Air France 447

Flugzeug ist vielleicht in der Luft  zerbrochen

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Angehörige trauern in Notre Dame um die Opfer.

Paris - Schwere See behindert die Bergungsarbeiten im Atlantik, während in Paris hunderte Menschen an der Trauerfeier teilnahmen. Die Air France 447 ist möglicherweise in der Luft auseinandergebrochen.

Suchmannschaften haben am Mittwoch weitere Trümmerteile der abgestürzten Air-France-Maschine im Atlantik entdeckt. Schwere See behinderte aber die Bergungsarbeiten. Die brasilianische Zeitung “O Estado de S. Paulo“ druckte unterdessen eine Chronik der Funksignale ab, die über das bisher Bekannte hinausgeht. Sollte sie sich als korrekt herausstellen, deutet sie darauf hin, dass Flug 447 in tausenden Meter Höhe auseinandergebrochen ist, als die Maschine durch einen gewaltigen Gewittersturm flog.

Bilder: Air France-Flug 447 wird vermisst

Bilder: Air-France-Flug 447 wird vermisst

In den letzten dramatischen Minuten fielen demnach nacheinander lebenswichtige Systeme an Bord der Unglücksmaschine aus. Die Zeitung beruft sich auf Quellen bei Air France. Weder die Fluglinie noch die brasilianische Luftwaffe wollte den Bericht bestätigen.

Der Airbus soll kurz vor seinem Absturz eine Fülle an technischen Problemen an die Zentrale der Fluglinie gefunkt haben. Um 4.10 Uhr deutscher Zeit am Montagmorgen habe das System gemeldet, die Crew habe den Autopiloten abgeschaltet, um das Flugzeug manuell zu steuern, sagte der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Er bezog sich auf Informationen der Air France, die derzeit in Expertenkreisen erörtert würden. “Dann gab es zwei bis drei Minuten lang eine Flut von Fehlermeldungen: Das Navigationsgerät fiel aus, die Darstellung auf den Bordbildschirmen war weg und anderes.“

Die letzte Information kam demnach um 4.14 Uhr: “Der Kabinendruck fiel ab. Das war die letzte Meldung, die vom Flugzeug automatisch über Satellit an die Unternehmenszentrale gefunkt wurde.“ Dann stürzte das Flugzeug mit 228 Menschen an Bord in den Atlantik.

Unter den am Mittwoch entdeckten Trümmerteilen sind nach Angaben der brasilianischen Luftwaffe ein etwa sieben Meter langes Flugzeugteil sowie etwa zehn weitere Metallstücke und ein 20 Kilometer langer Ölteppich. Eindeutige Identifikationsmerkmale fehlten. Leichen seien nicht gefunden worden, sagte Oberst Jorge Amaral.

Schwere See behindert die Bergungsarbeiten

Die neu entdeckten Hinweise befinden sich 90 Kilometer südlich der Zone, in der am Dienstag erste Trümmer der verschollenen Maschine gesichtet worden waren, 640 Kilometer nordöstlich der brasilianischen Inselkette Fernando de Noronha. Auf der Suche nach neuen Hinweisen überflogen Flugzeuge immer wieder das Seegebiet. Die Ankunft von Schiffen an der Absturzstelle verzögerte sich am Mittwoch wegen hoher See. Die ersten Taucher können daher erst am Donnerstag dort eintreffen, wie eine brasilianische Marinesprecherin mitteilte.

Die Hoffnung, die Black Box vom Meeresgrund bergen und das mysteriöse Verschwinden des Airbus A330 aufklären zu können, schwanden am dritten Tag nach dem Crash weiter. Mit einem U-Boot soll versucht werden, die Black Box mit den Flugdaten zu bergen. Das Gerät ist mit einem Peilsender ausgestattet, der rund 30 Tage lang sendet. Wegen der großen Wassertiefe bis 7.000 Meter sei er nicht optimistisch, dass die Black Box gefunden werden könne, sagte der Leiter der Untersuchungsbehörde, Paul-Louis Arslanian. Das französische Forschungsschiff mit entsprechenden U-Booten an Bord wird erst Anfang kommender Woche in dem Gebiet erwartet.

Trauerfeier in Notre Dame

Bilder von der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Mit einer Trauerfeier in der Pariser Kathedrale Notre Dame gedachten Familien, Politiker und tausende Bürger am Mittwoch der Opfer der Flugzeugkatastrophe. Auch ohne jede Spur der 228 Vermissten nahmen Angehörige am dritten Tag nach dem Unglück über dem Atlantik Abschied von ihren Lieben. Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Premierminister François Fillon sowie Vertreter der katholischen, protestantischen, jüdischen und muslimischen Gemeinden nahmen an der Zeremonie in Paris teil. Auch zahlreiche Piloten, Flugbegleiter und Manager der Gesellschaft Air France trauerten um ihre vermissten Kollegen. Die Presse war nicht zugelassen. Tausende Menschen nahmen hinter den Absperrungen an dem Gottesdienst teil, der über Lautsprecher auf den Vorplatz der Kathedrale übertragen wurde.

Die schhlimmsten Flugzeugkatastrophen

Die schlimmsten Flugzeugabstürze

Falsche Bombendrohung vor der Katastrophe

Wenige Tage vor der Katastrophe ging bei Air France eine Bombendrohung ein. Die anonyme Drohung habe sich aber auf einen Flug von Buenos Aires nach Paris am 27. Mai bezogen und als falsch erwiesen, sagte ein Air-France-Sprecher. Die betroffene Maschine, eine Boeing 777, sei überprüft worden, ohne dass Sprengstoff entdeckt worden wäre. Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin erklärte, es gebe keine Hinweise, ein Anschlag könne hinter dem Absturz des Airbus A330 in der Nacht von Sonntag auf Montag stecken. Unter den 228 Menschen an Bord waren auch 26 Deutsche.

dpa/AP

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