Zwei wichtige Punkte verschenkt

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Der Block, nach wie vor eine der größten Schwachstellen auf Mühldorfer Seite. Ein Einer-Block (hier Thomas Lehel) konnte die abgeklärten Thüringer nicht aufhalten, auch wenn hinten Severin Bienek (links) und Eric Hagendorn (rechts) bereits lauerten. Fotos je

Mühldorf - Ein Gegner auf Augenhöhe, wenn also drei Punkte, dann gegen den VSV Jena. Die Vorgabe für den Heimspieltag am Samstag war klar:

Will der TSV Mühldorf als Tabellenachter mit dem Abstieg nichts zu tun haben, muss er gegen den Neunten und damit Vorletzten der 3. Liga Ost voll punkten. Ein durchaus realistisches Vorhaben, nachdem die Truppe um Spielertrainer Michi Mayer an den vergangenen Wochenenden bereits Neumarkt und Dresden, die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfen, in die Knie gezwungen hatten. Doch diesmal sollte es nicht klappen. Nach hart umkämpften Sätzen verloren die Mühldorfer das Spiel, das über die volle Distanz ging mit 2:3 (33:31, 25:27, 22:25, 25:16, 12:15). Immerhin: Durch den Gewinn von zwei Sätzen verbleibt einer von drei Punkten in Mühldorf - ein wichtiger Zähler, da die Mühldorfer die Verfolger aus Jena nun mit genau diesem Punkt Vorsprung weiterhin hinter sich lassen.

Von Anfang an stellte der Gast aus Jena die couragiertere Mannschaft: Solide Annahme ein variables Zuspiel und dann kraftvoll im Abschluss gegen den kaum vorhandenen Block der Mühldorfer. Der war nur ein Problem auf Seiten der Mühldorfer, die ungewohnt ängstlich agierten und zu wenig Kapital aus der im Großen und Ganzen passablen Annahme schlugen. Egal, wer gerade auf dem Feld stand: Weder Johannes Tille, noch Alex Brandstetter konnten ihre Angreifer gezielt einsetzen, Angriffe über die Mitte blieben Mangelware. Doch wenn der Ball kam, schlug etwa Stefan Philipeit voll ein. Der Mühldorfer Mittelblocker offenbarte dafür andere Schwächen: Der bislang beste Aufschläger der Mühldorfer versemmelte diesmal ungewohnt oft sein Service. Viele Eigenfehler, auch der anderen Spieler, machten es den Mühldorfern schwer, gegen das eingespielte Team aus dem Osten zu punkten. Severin Bieneks Annahmen waren verheerend, in den Angriffen fehlte oft der nötige Druck. Und nur in den seltensten Fällen stellten die Mühldorfer einen Doppelblock. Ging das alles im ersten Satz noch gut (33:31), witterten die Sachsen ihre Chance und holten sich die hart umkämpften Durchgänge zwei (25:27). Überragend: Jenas Diagonalspieler Falko Ahnert, der nach Belieben aus dem Hinterfeld agierte und auch mit druckvollen Aufschlägen die Mühldorfer zur Verzweiflung trieb. Eine 12:10-Führung der Innstädter kehrte sich so um zu einem 16:12 für Jena - Mühldorf verlor Satz drei mit 22:25.

TSV Mühldorf vs. Jena

Auch weil sich Libero Eric Hagendorn - bis dato mit einigen Klasse-Abwehraktionen - bei einer Spielsituation im dritten Satz das Knie verdreht hatte, musste Spielertrainer Michi Mayer umstellen: Leo Tille zog das Libero-Trikot über, Iven Ferch agierte nun neben seinem Bruder Hauke im Mittelblock, während Michi Mayer von Diagonal auf Außen wechselte und Thomas Lehel für ihn über Diagonal angriff. Eine Taktik, die aufging. Vier starke Netzaktionen von Mayer brachten schnell die Mühldorfer Führung in Satz vier (5:0). Mit dem 2,08-Meter-Hünen Iven Ferch im Block gerieten die Jenaer plötzlich ins Wanken. Insgesamt wirkte die Annahme nun auch sicherer, die erfolgreichen Abwehraktionen wurden nun spürbar mehr. Mit 25:16 filetierten die Mühldorfer den Gast aus dem Osten - der erste Punkt war damit schon einmal gesichert.

Im entscheidenen fünften Durchgang allerdings liefen die Mühldorfer ständig einem Ein- bis Zwei-Punkte-Rückstand hinterher. In brenzligen Situationen fehlte dann auch das nötige Selbstvertrauen, um den Gegner den letzten Schneid abzukaufen. Jena genügte ein abgeklärtes Spiel, um den Satz mit 15:12 und damit den Sieg mit nach Hause zu nehmen.

"Das ist eine gestandene Mannschaft, die im vergangenen Jahr Meister geworden ist", gratulierte Mayer dem Gegner. Erfahrene Mittelblocker hätten sie mitgebracht, während dies Position auf Mühldorfer Seite nach wie vor eine der größten Baustellen sei. Das weiß Mayer, aber er verteidigt nach wie vor die Jugend seiner Spieler: "Wir dürfen nicht vergessen, dass hier vier 97er-Jahrgänge auf dem Spielfeld stehen. Und es war ein Spiel, bei dem es um viel ging". Dass die Spieler dann auch entsprechend nervös seien, sei dann verständlich. Wichtig sei es, den Spaß am Spiel nicht zu verlieren, sagt Mayer. Etwas mehr Unbekümmertheit könnte nicht schaden, wenn der TSV als Außenseiter gegen einen vermeintlich unschlagbaren Gegner antritt - wie nächste Woche gegen den MTV München.

OVB Heimatzeitung/je

Quelle: rosenheim24.de

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