Mit diesem neuen Bewerb wollten die Organisatoren mehr Schwung und Aufmerksamkeit in die Sportart bringen. Das ist ihnen durchaus gelungen, denn auch die rund 500 Besucher in der Arena zeigten sich von den Rennen begeistert.
Vor allem, dass bei den Damen über 15 Runden und bei den Herren über 20 Runden mit Claudia Pechstein und Robert Lehmann auch zwei deutsche Kufenflitzer das Rennen für sich entschieden. Im Rennen der Damen zeigte Claudia Pechstein eine taktisch feine Leistung. Sie gewann nicht nur beide Zwischensprint-Wertungen sondern auch den Zielsprint. Ein Novum war der Start von 500-Meter-Weltmeisterin Jenny Wolf. Sie lief dem Feld mit einer Helmkamera hinterher und schaffte es, beeindruckende Bilder zu machen. "Das war eine tolle Veranstaltung", meinte die Berlinerin, die nach acht von 15 Runden aus dem Rennen ausgestiegen war. "Ich wollte lange durchhalten und bin aber dann raus, ehe man mich überrundet hat." Nach den Regeln mussten Läufer, die überrundet wurden, die Eisbahn verlassen. Claudia Pechstein sagte nach dem Rennen: "Ich habe mir die Juniorinnen angeschaut. Da ist die Siegerin mit einem hohen Tempo vom Rest des Feldes quasi geflüchtet. Ich habe kurz überlegt, es auch so zu machen. Da ich vom Training aber etwas müde gewesen bin, habe ich dann das alles taktisch angegangen", sagte Pechstein und bedankte sich noch artig bei den Zuschauern, die sie lautstark unterstützt hatten.
Eine ganz andere Taktik schlugen die Männer über 20 Runden an. Zunächst suchten zwei Ausreißer ihr Heil in der Flucht. Teilweise betrug der Rückstand des Feldes bis zu 80 Metern. Doch angeführt von den Inzellern Moritz Geisreiter und Georg Lisowski wurden die Flüchtigen Mitte des Rennens gestellt. Am Ende hatte dann aber der Erfurter Robert Lehmann die Nase überraschend vorne, er hatte die beste Taktik gewählt. Geisreiter, der den ersten Zwischenspurt gewann, und auch Lisowski wurden Opfer ihrer Führungsarbeit. Immerhin schaffte es Langstreckenspezialist Geisreiter auf den vierten Platz. "Moritz hat viel Energie verbraucht und quasi dann auch keine Hilfe gehabt", kommentierte Bundestrainer Markus Eicher die Leistung seines Schützlings.
Am kommenden Donnerstag und Freitag gehen in der Inzeller Max-Aicher-Arena die Internationalen deutschen Meisterschaften über die Bühne. Dann sehen die Zuschauer wieder einen neuen Wettkampf. So werden über 5000 Meter bei den Damen und 10 000 Metern bei den Herren zum Abschluss die Titelträger in einem Verfolgungsrennen ermittelt. Die Ergebnisse:
Massenstart Damen (15 Runden): 1. Claudia Pechstein, Deutschland, 35 Punkte; 2. Jelena Peeters, Belgien, 15; 3. Carla Ziemann, Niederlande, 12; 4. Anna Rokita, Österreich, 11; 5. Bente Kraus, Deutschland, 6.
Massenstart Herren (20 Runden): 1. Robert Lehmann, Deutschland, 25; 2. Kevin Regelink, Niederlande, 15; 3. Niels Olivier, Niederlande, 10; 4 Moritz Geisreiter, DEC Inzell, 5.
Massenstart Juniorinnen (15 Runden): 1. Pien Keustra, Niederlande, 35; 2. Jade van der Molen, Niederlande 18; 3. Reina Anema, Niederlande 14.
Massenstart Junioren (20 Runden): 1. Kai Verbij, Niederlande, 25; 2. Linus Heidegger, Österreich 17; 3. Kees Heemskerk, Niederlande 10.
shu/ Oberbayerisches Volksblatt











