Flug 4U9525

Germanwings-Absturz: So berichtet die internationale Presse 

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Madrid/Paris/Berlin - Schock und Trauer in Worte fassen - eine schwierige Aufgabe: Der Absturz der Germanwings-Maschine in Südfrankreich beherrscht die deutschen Titelseiten  - und die internationale Presse. Die meisten Blätter zeigten am Mittwoch das Foto, auf dem die Unglücksstelle in den Alpen aus der Luft zu sehen ist.

"Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „taz“ druckten ein Bild der Anzeigetafel vom Düsseldorfer Flughafen, auf der Flug 4U9525 aus Barcelona aufgeführt ist - ohne weitere Informationen. „Die Welt“ (titelt mit einem Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel): „Das Leid ist unermesslich.“ Die Welt kompakt erschien ganz in schwarz und druckte ein Bild der Kerzen auf dem Schulhof in Haltern. Darüber die Zeile "Ein schwarzer Tag". 

Die Bild versah ihr Logo mit einem Trauerflor, daneben die Schlagzeile "Ganz Deutschland unter Schock - 150 Tote! Airbus-Absturz in den Alpen. Die letzte Seite bleibt Schwarz, darauf zu lesen "In Trauer um die Opfer von Flug 4U9525"

Die „Süddeutsche Zeitung“ titelte: "150 Tote - Absturz schockiert Deutschland". Die taz blieb bei "Nicht angekommen"

Die „B.Z.“ titelte "Im Schmerz vereint" auf schwarzem Hintergrund. Die Frankfurter Rundschau fragt: "Was geschah an Bord des Airbus320?"

Die italienische Zeitung die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ schrieb am Mittwoch: "Es ist eine gemeinsame Trauer, und wir spüren sie. Es ist ein Flug, den jeder hätte nehmen können, und den einige sicher schon genommen haben. (...) Ein Blick auf die Nachrichten zeigt es: Eine identische, akribische, leidenschaftliche Berichterstattung. Verschiedene Sprachen, gleicher Kummer. Wir haben einen Tag die Dinge vergessen, die uns trennen.“

Die australische Zeitung „The Daily Telegraph“ schreibt: "Luftfahrtexperten sagen, dass der Sinkflug länger dauerte als die drei bis vier Minuten, die er hätte dauern sollen. Die Tatsache, dass kein Notruf abgesetzt wurde, ist der entscheidende Punkt des Unglücks.“

Die russische Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“ („KP“) schreibt: „Gerade erst vergisst Frankreich allmählich die Terroranschläge vom Jahresbeginn (...) - da passiert im Süden des Landes eine neue Tragödie. 150 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, alle, die an Bord des Airbus' waren ... .“

Die spanischen Zeitungen nach dem Flugzeugabsturz heben auf den Schmerz der Hinterbliebenen und den Schlag für die europäische Luftfahrt ab. Sie stellen aber auch Fragen nach dem Konkurrenzkampf unter den Billigfluggesellschaften.

„El País“ (Madrid): „Der Absturz ist ein schwerer Schlag für die europäische Luftfahrt. Er stellt auch die Regierungen in Deutschland, Spanien und Frankreich vor eine schwere Probe. Die Verantwortlichen haben in angemessener Weise reagiert.“

„La Razón“ (Madrid): „Inmitten des Schmerzes und der Verzweiflung gilt es den außerordentlichen Geist der Zusammenarbeit hervorzuheben, den die Regierungen der betroffenen Staaten und die Europäische Union nach dem Unglück gezeigt haben.“

„La Vanguardia“ (Barcelona): „Viele Fluggesellschaften sind bemüht, Kosten zu sparen. Die Unglücksmaschine war 24 Jahre alt. Germanwings befindet sich in einem harten Konkurrenzkampf mit anderen Billigfluggesellschaften. All diese Fakten lassen keine Rückschlüsse auf die Katastrophe zu. Aber man darf sie auch nicht ignorieren.“

„El Periódico de Catalunya“ (Barcelona): „Die Katastrophe erinnert uns daran, dass jederzeit ein Unglück auch jeden von uns treffen kann. Man muss hervorheben, dass die Regierungen der beteiligten Staaten nach dem Absturz in vorbildhafter Weise zusammengearbeitet haben. Dies zeigt uns, dass Europa ein Raum des Zusammenlebens ist, den es zu bewahren lohnt.“

dpa

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