Biathlet Simon Schempp trainiert für Weltcup und WM

„Da geht es knallhart zur Sache“

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Andi Birnbacher und Simon Schempp

Ruhpolding - Drei Monate Saisonvorbereitung haben die heimischen Biathleten bereits hinter sich. Jetzt im August geht es langsam ans Eingemachte. Das weiß auch Deutschlands bester Biathlet des vergangenen Winters, Simon Schempp:

In dieser Woche ist in der Chiemgau Arena der sogenannte „Streckentest“ angesagt gewesen. „Da geht es knallhart zur Sache“, erklärt der 27-jährige. Fünf Runden über je 3,4 Kilometer stehen an. Von locker bis schnell, das ganze steigert sich von Runde zu Runde.

„In der letzten Runde geht es bis in den Grenzbereich“, erklärt Andi Birnbacher, der diesmal zusammen das Training mit Dori Scheurl leitet. Jede Runde wird gemessen und auch wird jedes Mal Laktat genommen. „Das ist eine Art Standortbestimmung, Ziel ist es, die eigene Schnelligkeit und ein Tempogefühl zu entwickeln“, so Birnbacher. Für Simon Schempp sind diese Einheiten kein Problem, er bereitet sich akribisch auf den kommenden Winter vor und überlässt nichts dem Zufall.

„Wir haben aber nicht nur trainiert,..."

Im Juli hat sich Schempp mit dem französischen Ausnahme-Biathleten der vergangenen Jahre, Martin Fourcade in dessen Heimatort Villard de Lans in den Pyrenäen zum Training verabredet. Diesen Termin haben die Beiden bereits im Winter abgesprochen. Nach einem Sponsorentermin bei ihrer Skifirma Rossignol in Frankreich ist es dazugekommen. „Er macht auch nur Biathlon“, bringt es Schempp auf dem Punkt, der bei Fourcade zuhause gewohnt hat.

„Wir haben aber nicht nur trainiert, sondern auch die Möglichkeit genutzt, mal über etwas anderes als Biathlon zu reden. Die Gegend dort ist toll und es ist interessant gewesen, zu sehen, wo er sich im Sommer herumtreibt. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, schwärmt der 27-jährige und meint weiter: „Man kann Konkurrent sein und sich trotzdem gut verstehen.“

In Hochfilzen immer gut abgeschnitten

In diesem Winter stehen der Gesamtweltcup und die Weltmeisterschaft im nahen Hochfilzen auf dem Programm. Zudem ist es der vorolympische Winter. „Wichtig ist, gesund zu bleiben und keine Ausfälle zu haben. Dann werden wir sehen, wohin die Reise geht“, sagt Schempp.

Kommende Woche geht die Reise zum Training nach Antholz und dann in den WM-Ort Hochfilzen. Dann steht bereits die Deutsche Meisterschaft vor der Tür. „Das Gelbe Trikot ist ein Traum, der besteht und der soll irgendwann in Erfüllung gehen“, wünscht sich der Sportler. Hochfilzen ist für Schempp ein sensationeller Ort an dem er gerne läuft und immer gute Ergebnisse erreicht hat. „Da werden bei der WM auch viele deutsche Fans da sein, Hochfilzen liegt ja quasi vor der Haustüre.“

Für die Olympischen Spiele 2018 brauche man das Rad nicht neu erfinden, sagt er. „Wir sind auf einen guten Weg und haben nicht anders trainiert, als die Jahre zuvor. Deswegen müssen wir nicht großartig was Neues ausprobieren. Es sind immer nur ein paar Kleinigkeiten, an denen wir feilen“, erklärt er.

Einzelmedaille als nächstes Ziel

Dass Andi Birnbacher nun als Trainer auf der anderen Seite steht, freut seinen ehemaligen Zimmerkollegen. „Dass seine Karriere endet, das hat sich abgezeichnet. Ich finde es toll, dass er uns weiter unterstützt. Er macht es ja auf freiwilliger Basis, das rechne ich ihm sehr hoch an. Er hat eine große Erfahrung und weiß, wie es in der Weltspitze zugeht. Das ist ein großer Vorteil. Der Umgang untereinander ist sehr respektvoll. Er hat sich schon während seiner Karriere Gedanken über das Training gemacht und er wird seinen Weg machen“, ist sich Schempp sicher.

Für Disziplin-Bundestrainer Andi Stitzl ist Simon Schempp einer der komplettesten Biathleten überhaupt. „Wir haben uns die vergangenen Jahre viel erarbeitet, vor allem im letzten Winter. Die Qualität von Simon ist sehr hoch. Jetzt wäre es mal wichtig, dass er bei einem Großereignis eine Einzelmedaille gewinnt“, gibt ihm Stitzl auf den Weg.

SJH

Quelle: rosenheim24.de

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