Russischer Biathlon-Trainer Ricco Groß über Dopingskandal

"Es darf nicht in einen Generalverdacht ausarten!"

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Ruhpolding - Es war ein großer Schritt, den Ricco Groß bei seinem Wechsel nach Russland gemacht hat. Im Gespräch berichtet er über die Saisonvorbereitung in Ruhpolding und die Dopingvorfälle in Russland:

Reger Betrieb herrscht in dieser Woche in der Ruhpoldinger Chiemgau Arena. Dominierende Sprache ist aktuell russisch. Russlands Herren-Nationalmannschaft ist auf Lehrgang mit Cheftrainer Ricco Groß. Untergebracht sind die acht Sportler samt Betreuer im KIA-Topsport-Hotel in Inzell. Der 45-jährige kann auf seiner Hausstrecke wieder auf beste Bedingungen zurückgreifen.

„Wir bekommen alle Wünsche erfüllt und fühlen uns sehr wohl, Dankeschön dafür an die Stadionleitung“, so der neunfache Weltmeister, der momentan mitten in der Saisonvorbereitung steckt. Diese findet überwiegend in Mitteleuropa statt und das hat auch seinen Grund. Dieser ist die ständige Diskussion um das Thema Doping, das auch an den russischen Biathleten nicht spurlos vorübergeht. „In Deutschland, Österreich, Italien oder Norwegen sind wir für die Kontrolleure ständig erreichbar. Aus dem Ausland nach Russland zu kommen, ist offensichtlich schwierig“, erklärt Groß und fügt hinzu: „So sind wir jederzeit erreichbar.“

Schlagzeilen aus Russland ein Thema

Seiner Devise, wer dopt, der fliegt, will er ebenfalls treu bleiben. Die Schlagzeilen über die Leichtathleten aus Russland sind natürlich auch Thema. „Das ist schon schlimm, so etwas zu hören. Aber, es darf nicht in einen Generalverdacht ausarten.“ Der vierfache Olympiasieger ist nunmehr ein gutes Jahr Trainer der russischen Männer.

Sein Ziel ist nach wie vor eine schlagkräftige Truppe für die Olympischen Spiele 2018 zu bilden. „Der Job macht viel Spaß, wir sind im Laufe der Zeit zu einer richtigen Einheit zusammengewachsen“, freut er sich. Im vergangenen Winter sind seine Schützlinge mit Top-Platzierungen in den Weltcup gestartet.

"Die Form im Laufen hat gestimmt"

Ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft in Oslo sind die Medaillen aber ausgeblieben. „Die Form im Laufen hat da auch gestimmt, aber die Scheiben sind nicht so gefallen, wie wir uns das vorgestellt haben. Da sind es halt keine Podiumsplätze geworden, sondern „Nur“ gute Top-10-Plätze.“

Natürlich hat sich der Ruhpoldinger mit kritischen Presseberichten nach der WM befassen müssen. „Das ist nicht anders wie in Deutschland auch, wenn die Medaillen ausbleiben“ und meint lachend auf die Frage, ob er den alle russischen Berichte überhaupt lesen konnte: „Die hat man mir schon übersetzt.“ Das alles ist aber für den ehemaligen Weltklassesportler der berühmte „Schnee von gestern.“ In diesem Winter steht eine lange Weltcupsaison mit der Weltmeisterschaft in Hochfilzen bevor.

Olympische Vorsaison

Es ist aber auch eine vor-olympische Saison. „Da kann man auf alle Fälle noch was ändern und verfeinern.“ Besonders viel hält Groß von Petr Pashenko. Der 25-jährige ist in der vergangenen Saison Dri tter in der Gesamtwertung des IBU-Cups geworden. Die Sprintwertung hat er sogar gewonnen. „Ich denke, da haben wir einen richtig guten für die Zukunft“, meint er mit seinem guten Gespür für Talente.

SJH

Quelle: rosenheim24.de

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