Tödlicher Angriff auf pakistanische Marinebasis

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Schwer bewaffnete Männer greifen eine Basis der pakistanischen Marineflieger in Karachi an. Stundenlang liefern sie sich Feuergefechte.

Karachi - Schwer bewaffnete Männer greifen eine Basis der pakistanischen Marineflieger in Karachi an. Stundenlang liefern sie sich Feuergefechte. Es gibt Tote und Verletzte. Die Lage ist nach wie vor unübersichtlich.

Bei einem Angriff der Taliban auf einen Marinestützpunkt in der pakistanischen Stadt Karachi sind mindestens zwölf Soldaten getötet worden. Pakistanische Truppen konnten die Extremisten am Montag nach stundenlangen Kämpfen offenbar zurückschlagen. Wie viele der Taliban-Kämpfer bei den Gefechten ums Leben kamen, wurde vorerst nicht bekannt.

“Es gibt offensichtlich keinen Widerstand der Extremisten mehr“, sagte Marinesprecher Salman Ali am Nachmittag. Vor einer offiziellen Bekanntgabe des Endes der Gefechte wollten Soldaten der Regierungstruppen aber noch den weitläufigen Komplex durchsuchen, in dem sich die Taliban zuvor verschanzt hatten. Die

Bilder zum Angriff in Karachi

Die Bilder zum Angriff in Karachi

Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff und erklärten ihre Angreifer würden bis zum Tod kämpfen. “Sie wollen da nicht lebend herauskommen, sie sind hineingegangen, um als Märtyrer zu sterben“, sagte Taliban-Sprecher Ahsanullah Ahsan. Die Aktion sei Teil der geplanten Rache der Taliban für den Tod von Osama bin Laden.

Schwerer Schlag für pakistanische Streitkräfte

Zehn bis 15 Aufständische waren am Sonntagabend in das Gelände des Stützpunktes eingedrungen. Sie hätten sich dann in kleinere Gruppen aufgespalten, einige Explosionen ausgelöst und sich auf dem weitläufigen Gelände verteilt. Der Angriff der Taliban war einer der gewagtesten seit Jahren und ein teurer und demütigender Schlag für die pakistanischen Streitkräfte. Das Eindringen der Taliban in eine Hochsicherheitseinrichtung dürfte auch neue Diskussionen über die Sicherheit der pakistanischen Atomwaffen nach sich ziehen.

Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani verurteilte den Angriff und sagte, solch “ein feiger Akt des Terrors kann die Entschlossenheit der Regierung und des Volkes von Pakistan zur Bekämpfung des Terrorismus' nicht erschüttern“.

Langsames Vorgehen aus Rücksicht auf teure Ausrüstung

Bei dem Angriff seien auch zwei von den USA zur Verfügung gestellte Überwachungsflugzeuge der Marine zerstört worden, sagte Marinesprecher Ali. Zwei Maschinen vom Typ P-3C Orion waren erst im Juni 2010 den pakistanischen Streitkräften übergeben worden, wie aus einer Internetseite der US-Streitkräfte hervorgeht. Demnach soll Pakistan bis Ende 2012 über acht dieser Flugzeuge verfügen.

Ein zweiter Marinesprecher, Irfan ul Hak, dementierte Berichte, wonach die Angreifer zuvor auf dem Stützpunkt Geiseln genommen hätten. Sie hätten am Montagmorgen nur noch ein Gebäude unter Kontrolle gehabt und seien umstellt gewesen. Hubschrauber der Marine waren über dem Gelände gekreist und Scharfschützen waren auf Türmen zu sehen gewesen. Weil auf dem Stützpunkt teure Ausrüstung vorhanden sei, hätte man die Operation aber vorsichtig durchgeführt, sagte ul Hak.

Berichten von Anwohnern zufolge hatte der Angriff mit drei lauten Explosionen begonnen. Die Ursache der Detonationen blieb zunächst unklar, allerdings verursachten sie weithin sichtbare Feuer. Ein außerhalb des Stützpunktes befindliches Team der Nachrichtenagentur AP hörte mindestens sechs Explosionen und sporadische Schüsse.

dapd

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