Weltjugendtag

Papst-Besuch in Polen: Franziskus stürzt bei Messe

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Kurz nach seiner Fahrt mit dem Papamobil stürzte der Papst.

Tschenstochau - Am Donnerstag besuchte Papst Franziskus die polnische Stadt Tschenstochau. Bei der Messe gab es einen kurzen Schreckmoment: Franziskus verfehlte eine Stufe und stürzte.

Papst Franziskus hat am zweiten Tag seiner Polenreise den Marienwallfahrtsort Tschenstochau (Czestochowa) besucht. Am Donnerstag feierte er dort mit Teilnehmern des Weltjugendtags und anderen Gläubigen eine Messe unter freiem Himmel. An dem Gottesdienst nahmen auch Polens Staatspräsident Andrzej Duda und Ministerpräsidentin Beata Szydlo teil. In seiner Predigt rief Franziskus dazu auf, „über das Unrecht und die Verwundungen der Vergangenheit hinauszugehen“. Aufgabe der Kirche sei es, den Menschen zuzuhören, sich einzubringen und Freuden und Mühen der Leute zu teilen.

Kurz vorher sorgte er für einen kurzen Schreckmoment: Das Kirchenoberhaupt verfehlte eine Treppenstufe auf dem Platz vor dem Kloster Jesna und stürzte zum Boden. Die Treppe war mit rotem Teppich ausgelegt. Die ihn begleitenden Priester halfen dem 79-Jährigen anschließend sofort wieder auf die Beine und Franziskus setzte seinen Gang unbeirrt fort. Der Sturz war live im polnischen Fernsehen zu sehen.

Hohes Aufgebot an Sicherheitskräften

Franziskus war zuvor mit seinem offenen Papamobil durch die Menge gefahren, um die Gläubigen zu grüßen. Die Rundfahrt des Papstes unter den Zehntausenden Teilnehmern war von einem ungewöhnlich starken Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet. Franziskus selbst benutzte wie üblich einen offenen Wagen, der lediglich mit einem Glasdach als Regenschutz ausgestattet war.

Viele von ihnen hatten vor dem Wallfahrtsort campiert, um einen Blick auf den Papst zu erhaschen. Die Ikone der "Schwarzen Madonna" ist das wichtigste Symbol des katholischen Glaubens in Polen. Die Gläubigen sind überzeugt, dass ihre Gebete an die "Schwarze Madonna" Wunder ermöglichen. Der Papst rief in seiner Predigt dazu auf, "die Fehler und Verletzungen der Vergangenheit hinter sich zu lassen" - womöglich eine Anspielung auf die politischen Spannungen innerhalb der polnischen Gesellschaft.

Das Programm von Papst Franziskus

Am Nachmittag wird der Papst in Krakau erwartet, wo er mit 15 behinderten Jugendlichen und ihren Angehörigen in einer Straßenbahn zu seinem ersten großen Auftritt beim Weltjugendtag fahren will.

Es ist die erste Reise des argentinischen Papstes in das zutiefst katholische Polen, aus dem sein Vorvorgänger Johannes Paul II. stammte. Am Freitag besucht er das ehemalige NS-Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz in der Nähe von Krakau, wo auch ein Treffen mit Holocaust-Überlebenden geplant ist.

Den Abschluss des Weltjugendtags bildet am Sonntag eine vom Papst geleitete Messe auf dem Veranstaltungsgelände nahe Krakau. Insgesamt werden zu dem internationalen Treffen bis zu zwei Millionen Teilnehmer erwartet, hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene.

dpa/afp

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