Geistlicher darf in die Heimat zurück

Ebola-Infizierter wird nach Spanien geflogen

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Miguel Pajares infizierte sich in Liberia mit Ebola.

Madrid - Als er in Liberia Ebola-Infizierte pflegte, steckte sich ein spanischer Geistlicher mit dem gefährlichen Virus an. Nun soll er in seine Heimat zurückgebracht werden.

Die spanische Regierung lässt erstmals einen Ebola-Infizierten nach Europa bringen. In Madrid startete am Mittwoch eine Maschine der Luftwaffe, um einen mit dem Ebola-Virus infizierten Spanier aus Westafrika in sein Heimatland zurückzubringen. Das Flugzeug vom Typ Airbus A-310 sei mit den erforderlichen medizinischen Einrichtungen ausgerüstet worden, verlautete aus dem Verteidigungsministerium.

Bei dem Transport des 75 Jahre alten Geistlichen Miguel Pajares würden die strengsten Sicherheits- und Quarantäne-Vorkehrungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingehalten. Spanien ist damit nach den USA der zweite westliche Staat, der bei der aktuellen Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten Staatsbürger heimholt.

Der aus der Gegend von Toledo in Mittelspanien stammende Pajares hatte in Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus gearbeitet. Dort hatte der Spanier den später an Ebola gestorbenen Direktor Patrick Nshamdzea gepflegt. Am Montag ergab ein Test, dass er ebenfalls mit dem Virus infiziert wurde.

Spanier unterstützen die Heimkehr

Die Hilfsorganisation Juan Ciudad, für die Pajares seit acht Jahren in Liberia tätig war, bat die spanische Regierung, den Geistlichen in sein Heimatland zurückzubringen. Zehntausende Spanier unterstützten in einer Internetpetition diese Forderung. Die Reaktionen in den USA waren vielfach anders ausgefallen: Dort hatten sich in Foren und anderen Beiträgen etliche Menschen aus Angst vor Ansteckung gegen eine Rückkehr von infizierten Amerikanern ausgesprochen.

Pajares hatte kürzlich erklärt, er fühle sich in Liberia im Stich gelassen. „Ich würde gern nach Spanien, weil wir hier sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Man hilft uns nicht“, sagte er der spanischen Nachrichtenagentur Efe. Beamte der Madrider Ministerien für Gesundheit, Verteidigung und Inneres beschlossen, den Geistlichen nach Spanien zurückzubringen.

Juan Ciudad bat die Madrider Regierung darum, zusammen mit Pajares zwei afrikanische Missionarinnen, die sich ebenfalls mit dem Virus infiziert hatten, nach Spanien zu bringen. Dieser Bitte scheint Madrid aber nicht nachzukommen.

dpa

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