Panne: Astronauten brechen Außeneinsatz ab

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Gregory Chamitoff bei der Arbeit im Weltall.

Houston - Zwei Astronauten des US-Space Shuttles “Endeavour“ haben am Freitag wegen eines Defekts in einem der Raumanzüge ihren Außeneinsatz abgebrochen.

Die Arbeit von Gregory Chamitoff und Drew Feustel sei allerdings bereits so gut wie beendet gewesen, als sie an Bord der Internationalen Raumstation ISS zurückgerufen wurden, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit.

Fast fünf Stunden nach Beginn des Außeneinsatzes an der ISS entdeckte die Bodenkontrolle, dass der Kohlendioxidsensor in Chamitoffs Anzug nicht mehr funktionierte. Der Sensor soll sicherstellen, dass Grenzwerte von Kohlendioxid, das beim Ausatmen ausgestoßen wird, nicht zu hoch sind. Grund für die Fehlfunktion könnte Feuchtigkeit gewesen sein, die sich festgesetzt habe, sagte die für Außeneinsätze zuständige NASA-Offizierin Allison Bolinger.

Die Techniker hofften, dass der Sensor bis zum nächsten Weltraumspaziergang Chamitoffs wieder getrocknet sei, da es nur diesen einen Raumanzug gebe, der groß genug für den Astronauten sei.

“Froh, dass alles geklappt hat“

Die Verantwortlichen entschieden nach Ausfall des Sensors, dass die Zeit, die die Astronauten noch zur Fertigstellung der Montage einer Antenne benötigt hätten, zu lange sei und befahlen den Abbruch der ursprünglich auf sechseinhalb Stunden angelegten Mission. Letztlich waren die beiden aber mit sechs Stunden und 19 Minuten nur elf Minuten kürzer als ursprünglich geplant im All. Die Astronauten zeigten sich trotz des Abbruchs zufrieden mit dem Außeneinsatz. “Ich bin froh, dass alles geklappt hat“, sagte Chamitoff, der seinen ersten Weltraumspaziergang absolvierte. Er und Feustel hatten vor dem Abbruch bereits einen Leuchte montiert und mehrere Experimente im All mit neuen ausgetauscht.

Ungewöhnliches Manöver für ungewöhnliches Foto

Die “Endeavour“-Astronauten werden während ihrer 16-tägigen Mission insgesamt vier Außeneinsätze vornehmen. Die “Endeavour“ befindet sich derzeit auf ihrem letzten Einsatz, am Freitag setzte die NASA den letzten Space-Shuttle-Flug vor der Einstellung des Programms - jenen der Raumfähre “Atlantis“ - für den 8. Juli an. Danach wird das Shuttle-Programm nach 30 Jahren und insgesamt 135 Missionen aus Kosten- und Sicherheitsgründen eingestellt.

Für ein spezielles Foto der “Endeavour“ segnete die NASA am Freitag ein bisher noch nie ausgeführtes Manöver ab. Eine russische Sojus-Kapsel wird am kommenden Montag von der ISS abdocken und 600 Meter zurücksetzen. Die ISS wird daraufhin langsam rotieren, damit die Besatzung der Sojus-Kapsel Fotos des angedockten Space Shuttles und der ISS aus verschiedenen Winkeln machen kann.

Von Seth Borenstein

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