Name auf Arm eingraviert

Sohn findet Mutter nach 24 Jahren - dank Tattoo

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Neu Delhi - In einem überfüllten Bahnhof in Indien ging vor 22 Jahren ein kleiner Junge verloren. Nun hat der inzwischen erwachsene Mann seine Familie wiedergefunden - dank eines Tattoos.

Vor mehr als zwei Jahrzehnten ging ein kleiner Junge (6) in einem überfüllten Bahnhof in Indien verloren - jetzt hat der Mann seine Familie dank eines verblichenen Tattoos auf seinem Arm wieder gefunden. „Das war etwas, das man sonst nur in Filmen sieht, aber diesmal war es real“, sagte Polizeikommissar Shrikhant Sonde am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Er hatte mit seinem Team bei der Suche in Thane im westindischen Bundesstaat Maharashtra geholfen.

Die Mutter des verlorenen Sohnes hatte in weiser Voraussicht ihren Namen, Manda, in die Haut all ihrer Kinder eingravieren lassen. Doch nachdem ihr sechsjähriger Sohn Ganesh vor 24 Jahren auf dem Bahnhof in den Menschenmassen verschwand, konnte sie ihn trotzdem nirgendwo finden. Wie Medien weiter berichteten, wuchs der kleine Ganesh erst auf der Straße, dann bei einem Fischer und in mehreren Waisenhäusern auf.

Der Mann suchte Jahre lang nach seiner Familie

Schließlich ließ sich der heute 28-Jährige zum Polizisten ausbilden und trat der Antiterroreinheit in Thane bei. Dort setzte sein Vorgesetzter Sonde nach eigener Aussage alle Hebel in Bewegung, um die Mutter zu finden: Das Team durchforstete Vermisstenanzeigen, rief alle Bewohner mit dem Nachnamen der Mutter an und erstellte eine Facebook-Seite - vergeblich. "Ich hatte die Suche nach meiner Familie nie aufgegeben", sagte Ganesh Raghunath Dhangade am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Schließlich führte sie ein alter Kantinenmitarbeiter aus einem der Waisenhäuser auf die richtige Spur: Als der Junge dort abgegeben worden sei, habe er gesagt, er stamme aus der Gegend um einen speziellen Sufi-Schrein. Dort suchten die Polizisten jetzt gezielt nach dem Namen, der in den Arm des Jungen eingebrannt worden war. Nach zweimonatiger Suche hatten sie die Familie: „Das war ein wunderschöner Moment. Mutter und Sohn hatten Tränen in den Augen und umarmten sich“, sagte Sonde. „Aber sie fanden keine Worte, um ihre Gefühle auszudrücken und blieben minutenlang still.“ Den Sohn selbst erkannte die Mutter nicht wieder - dafür das Tattoo auf dessen Arm. "Ich zeigte es ihr und sie erkannte es sofort wieder", erzählte Dhangade. Er könne sein Glück kaum fassen. Er werde nun so viel Zeit wie möglich mit seiner Mutter, seinen beiden Brüdern und seiner Schwester verbringen.

dpa/AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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