Betreiber  von “Deepwater Horizon“ hatten Bedenken

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Der Betreiber der Ölbohrinsel “Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko hatte schon vor einem Jahr Sicherheitsbedenken.

Dallas - Schon vor einem Jahr hatten die Betreiber der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko Sicherheitsbedenken. Ein Manager erhielt deshalb sogar keinen Bonus.

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Die Betreiberin der im Golf von Mexiko gesunkenen “Deepwater Horizon“ sorgte sich bereits im vergangenen Jahr um die Sicherheit auf ihren Bohrplattformen. Wegen vier tödlichen Unfällen wurde den Topmanagern der Firma Transocean der Bonus gestrichen, wie aus amtlichen Dokumenten hervorgeht, die am 1. April eingereicht wurden.

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Transocean ist ein Spezialist für Bohrplattformen und hatte die “Deepwater Horizon“ an BP verliehen. Mit dem Wegfall der Boni sollte dem Management ein Anreiz gegeben werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Stahlkuppel gegen ausströmendes Öl

Unterdessen will der Konzern BP am Mittwoch eine erste Stahlkuppel zur Eindämmung der Ölpest aufs Meer bringen. Die tonnenschwere Konstruktion soll über die sprudelnde Quelle am Meeresboden gestülpt werden und das Öl auffangen. Doug Suttles, Manager des britischen Konzerns BP, sagte dem Nachrichtensender CNN, dass es zwei weitere Tage dauern werde, die Kuppel in 1500 Metern Tiefe exakt abzusetzen. Dann müssten Leitungen von der Konstruktion zu einem Bohrschiff gelegt werden. “Wir hoffen, innerhalb von etwa sechs Tagen betriebsbereit zu sein“, sagte Suttles laut der CNN- Internetseite.

BP betonte, eine solche Kuppel sei noch nie so tief im Ozean eingesetzt worden. Schwierig wird das Unternehmen schon allein wegen der Meeresströmungen. Kurt Reinicke vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal sagte der Nachrichtenagentur dpa zu dem Vorhaben: “Die Umweltbelastung wird abgestellt, Sie gewinnen Zeit (...) Aber das Problem ist natürlich nicht gelöst. Das ist es erst, wenn die Bohrung unter Kontrolle ist. In die Kuppel tritt ja weiter unkontrolliert Öl aus.“

Reinicke erklärte weiter, bevor die zwölf Meter hohe Konstruktion platziert werden könne, werde BP versuchen, ein neues Absperrventil über dem Bohrlochkopf anzubringen. Dazu müssten Leitungen kurz oberhalb des Kopfes gekappt werden. “Damit wird der Querschnitt der Bohrung geöffnet. Klappt es, (das Ventil anzubringen), wäre die Bohrung unter Kontrolle, klappt es nicht, wird mehr Öl ausströmen, weil Fließwiderstände beseitigt wurden“, erläuterte der Wissenschaftler.

Mit Spüli gegen die Ölpest

Nach ersten positiven Ergebnissen werden im Golf von Mexiko Tests vorangetrieben, um das ausgelaufene Öl mit Chemikalien zu bekämpfen. Die Lösung von mehreren Chemikalien wird am Meeresboden in die Ölquelle gedrückt, um einen Zersetzungsprozess auszulösen. So soll verhindert werden, dass das Öl die Küsten verschmutzt und zahllose Tiere tötet. Während die US-Küstenwacht von vielversprechenden Tests sprach, warnte die Meeresschutzbehörde NOAA, dass es bislang kaum Erfahrungen mit der eingesetzten Lösung gebe. “Die Analysen werden fortgesetzt, aber zurzeit gibt es noch keine einhellige Meinung“, sagte der wissenschaftliche Koordinator der NOAA, Charlie Henry.

Die Lösung wird mit Geschirrspülmittel verglichen. Die genaue Zusammensetzung wird jedoch als Betriebsgeheimnis des Herstellers Nalco betrachtet und ist daher nicht bekannt. Am Wochenende wurden am Ort des Bohrinselunglücks zunächst 11.360 Liter eingesetzt, pro Minute wurden 34 Liter in die Ölquelle gedrückt.

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