Geraubtes Baby: Herkunft geklärt

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Buenos Aires - 500 Kinder nahm Argentiniens Militärdiktatur verschleppten Oppositionellen weg und gab sie zur Adoption frei. Nun kennt ein weiteres Opfer nach 34 Jahren seine wahre Herkunft.

Ein Gentest brachte nach 34 Jahren Klarheit, wie die Menschenrechtsorganisation “Abuelas de Plaza de Mayo“ am Dienstag in Buenos Aires bekanntgab.

Pablo Javier Gaona Miranda war gerade einen Monat alt, als er und seine Eltern am 14. Mai 1978 spurlos verschwanden. Ein pensionierter Militär gab den Jungen an die Familie seines Cousins. Gaona Miranda wusste zwar früh, dass er adoptiert worden war. Seine Vermutung, Kind von “Desaparecidos“ (“Verschwundenen“) zu sein, bestätigte seine Adoptivmutter jedoch erst 2008. Vor gut einem Monat vertraute er sich der Menschenrechtsorganisation an.

Der 34-Jährige ist nach deren Angaben das 106. geraubte Kind verschwundener Oppositioneller, das identifiziert wurde. Was mit seinen Eltern geschah, ist weiterhin unklar. Beide hatten sich in linksorientierten Untergrundorganisationen engagiert.

Für den systematischen Babyraub wurde Ex-Diktator Jorge Rafael Videla (1976-1981) Anfang Juli zur Verantwortung gezogen. Er wurde zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt, sein Nachfolger Reynaldo Bignone (1982-1983) zu 15 Jahren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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