Eugène Vernier – Modefotografien mit Klasse

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Eugène Vernier setzte das Model Tania Mallet an den schönsten Flecken der Welt in Szene – wie hier auf den Bahamas.

Eugène Vernier gehörte zu den großen Modefotografen der 1950er- und 1960er-Jahre. Für die britische Vogue schoss er eindrucksvolle Fotos: Model und Mode fügen sich so perfekt in die umgebende Landschaft ein, dass die Bilder selbst als Kunstwerke gelten.

Vernier bei der Vogue

Eugène Vernier veränderte die Modefotografie, als er Ende der 1950er-Jahre bei der Vogue in London zu arbeiten anfing. Die meisten seiner Fotos zwischen 1954 und 1967 schoss er nicht im Studio, sondern an außergewöhnlichen Plätzen der Welt. Die Villen von Monte Carlo, ein Strand auf den Bermudas oder die Berglandschaft Israels bildeten die ideale Kulisse für seine Vogue-Aufnahmen. Er legte großen Wert darauf, dass sich das Fotomodell und die Landschaft aufeinander bezogen und eine harmonische Einheit bildeten. So entstanden wahre Bildkompositionen. Viele davon sind in dem Fotoband „Vernier – Fashion, Form & Femininity“ – erschienen im Hirmer Verlag – zu sehen. Kurz vor seinem Tod im Herbst 2011 hatte Vernier persönlich 100 Fotos für diesen Band zusammengestellt.

„Gene“ Vernier – wie ihn seine Weggefährten nannten – verstand es, das Beste aus den Models und den Kleidern herauszuholen. Das berichten Fotoassistenten, -modelle und Stylisten. Sie erinnern sich in dem Fotoband an die Reisen und Shootings mit Vernier. Dabei betonen sie vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen Model und Fotograf, die zu bemerkenswerten Bildern führte. Viele Fotos wirken spontan, die Models sehen entspannt und gelöst aus.

Eugène Vernier – von den Nachrichten zur Modefotografie

Vernier wurde bei der Vogue selbst zum Star. Vom Rampenlicht hielt er jedoch wenig. Er gab ungern etwas von sich preis. Um seine Biografie machte er zeitlebens ein Geheimnis. Er behauptete, 1920 in Südfrankreich geboren zu sein. Doch aus verschiedenen Dokumenten geht hervor, dass er in Biesdorf bei Berlin zur Welt gekommen war und deutsch-polnische Wurzeln hatte. Während des Zweiten Weltkriegs war er bei der französischen Armee im Dienst. Dort kam er über einen Vorgesetzten zur Fotografie. Bald darauf arbeitete er als Kriegskorrespondent und Kameramann für die Wochenschau.

Nach einigen Jahren bei Pathé News in London wandte sich Vernier einem neuen Berufsfeld zu: der Modefotografie. Seine Frau Mollie, ein Fotomodell, hatte ihn dazu gebracht. An seinen Modeaufnahmen lässt sich sein Hintergrund als Nachrichtenmann deutlich erkennen: Neben dem Motiv spielen Ort und Zeit eine wichtige Rolle.

Vernier prägte einen eigenen Stil

Eugène Vernier hatte einen anderen Zugang zur Modefotografie als viele seiner Kollegen. Davon ist Tania Mallet – auch bekannt als Bond-Girl in Goldfinger –, ehemaliges Fotomodell und Motiv auf vielen seiner Aufnahmen, überzeugt: „Er war anders als die meisten Modefotografen, die sich nur auf das Kleid konzentrierten, sodass auf den Fotos fast nur das Model und ganz wenig Hintergrund zu sehen war“. Vernier war stolz darauf, wenn es ihm gelang, das Fotomodell und die Kleider in ihre Umgebung einzubetten. Diese Einheit aus Model, Kleidern und Ort macht Verniers Modeaufnahmen unverwechselbar.

Unverkennbar ist auch der künstlerische Anspruch seiner Bilder. Die meisten seiner Fotografien für die Vogue sind schwarz-weiß. Sie verraten viel über seine Bildkompositionen: Jedes Foto ist geprägt durch klare Linien, die jedem Bild eine besondere Dynamik verleihen. „Er war Künstler aus ganzem Herzen, der Fotografien machte, die dem Betrachter gefallen sollten“, heißt es dazu im Fotoband.

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