Dramatische Rettung

Germeringer Familie stundenlang in Höhle eingeschlossen

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Immer wieder kommt es in der Lamprechtshöhle zu Hochwasser-Gefahren (Archiv).

Lofer - Rund drei Stunden nachdem Hochwasser den Weg zum Ausgang versperrt hatte, sind mehrere deutsche Wanderer unversehrt aus einer Höhle in Salzburg befreit worden.

Glimpflich ist ein Notfall in einer Salzburger Höhle für mehrere deutsche Wanderer zu Ende gegangen. Fünf Deutsche, darunter laut Salzburger Nachrichten eine Familie mit zwei Kindern aus Germering (Oberbayern), wurden gemeinsam mit zwei Niederländern bei Starkregen von den Wassermassen in der Lamprechtshöhle bei Lofer eingeschlossen, in einem der größten Höhlensysteme Europas. Rund drei Stunden gab es keinen Weg ins Freie, dann konnten alle Urlauber unverletzt gerettet werden.

Dabei sei in der Höhle aufgrund ähnlicher Zwischenfälle in der Vergangenheit bereits eine Alarmanlage installiert worden, erklärte die Salzburger Polizei am Samstag. Bereits am Eingang der Schauhöhle sei ein Schild angebracht, auf dem auf die Gefahren der Besichtigung bei starkem Regen hingewiesen werde.

Zehn Minuten nach dem Ertönen des Vorwarnsystems gab es am Freitag für die Eingeschlossenen bereits kein Entkommen mehr. Ob die Touristen nicht schnell genug reagierten oder zu weit vom Ausgang entfernt waren, war noch Gegenstand der Ermittlungen. Bis auf eine leichte Unterkühlung blieben alle Urlauber unversehrt. Auch ein Hund sei wohlbehalten aus der Höhle befreit worden.

Während die beiden Kinder ins Freie getragen wurden, konnten die Erwachsenen den Ausgangsbereich mit noch kniehohem Wasser am frühen Abend selbst passieren. Es habe zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr bestanden, versicherten die Behörden. Dank einer Steigung in der Höhle seien im Inneren alle in Sicherheit gewesen. Retter konnten erst nach einer Senkung des Wasserstandes ins Innere vordringen. Die Strömung sei für Taucher zuvor zu stark gewesen.

Eine Gruppe von Salzburger Höhlenretter hatte am Weg zur Höhle in Bayern einen Verkehrsunfall, wie die Polizeiinspektion Bad Reichenhall mitteilte. Alle Insassen blieben unverletzt.

Immer wieder kommt es in der größten und längsten wasserführenden Höhle Europas, die zwischen Mai und Oktober zu besichtigen ist, zu Zwischenfällen. 26 vorwiegend deutsche Touristen mussten zuletzt 2013 stundenlang wegen eines Hochwassers ausharren. Alle blieben unverletzt und kamen mit nassen Füßen davon.

Deshalb gibt es dort auch eine Notunterkunft an einer erhöhten und trockenen Stelle mit Decken, Notproviant und einem Telefon. Besucher können auf Steiganlagen etwa 700 Meter in die Höhle gehen. Auf über 390 Stufen überwinden sie dabei eine Höhendifferenz von 70 Metern.

dpa

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