Erste Tests des Schweinegrippe-Impfstoffs

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Die ersten Test mit dem Schweinegrippe-Impfstoff starten in Bayern.

Würzburg/München - Schon am Samstag werden die ersten Probanden in Bayern mit dem Schweinegrippe-Impfstoff gespritzt. Für sie bestehe keine Gefahr, sagen die Ärzte.

Die ersten Studien zum Impfstoff gegen die Schweinegrippe werden in Bayern voraussichtlich an diesem Samstag (8. August) beginnen. Einen Tag zuvor sollen die Ampullen eines italienischen Herstellers an den beiden bayerischen Teststandorten - dem Klinikum der Universität München und dem Krankenhaus Juliusspital in Würzburg - ankommen, sagte Prof. Tino Schwarz vom Juliusspital am Mittwoch.

In Würzburg werden die ersten Impfungen daher wohl bereits am Samstag gemacht, in München soll es nach derzeitiger Planung frühestens am Montag (10. August) losgehen. “Wir werden nicht am Samstag arbeiten“, sagte Prof. Frank von Sonnenburg von der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Uni-Klinikum München.

Keine Gefahr für die Probanden

Deutschlandweit sollen laut Schwarz in den nächsten Wochen gut 2000 Menschen im Alter zwischen 6 Monaten und 99 Jahren an den Tests teilnehmen. “Dass der Impfstoff wirkt, daran besteht überhaupt kein Zweifel.“ Dennoch müsse nun herausgefunden werden, welche Dosis schütze. “Wir müssen zwei Dosen verabreichen. Wir wissen vom Vogelgrippe-Impfstoff, dass eine Dosis nicht ausreicht“, erläuterte Schwarz, der Facharzt für Medizinische Mikrobiologie ist. Die Probanden müssten innerhalb von 21 Tagen zweimal gespritzt werden. 42 Tage nach der ersten Impfung könne dann per Bluttest herausgefunden werden, wie sich die Antikörper gegen das H1N1-Virus entwickelt haben. Gefährlich seien die Tests für die Teilnehmer nicht. Bei den Studien soll neben der Verträglichkeit des Impfstoffs auch geprüft werden, in welchem Ausmaß er die körpereigenen Abwehrkräfte stimuliere und somit gegen eine Ansteckung schütze.

Der neue Impfstoff ist nach Angaben der Experten ähnlich zusammengesetzt wie herkömmliche, bereits auf dem Markt erhältliche Grippe-Impfstoffe. Die regulären Impfungen sollen im Herbst starten. Allerdings können zunächst nicht alle Menschen geschützt werden. Geimpft werden sollen zuerst chronisch Kranke, bei denen die Schweinegrippe sehr schwere, sogar tödliche Verläufe haben kann. Auch Schwangere sind durch die neue Grippe besonders gefährdet. Das neue Grippevirus enthält mehrere Gene aus Grippeviren von Schweinen, Menschen und Vögeln. Die Krankheit war zunächst von nationalen und internationalen Organisationen als Schweinegrippe bezeichnet worden.

dpa

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