nicht am Start wegen des Generalausschlusses russischer Leichtathleten. Geht nicht so ganz: Macht jetzt auf IOC-Athletensprecherin.

Michael Phelps (USA/Schwimmen): Vier Olympische Spiele, 23-mal Gold. 23-mal! Damit läge der erfolgreichste Olympia-Sportler der Geschichte im ewigen Medaillenspiegel der nun 31 Sommerspiele auf Rang 35 - auf Augenhöhe mit Jamaika oder Argentinien.

Bradley Wiggins (Radsport/Großbritannien): "Wiggo", 36 Jahre alt, Tour-de-France-Sieger 2012, war seit 2004 in Athen dabei. Gewann in Rio sein fünftes Gold. Will im Winter in seiner Geburtsstadt Gent/Belgien bei einem Sechstagerennen abtreten.

Und die Deutschen?

Ludger Beerbaum (Springreiten): Rio waren seine siebten Spiele, es gab noch einmal Mannschaftsbronze zu viermal Gold. "28 Jahre Olympia reicht, jetzt sollen mal die Jungen ran". Will ab und an als Einzelreiter bei kleineren Turnieren starten.

Paul Biedermann (Schwimmen): Wird jetzt noch ein paar Jahre abtrainieren müssen, aber das war's dann auch. Hält weiter die Weltrekorde über 200 m und 400 m Freistil, aber bei Olympia ist der Doppel-Weltmeister von 2009 ohne Medaille geblieben.

Fabian Hambüchen (Kunstturnen): Kann problemlos weiterturnen - zumal ihm ja sein Gold-Reck aus Rio in seine Turnhalle in Wetzlar gestellt wird. Wird nicht mehr auf internationaler Ebene starten, höchstens noch in der Bundesliga.

Robert Harting (Leichtathletik, Diskus): Olympiasieger 2012, diesmal gescheitert in der Quali, Bruder von Rio-Olympiasieger Christoph Harting. Will noch bis zur EM 2018 in Berlin werfen - dann aber soll Schluss sein.

Moritz Fürste (Hockey): Olympiasieger 2008. Olympiasieger 2012. In Rio noch mal Bronze zum Abschluss einer grandiosen Karriere. Mit Fürste verliert die Mannschaft nicht nur einen Spieler von Weltklasse-Format, sondern ihr Aushängeschild.

Silvia Neid (Fußball Frauen): Ein beneidenswerter Abschied. Kann nach elf Jahren als Bundestrainerin mit dem ersten Gold deutscher Fußballerinnen bei Olympia abtreten. Nachfolgerin Steffi Jones muss Ähnliches erst mal hinbekommen.

Christina Obergföll (Leichtathletik, Speer): Weltmeisterin 2013, Bronze (2008) und Silber (2012) bei Olympia. In Rio nur noch Rang acht. Startet am 3. September noch mal beim Istaf in Berlin, macht dann erst mal wieder in Familie.

Ronald Rauhe (Kanu): Viele kennen ihn womöglich nicht, aber der 34-Jährige gewann bei Olympia Bronze (2000), Gold (2004), Silber (2008) - und in Rio überraschend noch mal Bronze (über 200 m). Ein "großartiger" Abschluss, sagte er. Stimmt.

Sabine Spitz (Mountainbike): Gold 2008 in Peking, Silber 2012 in London, Bronze 2004 in Athen. Mit 44 Jahren und gehandicapt noch 19. in Rio. "In Tokio werde ich sicher nicht sein", hat sie danach betont.

Sie denken noch nach

Timo Boll (Tischtennis): Ist 35 Jahre alt, sein Körper ächzt. Eine Teilnahme in Tokio 2020 will er aber nicht ausschließen. Gut, er kann ja auch nichts anderes außer Tischtennis - hat er selbst gesagt.

Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf): Falls es in Vergessenheit geraten ist: Sie war Olympiasiegerin 2008, gewann außerdem sechs WM-Goldmedaillen. In Rio an einem eigenwilligen Pferd namens "Legende" gescheitert.

Justin Gatlin: Der Pseudo-Widersacher von Usain Bolt. Zweiter über 100 m, gescheitert über 200 m, disqualifiziert über 4x100 m. Will tatsächlich in vier Jahren noch laufen. Bolt ist dann nicht mehr dabei. Aber wer will dann noch Gatlin sehen?

sid

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