Blutbad in Homs - Hunderte Syrer getötet

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Demonstranten auf den Straßen: In Syrien gab es bei den Protesten in der Stadt Homs angeblich mindestens 100 Todesopfer.

Doha/Damaskus - In der syrischen Rebellenhochburg Homs ist es zu einem Blutbad gekommen.  Zwischen 260 und mehr als 330 Menschen sollen nach Berichten der Fernsehsender Al-Arabija und Al-Dschasira getötet worden sein.

Mehr als 1300 weitere Menschen seien während des stundenlangen Beschusses der Stadt verletzt worden. Die syrische Oppositionsbewegung und die Regierung machten sich am Samstag gegenseitig für das Blutvergießen verantwortlich. Der UN-Sicherheitsrat will am Samstag in New York einen weiteren Anlauf nehmen, um mit einer Resolution die Gewalt in Syrien zu stoppen.

Mitglieder der Protestbewegung berichteten der Nachrichtenagentur dpa aus Homs, dass Regierungstruppen die Stadt gestürmt und dann Stadtviertel gezielt mit Panzergranaten beschossen hätten. „Menschen sterben im Schutt ihrer eingestürzten Häuser“, sagte der Aktivist Aiman Idlibi.

Die syrischen Staatsmedien sprachen hingegen von einer gezielten Medienkampagne und Lügenmärchen. Ziel sei es, den UN-Sicherheitsrat vor der geplanten Abstimmung zu einer Syrien-Resolution am Samstag in New York zu beeinflussen. Die Toten seien unschuldige regimetreue Menschen, die von bewaffneten Terroristen entführt, gefoltert und niedergemetzelt worden seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die Staatsmedien bezeichnen seit Monaten Teilnehmer der Protestbewegung als Terroristen.

Trotz einer russischen Vetodrohung will der UN-Sicherheitsrat noch heute über eine Syrien-Resolution entscheiden. Marokko hat für 10.00 Uhr (Ortszeit, 16.00 Uhr MEZ) eine Sondersitzung beantragt und will seinen Entwurf dann zur Abstimmung bringen, hieß es von westlichen Diplomaten.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die Vetomacht Russland mitteilen lassen, sie wolle das auch von ihrem Botschafter ausgehandelte Papier nicht mittragen. Zuvor war auf russisches Drängen bereits der von Arabern und Europäern eingebrachte Entwurf verwässert worden. Die Ächtung des Waffenhandels, der Ruf nach freien Wahlen und der Ablösung von Syriens Präsident Baschar al-Assad fanden sich nicht mehr in dem Kompromisspapier.

dpa

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