Medien: BP will wieder im Golf von Mexiko bohren

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Die beschädigte Ölleitung der gesunkenen Ölplattform "" Deepwater Horizon" - mittlerweile ist diese abgedichtet (Archivbild vom 02.06.2010).

London - Knapp ein Jahr nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" habe das Unternehmen von den US-Behörden die Erlaubnis erhalten, ab Juli seine existierenden Bohrinseln wieder in Betrieb zu nehmen.

Knapp ein Jahr nach der Explosion seiner Bohrinsel “Deepwater Horizon“ will der britische Konzern BP laut Medienberichten wieder im Golf von Mexiko nach Öl suchen. Das für die schlimmste Ölpest der US-Geschichte mitverantwortliche Unternehmen habe von den amerikanischen Behörden die Erlaubnis erhalten, seine existierenden Plattformen ab Juli wieder in Betrieb zu nehmen, berichteten “Financial Times“ und “Sunday Times“ übereinstimmend.

Im Gegenzug habe sich BP verpflichtet, den Behörden jederzeit Zugang zu den Bohrinseln zu gewähren. Außerdem habe das Unternehmen in einer Vereinbarung zugesichert, seine Notfallpläne nach der Katastrophe verbessert zu haben, bei der 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer strömten.

Ein Sprecher von BP wollte die Meldungen nicht kommentieren. Auch von den amerikanischen Behörden gab es keine Bestätigung. Allerdings hatte US-Präsident Barack Obama in der Vergangenheit mehrfach klar gemacht, dass es wieder Genehmigungen für Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko geben werde. Die Auflagen seien aber wesentlich strenger als früher. Die heimische Ölförderung ist für den Präsidenten auch nach der Ölpest eine wichtige Säule der Energiesicherheit in den USA.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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BP ist den Berichten zufolge mit 20 Ölfeldern der größte Lizenznehmer für Tiefseeölfelder im Golf von Mexiko. Bisher gilt die Vereinbarung laut “Financial Times“ für die zehn bestehenden Bohrinseln. Die “Sunday Times“ schrieb, dass BP später im Jahr versuchen könnte, auch Genehmigungen für neue Bohrlöcher zu bekommen.

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hatte BP in eine schwere Krise gestürzt. Die Kosten für das Öl-Desaster im Golf von Mexiko bezifferten die Briten insgesamt auf knapp 41 Milliarden Dollar (28,8 Milliarden Euro). Das Geschäftsjahr 2010 endete für das Unternehmen unterm Strich mit einem Minus von 4,9 Milliarden Dollar.

Es dauerte damal rund vier Monate, bis die defekte Quelle in 1500 Metern Tiefe im August geschlossen werden konnte. Eine US-Regierungskommission warf den beteiligten Unternehmen “massive Managementfehler“ vor.

USA kämpfen gegen die Öl-Pest

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Eine dieser Firmen, das Schweizer Ölbohrunternehmen Transocean, rühmte sich am Wochenende für seine Sicherheit. Man habe beim Sicherheitsniveau das beste Jahr der Firmengeschichte verzeichnet, heißt es im Geschäftsbericht 2010. “Dies ist ein Ergebnis unserer Bemühungen, überall und jederzeit Zwischenfälle zu vermeiden.“ Die Zahl der tatsächlichen und möglichen Zwischenfälle auf den Ölplattformen des Unternehmens sei trotz der Katastrophe so niedrig gewesen wie noch nie.

Von der geringen Zahl der Unfälle bei Transocean profitieren laut Geschäftsbericht vor allem die Manager. Die Höhe ihrer Bonuszahlungen bemisst sich unter anderem nach den Sicherheitskennzahlen.

Transocean hatte die “Deepwater Horizon“ gemeinsam mit BP und der US-Firma Halliburton betrieben. Bei deren Explosion am 20. April 2010 starben 11 Arbeiter - darunter neun von Transocean.

Transocean ist der größte Hochsee-Ölbohrkonzern weltweit. Das auf tiefe Bohrungen spezialisierte Unternehmen hat mehr als 18 000 Mitarbeiter und besitzt rund 140 Bohranlagen. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 9,6 Milliarden US-Dollar (6,75 Milliarden Euro) um, der Konzerngewinn betrug 961 Millionen Dollar.

dpa

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